Kurztest: Mini-Rechner von Transtec mit SLED 10
Fragwürdige Softskills
von Marcel Hilzinger
Erschienen im Linux-Magazin
2008/08
Todschickes Design, modernes Innenleben und einen ausgeprägten Hang zum Stromsparen machen den Mini-PC Senyo 610 im Büro zu jedermanns Wunschkollegen. Der aufgespielte Suse Desktop 10 belastet das nette Arbeitsverhältnis aber sogleich.
Der Senyo 610 kommt ohne Betriebssystem, mit Windows Vista (32 Bit) oder mit Suse Linux Enterprise Desktop 10. SLED 10 ist bereits auf das Service Pack 1 aufgefrischt. Die Professional-Variante von Windows XP (SP2) verschwand kurz vor Drucklegung dieses Magazins von [1].
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Hersteller: Transtec AG
Internet: [http://www.transtec.de], [http://www.transtec.at], [http://www.transtec.ch]
Chipsätze: Intel Centrino Duo Mobil mit 965GM Express
Lieferbare CPUs: Celeron 530 (Modell CA65), Core 2 Duo 1,83 bis 2,60 GHz (Modell TA65) - beide auf U-FCPGA6/Socket M
Speicher: 1 GByte, 2 GByte oder 4 GByte DDR2; Festplatte 80 GByte bis 250 GByte SATA; DL DVD+/-RW-Laufwerk; optional Solid-State Disk, externes USB-Floppy-Laufwerk
Betriebssysteme: Zur Auswahl stehen: Novell SLED 10 (ca. 80 oder 150 Euro Aufpreis für 1 oder 3 Jahre); Vista Business/Ultimate Edition (120/170 Euro Aufpreis)
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Gute Ausstattung
Das Testgerät der Redaktion ist mit einem auf maximal 2,1 GHz getakteten T8100-Prozessor von Intel und 2 GByte RAM ausgestattet. Den DVI-Ausgang bedient Intels GM965-Grafik, die maximal 256 MByte vom internen Hauptspeicher abzweigt. Die 80 GByte große interne SATA-Platte im 2,5-Zoll-Format stammt von Seagate, das DVD-Laufwerk UJ-875 mit Slot-in-Einzug von Panasonic. Für die Kommunikation mit der Außenwelt sorgen ein Gigabit-Ethernet-Controller von Marvell, ein Bluetooth-Modul und der für die Santa-Rosa-Plattform obligate WLAN-Chipsatz 4965 von Intel.
Zum Umfang gehören neben dem Rechner und dem externen Netzteil auch ein schickes CD-Case im Transtec-Rot sowie die 32- und 64-Bit-Medien des Suse Linux Enterprise Desktop. Die Testkonfiguration kostet mit Versand 785 Euro; Zielpublikum sind Firmen-, keine Endkunden.
Liebloses Setup
Dem Suse Linux Enterprise hat Transtec 10 GByte Plattenplatz eingeräumt, als Dateisystem kommt Reiser-FS zum Einsatz. Benutzername und Login heißen jeweils »transtec«, für Root ist kein Passwort gesetzt. SLED 10 bringt KDE 3.5.1 als Desktop mit, eine Version, die bereits etwas in die Jahre gekommen ist.
Das trifft auch auf den Kernel 2.6.16 des Enterprise-Desktops zu. Er enthält zwar einige Backports aus aktuelleren Versionen, unterstützt aber zum Beispiel mangels neuen WLAN-Stacks das integrierte WLAN-Modul nicht. Die Ausgabe von »lspci« zeigt die Hardware denn auch als »Unknown device« an, »iwconfig« findet mangels Treiber kein WLAN-Gerät.
Transtec bewirbt den Senyo 610 als stromsparenden Rechner. In der Tat verbraucht der Mini-Rechner unter SLED 10 im Leerlauf nur 20 Watt - die Homepage berichtet von 25 Watt, die lassen sich wohl unter Windows Vista messen. Leider fehlt ein optimiertes Powermanagement-Setup. So lässt sich der Rechner zwar über »s2ram -f« in den Suspend-to-RAM-Zustand versetzen, in dem das System nur noch 3 Watt konsumiert. Beim Aufwachen über einen Druck auf den [Power]-Knopf fährt der Rechner aber komplett herunter, anstatt nur aufzuwachen.
Für die interne Grafik kommt zwar der X.org-Treiber i810 zum Einsatz, der auch die 3D-Fähigkeiten des Chips ausnutzen könnte. Allerdings fehlt es auch hier an dem passenden Setup - das Direct-Rendering ist ausgeschaltet.
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