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Open-Source-Groupware Group-E von Endo7
Edler Tropfen?
von Thomas Paulus, Markus Feilner
Erschienen im Linux-Magazin
2008/05
Eine Südtiroler Softwareschmiede versorgt fast alle Behörden des Alto Adige mit Open-Source-Groupware. Das blieb international seltsamerweise weitgehend verborgen.
Linuxer wissen es: Der Bekanntheitsgrad sagt nichts über die Qualität eines Produktes aus. Viel bessere Argumente sind gute Referenzen, und davon hat die italienische Groupware Group-E [1] aus Bozen wirklich genug. In Südtirol nutzen bereits die Nahverkehrsbetriebe, die Jugend-, Arbeits- und Sozialverbände und der 116 Kommunen umfassende Gemeindeverband die GPL-Software aus dem Hause Endo7.
Ein ausgereiftes Groupware-System zählt heute zur Standardausstattung in jedem Unternehmen und jeder Behörde. Es soll den Mitarbeiter bei seiner täglichen Arbeit unterstützen und ihm eine Vielzahl von Aufgaben im Team abnehmen oder erleichtern. Die meisten Groupware-Lösungen glänzen dafür mit einem riesigen Funktionsumfang, unter dessen Kompliziertheit die Benutzerfreundlichkeit häufig auf der Strecke bleibt.
Doch gerade die Usability ist vielleicht die wichtigste Anforderung an eine moderne Team-Software. Die Südtiroler Entwickler von Group-E haben 2001 mit dem Ziel angefangen, eine intuitive und vor allem effiziente und überschaubare Weboberfläche für mittelgroße Arbeitsgruppen zu entwickeln. 2005 stellten sie die ausgereifte, Ajax-basierte Groupware unter die GPL.
Bestandsaufnahme
Um Group-E in der aktuellen Version 1.64 zu installieren, ist Root-Zugriff auf einen vollständigen LAMP-Server erforderlich. Nach dem Download von Sourceforge [2] sollte der Admin erst einmal einen Blick ins Softwarepaket werfen. Neben den PHP-Skripten und der umfangreichen Dokumentation finden sich hier vorgefertigte SQL-Dumps, LDIF-Dateien fürs LDAP, Konfigurationsdateien für Apache und Beispielkonfigurationen für LDAP, Cyrus, Postfix, PAM, Saslauthd und deren Kombinationen wie zum Beispiel Postfix mit LDAP-Anbindung. Dazu gruppieren sich diverse Skripte zum Erzeugen von Homeverzeichnissen und Profilen sowie detaillierte Anleitungen für Upgrades.
Es stehen drei unterschiedliche Installationsarten zur Wahl:
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Group-E Mini umfasst die kleinste Version ohne eigenen
Mailserver.
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Wer E-Mail auf der Basis eines lokalen Postfix oder Cyrus nicht
scheut, ist bei Group-E MySQL richtig.
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Erst die vom Hersteller empfohlene Installationsvariante
Group-E LDAP ermöglicht es, den gesamten Funktionsumfang der Software zu nutzen.
In der Standardversion speichert das System Group-E-, Samba- und die Daten der Posix-Accounts in einem zentralen LDAP-Verzeichnis (siehe Kasten "Installation mit LDAP"). Admins, die diesen Aufwand wie auch den für Betrieb und Wartung eines eigenen Servers scheuen, können die Groupware auch als SaaS direkt vom Anbieter mieten, eine vor allem in Unternehmen ohne eigenes IT-Personal beliebte Alternative.
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Für die Installation der drei Group-E-Versionen finden sich im Softwarepaket unter »group-e16/doc/« ausführliche Anleitungen, und zwar je nach zu installierender Version in den Dateien »INSTALL.MINI«, »INSTALL.MySQL« und »INSTALL.LDAP(STANDARD)«.
Die zuletzt genannte Standardinstallation mit LDAP ist am aufwändigsten, verläuft aber wie die anderen auch meist völlig problemlos. Der Ablauf sieht so aus:
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Die Software herunterladen und entpacken sowie eventuell
notwendige Distributions-Pakete installieren.
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Die Apache-Konfigurationsdatei um folgende Zeile erweitern:
»include /opt/group-e/etc/apache.conf«.
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User und Passwörter für die MySQL-Datenbank erstellen
und den mitgelieferten SQL-Dump einspielen.
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Group-E-Passwort in der PHP-Lib-Konfiguration unter
»/etc/phplib/« eintragen.
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Die LDAP-Schemata kopieren, aktivieren, die LDAP-Datenbank
initialisieren und die mitgelieferte LDIF-Datei einspielen.
Anschließend noch den Group-E-Admin-Account »ldappasswd
-x -w "group-e" -D "cn=admin,dc=example,dc=com" -A -S cn=admin,dc=example,dc=com« erstellen.
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Die Samba-Konfiguration kopieren, diverse Berechtigungen an den
Profildateien korrigieren und ein Samba-Password für den Administrator »group-e« setzen.
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Damit Samba das LDAP-Directory verwendet, sind noch ein paar
Änderungen an den Smbldap-Tools [4] notwendig, sowohl in
»smbldap.conf« als auch in
»smbldap_bind.conf«. Die Group-E-Dokumentation beschreibt das ausführlich.
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Damit der Linux-Server seine Benutzer und Gruppen sauber aus
dem LDAP holen kann, sind noch Änderungen in
»/etc/nsswitch.conf«,
»/etc/libnss-ldap.conf«, »/etc/pam.
d/common-account«, »/etc/pam.d/common-auth«,
»/etc/pam.d/common-password« und
»/etc/pam.d/common-session« erforderlich. Auch die
erläutert die Installationsanleitung »INSTALL.LDAP(STANDARD)« ausführlich.
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Last but not least liefert Group-E vorgefertigte
Konfigurationsdateien, um den IMAP-Server Cyrus und den SMTP-Dienst
Postfix ans LDAP anzubinden. Diese Files braucht der Admin nur in
die Unterverzeichnisse von »/etc« zu kopieren, dann
eigene Domänennamen sowie in der Group-E-Konfigurationsdatei
»www/cfg/global.inc.php« als »USER_CLASS='ldap_full'« einzutragen.
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Erster Kontakt
Nach der Installation geht\'s zum ersten Login: Der Anwender befindet sich nach erfolgreicher Anmeldung auf der Portalseite von Group-E (Abbildung 1). Deren oberer Teil beinhaltet eine Menüleiste mit Shortcuts zu den einzelnen Modulen, eine Status- und eine Suchfeldleiste. Diese charakteristischen Elemente sind während der gesamten Group-E-Sitzung verfügbar.

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Abbildung 1: Farbschema, Spaltenbreite, die Menge der aufgelisteten Informationen sowie Art und Anzahl der Suchfelder kann der Group-E-Benutzer in seinen persönlichen Einstellungen detailliert konfigurieren.
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Im darunter positionierten Hauptfenster ist eine übersichtlich strukturierte Portalseite mit aktuellen Terminen, Aufgaben, Nachrichten und nach Gruppen geordneten Anwesenheitslisten untergebracht. Die alltägliche Zusammenarbeit innerhalb des Teams läuft über die Module E-Mail, Messager, Kalender, Aufgaben und Adressen, wobei die E-Mail-Komponente als komfortabler Webclient für den Cyrus-Imap-Server dient.
Der Anwender kann beliebig viele Ordner und Unterordner verwalten und nach persönlichen und gemeinsamen Postfächern unterscheiden. Letztere können auch mehrere Mitarbeiter gleichzeitig verwenden, sie sind meist einem Projekt zugeordnet. Neu eintreffende Nachrichten sortiert der Server mittels einfach zu erstellender, Server-seitiger Filterregeln automatisch in die entsprechenden Postfächer. Benachrichtigungen über neue E-Mails erfolgen über Pop-ups, Hinweistöne aus mitgelieferten WAV-Dateien und zusätzlich über ein rotes Briefsymbol in der Statusleiste (Abbildung 2).

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Abbildung 2: Ein rotes Symbol mit einem Briefumschlag zeigt den Eingang neuer E-Mails. Group-E informiert den Benutzer auch über Pop-ups und Hinweistöne.
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Um bei sehr vielen Ordnern nicht die Übersicht zu verlieren, können Benutzer einzelne davon abonnieren und in einer extra Quicklist anzeigen lassen.
| Whitepaper |
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