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Webseiten für mobile Geräte optimieren

Mobile Winzlinge

von Jan Rähm, Falko Benthin
Erschienen im Linux-Magazin 2008/06

Internetseiten auf dem Handydisplay? Wer glaubt, bei einer durchschnittlichen Displayauflösung von 240 mal 320 Pixeln mache der Ärger über das Scrollen den Surfspaß zunichte, trifft den Nagel auf den Kopf - es sei denn, es handelt sich um für mobile Geräte optimierte Seiten.

Mobil ins Netz - dieser Slogan dominiert zurzeit die Werbung deutscher Mobilfunkbetreiber. Einige locken mit "echtem Internet" für das mobile Gerät. Je erschwinglicher die Tarife für die mobile Internetnutzung sind, desto interessanter werden solche Angebote. Doch eignet sich der winzige Bildschirm eines Handys wirklich zum Surfen? Die Antwort hängt stark davon ab, ob und wie gut die aufgerufenen Seiten für mobile Geräte optimiert sind.

Mobiles Internet 1.0

Mobiles Internet ist keine neue Erfindung. Seit Langem gibt es Handys mit Modem-Funktion. Mitte der 90er Jahre kam WAP auf. Die Werbung versprach mit dieser Technik umfassende Informationen an jedem Ort. Das Wireless Application Protocol war eine Sammlung von Techniken und Protokollen, die spezielle Inhalte auch über schmalbandige Verbindungen schnell übertragen sollten. Es konnte sich aber nicht durchsetzen. In den Köpfen der Anwender stand WAP bald für "Wait and Pay" - zu langsam und teuer war die Verbindung, ganz abgesehen davon, dass kaum Inhalte bereitstanden.

Den zweiten Versuch für ein Mobil-Internet startete E-Plus mit seinem Angebot I-Mode. Der Portaldienst basierte auf einer proprietären Entwicklung von NTT Docomo aus Japan. Im Erfinderland konnte das Angebot durchaus Erfolg für sich verbuchen, doch in Deutschland scheiterte auch diese Technik. Der deutsche Anbieter hat I-Mode zum 1. April dieses Jahres eingestellt.

Keine Extrawurst

Der Misserfolg zweier speziell auf mobile Geräte zugeschnittener Informationsplattformen legt nahe, das Kapitel "Sonderdienste für mobile Geräte" als abgeschlossen zu betrachten. Inzwischen bringen die meisten Handys daher Browser fürs gewöhnliche Internet mit.

Allerdings lässt schon ein Blick auf die gegenwärtig üblichen Displaygrößen vermuten, dass das Surfen in für Computerbildschirme optimierten Seiten wenig Spaß macht. Die am häufigsten anzutreffende Auflösung beträgt 240 mal 320 Pixel. Auf Handys der unteren Preiskategorie ist das Display 220 mal 176 Pixel, 160 mal 128 Pixel oder gar nur 128 mal 128 Pixel groß (Abbildung 1).


Abbildung 1: Zoom wider Willen: Auf dem T-Com TC 300 ist von einer nicht optimierten Seite nur ein verschwindend geringer Ausschnitt sichtbar.

Höherwertige Geräte wie der Nokia Communicator E90 mit 800 mal 352 Pixeln oder das I-Phone von Apple mit 480 mal 320 Pixeln bieten dagegen bessere Voraussetzungen für das Surfen. Beinahe PC-Feeling kommt mit so genannten Internet Tablets wie den Linux-basierten N810 [1] oder N700 [2] ebenfalls aus dem Hause Nokia auf. Alles in allem gilt jedoch: Handy-Displays zeigen nur kleine Ausschnitte einer Seite an (Abbildung 2) - es sei denn, der Server liefert über eine Browserweiche eine spezielle, auf mobile Geräte zugeschnittene Form der Seite aus (Abbildung 3).


Abbildung 2: Standard: Die meisten der zurzeit genutzten Handys haben wie das Nokia E51 eine Displayauflösung von 240 mal 320 Punkten – zu klein, um bei gewöhnlichen Webseiten mehr als nur den Kopf zu sehen.


Abbildung 3: Optimiert: Ist das Webdesign an mobile Geräte angepasst und verzichtet auf umfangreiche grafische Elemente, sind auf dem Display mit der verbreiteten Auflösung von 240 mal 320 wesentlich mehr Inhalte zu erkennen.

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