Redundanz modellieren
Eine mögliche Gefahrenquelle besteht bei der Modellierung redundanter Systeme. Den Webshop (Abbildung 1) sollte man nicht etwa so modellieren:
websrv = webserver1;HTTPS | webserver2;HTTPS
appsrv = appserver1;HTTP | appserver2;HTTP
webshop = internetconnection & loadbalancers & dns & websrv & appsrv &erp_system
Dieses Vorgehen hat nämlich zur Folge, dass bei einem gleichzeitigen Ausfall von »webserver1« und »appserver2« die Anwendung noch als verfügbar dargestellt würde. Wie das Infrastruktur-Diagramm jedoch zeigt, ist »webserver1« fest mit »appserver1« verdrahtet und »webserver2« ebenso mit »appserver2«. Es wären also beide Linien unterbrochen und die Anwendung stünde dem Kunden im Ergebnis nicht mehr zur Verfügung. Richtig wäre dagegen in diesem Fall eine Modellierung, wie sie Listing 1 in den Zeilen 21 bis 24 darstellt.
Hat der Admin eine bestimmte Komponente aus Lastgründen mehrfach ausgelegt, kann er auch dies abbilden. Die Konfiguration
app = 3 of:appserver1;HTTP + appserver2;U
HTTP + appserver 3;HTTP + appserver4;HTTP
gilt beispielsweise für einen gut besuchten Webshop mit vier Application-Servern, von denen mindestens drei verfügbar sein müssen, damit keine Performance-Probleme auftreten.
HTTP-Statistiken und Alarmierung
Wie gezeigt, kann das Addon einen Blick auf den aktuellen Status der definierten Anwendungen liefern. Doch das Tool kann noch mehr. Ein mitgeliefertes Skript integriert alle Businessprozesse ihrerseits als Services in Nagios, wodurch das Monitoring-Tool sie in regelmäßigen Abständen abfragt. Damit stehen für die Businessprozesse alle Möglichkeiten bereit, die Nagios zur Verfügung stellt: Es lassen sich beispielsweise Verfügbarkeitsstatistiken für frei definierbare Zeiträume erstellen und es ist auch möglich, Alarme für komplette Anwendungen zu hinterlegen.
Diese Alarme sind selbstverständlich auch kombinierbar. Dann erhält einerseits der Admin weiterhin Meldungen für die jeweils betroffene Komponente, was ihm die Fehlersuche erleichtert. Gleichzeitig kann Nagios aber beispielsweise einen Vorgesetzten via E-Mail gezielt über den Ausfall einer kritischen Anwendung informieren, der eine Folge des Komponentenausfalls ist.
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