Remote Desktop
Damit nicht genug: Die kommerzielle Virtualbox-Variante leitet auf Wunsch sämtliche Bildschirmausgaben über das Remote Desktop Protocol (RDP) auf einen anderen Computer um. Von dort aus können Benutzer übers Netzwerk direkt auf den Desktop der virtuellen Maschinen zugreifen, egal welche Netzwerkkonfiguration darin vorliegt. Damit eignet sich Virtualbox auch für Server ohne grafische Oberfläche.
Um diese Remote Display getaufte Funktion zu aktivieren, legt der Admin im GUI zunächst die Portnummer fest, unter der Virtualbox diesen Service auf dem Host bereitstellt. Damit nicht beliebige Personen den Desktop der virtuellen Maschine zu sehen bekommen, sollte er auch eine Authentifikationsmethode vorgeben.
Mit »External« muss sich der Benutzer am Host mit der dort geltenden Methode anmelden, »Guest« bedeutet hingegen eine Anmeldung beim Gastsystem. »Null« schaltet den Authentifizierungszwang komplett ab.
Nachdem er die neuen Einstellungen zum Schluss noch gespeichert hat, startet Root die virtuelle Maschine auf der Kommandozeile mit »VBoxVRDP -startvm« neu. Dann holen sich Benutzer mit »rdesktop« oder jedem anderen RDP-Client die virtuelle Maschine auf den Arbeitsplatz.
Schwierig, stabil und flott
Alle drei von Virtualbox angebotenen Verbindungsarten fürs Networking der virtuellen Maschinen haben Vor- und Nachteile, eine stets optimale Lösung gibt es nicht. Wer aus einer virtuellen Maschine nur schnell ins Internet möchte, greift zum NAT-Betrieb, muss dann aber auf den Remote-Zugriff verzichten. Für einen eingesperrten Serverdienst kommt hingegen nur das umständlich zu konfigurierende Hostinterface mit den Bridging-Tools in Frage.
Weil die grafische Benutzeroberfläche derzeit noch keine Unterstützung dafür bietet, bleibt nur der Wunsch an Innotek, rasch alle Netzwerkeinstellungen im GUI zugänglich zu machen. Tröstlich: Auch die Konkurrenz glänzt da nicht gerade. Bei Xen ist das ähnlich kompliziert und in VMware gibt\'s auch nur ein Befehlszeilen-Tool namens »vmware-config.pl« für virtuelle Netzwerke. Das kann dann allerdings mit wenigen Fragen mehrere NAT-, Host-only- und Bridged-Mode-Netzwerke einrichten.
Aber die Hoffnung ist da, denn Gerüchten zufolge arbeitet Innotek verstärkt an der Netzwerk-Konfiguration. Bis dahin lohnt sich die Mühe: Einmal eingerichtet läuft die Schachtel mit den virtuellen Systemen sehr flott und stabil. (mfe)
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Tim Schürmann ist selbstständiger Diplom-Informatiker und derzeit hauptsächlich als freier Autor unterwegs. Zu seinen Büchern gesellen sich zahlreiche Artikel, die in Zeitschriften und auf Internetseiten in mehreren Ländern veröffentlicht wurden.
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