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Quelle: Stephen Foskett, Wikipedia

IBM Lotus Notes 8 auf Linux

Gefährlicher V8

von Matthias Frey, Markus Feilner
Erschienen im Linux-Magazin 2008/02

IBM hat seinen Collaboration-Boliden Lotus Notes gründlich überarbeitet und bringt mit der Version 8 nun endlich eine native Version für den Linux-Desktop heraus. Grund genug, einen Blick unter die mächtige Haube zu riskieren und die Installation unter die Lupe zu nehmen.

Leistungsfähig wie ein Sportwagen, genauso teuer und kompliziert zu warten. Das ist das Image, das IBMs Gespann Domino/Notes in der IT-Welt hat. Und Lotus liegt mit seinem Funktionsumfang auch heute noch an der Spitze des Groupware-Felds, es setzt Maßstäbe, nach denen sich zahlreiche freie Projekte vergeblich strecken.

Leistungsfähiger Oldtimer

Dabei fährt hier ein Oldtimer der Collaboration Suites vor, seit den 80er Jahren steht der Name des Rennstalls als Synonym für Groupware und gemeinsame Dokumentenverwaltung. Den Server dazu gibt\'s zwar bereits seit 1999 auf Linux, einen passenden Client jedoch erst seit Version 6.5, aber nur als offline-fähiges Plugin für den Browser Mozilla. In Lotus 7 war ein Workplace-Client nötig, um Notes auf Linux zu bringen. Diese Technologie verfolgt IBM aber nicht mehr weiter, sie ging mit ihren Bestandteilen in mehreren Produkten der Lotus- und Websphere-Familie auf. In der neuen Version 8 gibt es endlich einen nativen Client mit vollem Funktionsumfang auch für den Linux-Desktop.

Grundlagen

Ein Blick in die Geschichte zeigt: Erst Iris, dann Lotus und später IBM haben Notes ([1], [2]) von Anfang an konsequent als Groupware entwickelt. Teams sollten die Möglichkeit haben, ihre Termine, Aufgaben und vor allem Dokumente gemeinsam zu verwalten. Jeder Anwender bekommt einen Notes-Client, ein Server (seit Version 4.6 Lotus Domino genannt) erledigt die zentrale Datenhaltung. Der Client spricht aber auch ohne Lotus-Server IMAP, SMTP, LDAP und andere Protokolle. Seit Version 5 integriert IBM mehr und mehr Java und XML in allen Komponenten. Die E-Mail-Komponente baut der Hersteller Zug um Zug aus, obwohl sie kein zentraler Bestandteil ist. Vielleicht stellt sie ja gerade deshalb mit der eingebauten POP-, IMAP- und SMTP-Unterstützung eine der offeneren Komponenten des ansonsten proprietären Kraftpakets.

Dass Lotus keine einfache Groupware ist, sondern ein eher unübersichtliches Geflecht aus Programmen, stellt sich spätestens beim Blick auf den Application-Server mit den umfangreichen Verwaltungstools oder den ausgefeilten Werkzeugen zur Anwendungsentwicklung heraus. Als erste Anlaufstelle für Detailinfos, Begriffserklärungen und Definitionen bieten sich die Lotus Domino Designer Documentation [3] und die Developer Works [4] an. Hier findet der interessierte Admin schnell Lektüre für ein paar Wochen Lesespaß.

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