Aktueller Überblick über freie Software und ihre
Macher
Projekteküche
von Carsten Schnober
Erschienen im Linux-Magazin
2008/07
Nach dem Wirbelsturm in Birma gilt es, die Arbeit der Helfer allen Widrigkeiten zum Trotz effektiv zu koordinieren. Dabei kommt das freie Disaster Management System Sahana zum Einsatz. Die GUI-basierte Backupsoftware Areca dagegen sichert die Daten von Desktop-Rechnern.
Freie Software hat immer auch einen sozialen Anspruch. Schließlich entstand die Open-Source-Idee aus dem Gedanken heraus, allen Menschen gleichermaßen unbeschränkten Zugriff auf Software zu gewähren. Für die einzige verpflichtende Gegenleistung, die zumindest die GPL einfordert, spielen die Finanzen keine Rolle: Weiterentwicklungen müssen lediglich frei bleiben und kommen damit erneut der Allgemeinheit zugute.
Soziales
Wer sich allerdings nicht für Software interessiert, möglicherweise nicht einmal einen Computer besitzt, wird der sozial ausgerichteten Nische "freie Software" per se kaum gesellschaftliche Relevanz zuerkennen. Das ändert sich vielleicht, wenn freie Software in der realen Welt sozial zu wirken beginnt.
Die Free Software Foundation würdigt gesellschaftliches Engagement freier Softwareprojekte seit 2005 mit dem jährlich vergebenen Social Benefit Award [1]. Die bisherigen Gewinner hießen Wikipedia [2], Sahana ([3], Abbildung 1) und Groklaw [4]. Wikipedia ist hinlänglich bekannt, Groklaw genießt ebenfalls einige Popularität für sein Bemühen um juristische Belange freier Software.

|
Abbildung 1: Das Disaster Management System Sahana koordiniert im Katastrophenfall die Hilfskräfte. Widrige Umstände wie leistungsschwache Hardware oder fehlende Netzanbindung sind einkalkuliert.
|
Sahana zielt auf die Linderung konkreten menschlichen Leids. Die Regierung von Sri Lanka initiierte das Projekt nach dem Tsunami an Weihnachten 2004. Der hatte große Landstriche in Südostasien völlig verwüstet, jetzt war ein System gefragt, um die Einsätze zu koordinieren.
Leider gibt es Naturkatastrophen immer wieder. Freie Software kann hier besonders effektiv helfen, denn die Freiheit, sie kostenlos zu verwenden und an eigene Belange anzupassen, stellt einen wichtigen Vorteil gegenüber proprietären Lösungen dar. Nach dem katastrophalen Wirbelsturm im Mai in Birma beziehungsweise Myanmar (so nennt die Militärregierung das Land offiziell seit 1989) stehen Helfer wieder vor großen Problemen. Sahana soll dazu beitragen, einige davon zu lösen.
Geschichte
Wie erwähnt rief Sri Lanka, ein von einer Katastrophe betroffenes Land, Sahana ins Leben. Die schwedische Behörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit SIDA (Styrelsen för internationellt utvecklingssamarbete, [5]) fand den Ansatz so vielversprechend, dass sie eine Weiterentwicklung finanzierte. Diese fand auf Basis der LGPL statt und hatte das Ziel, das System für den Einsatz bei unterschiedlichen Katastrophenfällen zu generalisieren. Sahana setzt auf Apache als Webserver, die freie Datenbank MySQL sowie PHP und Perl.
Sahana bietet eine Webplattform, auf der sich Hilfsorganisationen registrieren und über ihre Kapazitäten informieren. Um Hilfslieferungen und -leistungen zu koordinieren, publizieren sie hier auch den von ihnen ermittelten Bedarf. Freiwillige Helfer erfahren dadurch, wo sie sich am sinnvollsten einbringen, damit ihr Einsatz der jeweiligen Situation bestmöglich entspricht. Anhand von Online-Landkarten und Diagrammen (Abbildung 2) ist schnell zu erkennen, wo die von Regierungen, Hilfsorganisationen und anderen Initiativen ermittelten Probleme am drängensten sind und wie sie sich am schnellsten bewältigen lassen.

|
Abbildung 2: Die modulare Struktur von Sahana vereinfacht die Anpassung an situationsspezifische Bedürfnisse – beim Wirbelsturm in Birma steht die Lokalisierung im Vordergrund der Bemühungen.
|
Außerdem gehört zu Sahana ein Modul, das die Suche nach vermissten Personen koordiniert. Suchende können sich hier registrieren und sowohl ihren eigenen Namen als auch den von vermissten Personen eintragen. Damit ermöglicht die Datenbank, dass die Suche in beiden Richtungen stattfindet.
| Whitepaper |
|
Daten Migration - Eine Publikation von Bloor Research
Datenmigrationsprojekte überschreiten häufig das Budget, neigen zu Verzögerung und werden unter Umständen komplett abgebrochen. Bloor Research ist eines der weltweit führenden IT-Forschungs-, Analyse- und Beratungsunternehmen und wird in dem vorliegenden White Paper die wichtigsten Aspekte dieser Problematik näher beleuchten. Ferner werden praktische Empfehlungen für erfolgreiche Migrationsprojekte gegeben, die Sie auf Ihr nächstes Projekt übertragen können.
Download PDF (Registrierung erforderlich)
|
|
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele
Über die letzten Jahre hinweg haben sich Open Source Lösungen als fester Bestandteil des gesamten Datenintegrationsmarktes etabliert. Viele Unternehmen haben bereits das Open Source Modell für Ihre Datenintegrationsprojekte aufgegriffen. Das vorliegende White Paper illustriert anhand ausgewählter Fallstudien und Anwendungsbeispiele die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.
Download PDF (Registrierung erforderlich)
|
Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links"
nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedrucken Fassung entsprechen.
|