Open Source im professionellen Einsatz

Newsletter abonnieren
Seite durchsuchen

HEFTARCHIV | NEWS | E-BIBLIOTHEK | VIDEO | BLOGS | WHITEPAPER | EVENTS | ACADEMY | ABO | SHOP

user friendly

  Home  »  Heft & Abo  »  Heftarchiv  »  2008  »  01  »  Web-Stuhl  

RSS-Feed der aktuellen News von Linux-Magazin Online Folgen Sie Linux-Magazin Online auf Twitter
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark

© fotolia.de

HTML-Editoren im Test

Web-Stuhl

von Falko Benthin, Jan Rähm
Erschienen im Linux-Magazin 2008/01

Webseiten in Vi erstellen? Nur Konsolenpuristen halten das für die beste Wahl. Alle anderen Anwender erstellen oder editieren ihre Webpräsenz besser mit einem speziell auf HTML und CSS zugeschnitten und komfortablen Editor. Fragt sich nur mit welchem?

Webseiten gelten als die Visitenkarten des 21. Jahrhunderts. Kaum ein Gewerbetreibender mag noch auf eine Präsenz im Internet verzichten. Auch wer das Design den Profis überlässt, möchte Änderungen oft selbst einpflegen. Grundsätzlich reicht für das Bearbeiten von HTML-Seiten ein einfacher Texteditor. Wie beim Schreiben von Programmcode erleichtern aber speziell darauf zugeschnittene Editoren die Arbeit.

Webeditoren gibt es in zwei Ausprägungen. Wysiwyg-Editoren (What you see is what you get) gleichen in der Bedienung einem Textverarbeitungsprogramm. Da der Benutzer nicht mit dem HTML-Code in Berührung kommt, eigen sie sich vor allem für unerfahrene Anwender. Die bekanntesten Vertreter sind die proprietären Programme Microsoft Frontpage und Adobe Dreamweaver.

Die zweite Variante sind Editoren, die den Programmierprozess zwar mit Syntax Highlighting oder Autocompletion unterstützen, jedoch keinen Wysiwyg-Editor enthalten.

Diese Ausgabe der Bitparade vergleicht den grafischen Webeditor Kompozer, den reinen Quelltexteditor Bluefish sowie Quanta Plus, der beide Verfahren vereint. Der Test prüft, wie gut sich die Software für Benutzer ohne umfassende HTML- und CSS-Kenntnisse eignet. Im Blick bleibt dabei auch die Qualität des entstehenden HTML-Quellcode. Maßgebend für die Bewertung ist der Validierungsservice [1] des World Wide Web Consortium (W3C).

Kompozer

Kompozer ist eine Weiterentwicklung von NVU [2], eines auf der Gecko-Engine von Mozilla basierenden HTML-Editors. Er versteht sich als einfach zu bedienendes Wysiwyg-Werkzeug, das es angeblich mit proprietären Konkurrenten wie Microsoft Frontpage und Adobe Dreamweaver aufnehmen kann.

Nur wenige Distributionen bringen Kompozer von Haus aus mit. Da die Software jedoch wie Mozilla, aus dem sie sich entwickelt hat, als Binary-Archiv vorliegt [3], ist ein Übersetzen aus den Quellen selten erforderlich. Kompozer besitzt eine übersichtliche Benutzeroberfläche. Standardmäßig geht das Programm zwar davon aus, dass der Benutzer seine Seite in dem veralteten Standard HTML 4.01 erstellen möchte, es beherrscht aber auch XHTML 1.0 Transitional und XHTML 1.0 Strict, nicht jedoch den aktuellen Standard XHTML 1.1.

Sperriges HTML

Kompozer soll laut Angaben der Entwickler so einfach zu bedienen sein wie eine Textverarbeitung. Wer jedoch erwartet, dass sich Elemente mit der Maus frei auf einer Seite platzieren lassen, wird enttäuscht. Allerdings liegt der Grund dieser Einschränkung eher in HMTL selbst, nur in ein »Div«-Tag eingebettete Elemente lassen sich frei auf der Seite platzieren.

Markiert der Anwender Text oder eine Grafik und klickt auf den Button »Layer« links in der untersten der drei Symbolleisten, erstellt Kompozer einen »Div«-Block, der sich mit der Maus frei auf der Seite platzieren lässt. Dass so entstandener HTML-Code häufig bei den unterschiedlichen Bildschirmauflösungen der Seitenbesucher schlecht skaliert, kann die Software ebenso wenig verhindern wie andere grafische Editoren.

Die Wysiwyg-Editierfunktionen sind zudem nicht ausgereift. Markiert der Anwender einen »Div«-Bereich, zeigt die Software am linken oberen Rand des platzierbaren Blocks eine Zugmarke, die größtenteils verschwindet, wenn er den Block an den oberen Rand zieht. Noch störender ist, dass die Zugmarke nicht funktioniert, wenn sie unter einem anderen »Div«-Layer liegt.

Die Anleitung zu Kompozer, die unter [4] im PDF-Format vorliegt, weist auf dieses Problem hin. Besser als der Vorschlag, störende Elemente temporär zu verschieben, wäre es jedoch, den Bug in der Software zu beseitigen. Gelegentlich treten in dem Wysiwyg-Editor auch Anzeigeprobleme auf, zum Beispiel ein trotz Auswahl einer Hintergrundgrafik nicht komplett eingefärbter Seitenhintergrund. Bilder, Formulare mit allen Elementen wie Texteingabe- oder Listenfeldern sowie formatierten Text erstellt die Software mit wenigen Mausklicks (Abbildung 1). Kenntnisse in HTML sind dazu nicht erforderlich.


Abbildung 1: Webseiten, die eine gewisse Komplexität nicht übersteigen, entstehen bei Kompozer in einer Wysiwyg-Umgebung. HTML-Kenntnisse sind dabei nicht erforderlich.

Da sich Tags beliebig tief verschachteln lassen, ist in der Praxis nicht immer leicht zu erkennen, aus welchen Format-Tags sich das Aussehen eines bestimmten Elements ergibt. Kompozer zeigt daher vom »Body«-Tag aufwärts alle umschließenden HTML-Elemente für die Cursorposition an. Ein Rechtsklick darauf gewährt Zugriff auf CSS-Formatierungen wie Textformatierung, Hintergrundfarbe oder Rahmeneigenschaften.

Sie können diesen Artikel als PDF für 99 Cent kaufen. Klicken Sie dazu einfach auf eine der beiden Bezahloptionen Paypal oder ClickandBuy.


Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Ähnliche Artikel
Projekteküche Neues aus der Welt der freien Software und ihrer Macher
Es entwickelt sich Qt- und KDE-Entwicklung mit Kdevelop 4
Dynamik im Browser Die Technik hinter Ajax
Allzweckmittel Rich Internet Applications mit Zkoss 5
Langsame Baustellen Online-Textverarbeitungen im Vergleich
Angler-Paradies Informationen aus Webseiten mit Tcl extrahieren
Whitepaper
Usage Landscape Enterprise Open Source Data Integration

Die Nachfrage nach Datenintegrationslösungen für Unternehmen ist zunehmend gestiegen und vor allem das Interesse an Open Source Technologien wird immer größer. Doch wie und von wem werden Open Source Datenintegrationslösungen genutzt und welches Nutzungsverhalten lässt sich daraus ableiten? Das vorliegende White Paper präsentiert die Erfahrungswerte von über 1000 Open Source Nutzern und liefert fundierte Antworten auf diese Fragen.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Daten Migration - Eine Publikation von Bloor Research

Datenmigrationsprojekte überschreiten häufig das Budget, neigen zu Verzögerung und werden unter Umständen komplett abgebrochen. Bloor Research ist eines der weltweit führenden IT-Forschungs-, Analyse- und Beratungsunternehmen und wird in dem vorliegenden White Paper die wichtigsten Aspekte dieser Problematik näher beleuchten. Ferner werden praktische Empfehlungen für erfolgreiche Migrationsprojekte gegeben, die Sie auf Ihr nächstes Projekt übertragen können.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Kommentare (1)
von
Manfred Rebentisch,
28.01.2012 13:03
Artikel lesen
Während ich versuche, den Text zu lesen, sind eng drumherum 4 bewegte (animierte) Werbebanner, die meine Augen ablenken.
Nein, geht nicht. Dann lese ich eben nicht weiter.