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KDE 4 präsentiert sich mit Plasma-Oberfläche und neuen Features

Schöne Aussichten

von Frank Wieduwilt
Erschienen im Linux-Magazin 2007/12

KDE 4 bietet dem Benutzer einige Portionen Augenschmaus und eine Menge Neuerungen an der Benutzerschnittstelle und den beiliegenden Programmen.

Der frisch gestaltete Desktop Plasma spielt das Begrüßungskomitee für die KDE-4-Oberfläche. Neuwert bieten zudem der Dateimanager Dolphin, der Dokumentenbetrachter Okular und, dank Generalüberholung, der Konqueror. Die Beta 2 von KDE 4 dient diesem Artikel als Demonstrationsobjekt. Open Suse 10.3 und Mandriva 2008.0 stellen das Betriebssystem-Parkett. Auf beiden Unterlagen kam KDE 4 im Test des Öfteren heftig ins Schleudern und stürzte ab.

Hintergründiges mit Plasma

Nach dem Start des Desktops präsentieren sich dem Betrachter die neuen Icons im Oxygen-Style [1]. Sie sind den Icon-Richtlinien von Freedesktop.org [2] entsprechend gestaltet. KDE wirkt damit klarer als bisher mit dem alten Plastik-Design von KDE 3.5. Die Icons liegen als SVG-Grafiken auf der Festplatte, was Skalierbarkeit verspricht. Grafische Effekte wie Transparenzen schmücken den Desktop zusätzlich.

Mit Plasma [3] führt KDE ein neues Konzept für den Desktop ein. Plasma basiert auf der Arbeit der Entwickler von Superkaramba [4] und erlaubt es, kleine Programme auf dem Hintergrund zu platzieren (Abbildung 1). Die Plasmoids genannten Miniprogramme lassen sich via Desktop-Toolbox am linken oberen Bildschirmrand auswählen. Die Spezies der Plasmoiden ist ebenfalls skalierbar.

Eine kleine Familie von Plasmoids bietet KDE 4 fix und fertig an: digitale und analoge Uhr, Batteriestandsanzeige für Notebooks und eine Anzeige für die Netzlast. Ein Notizblock, der kurze Texte virtuell auf den Desktop klebt, eine Wörterbuchabfrage und ein Bilderrahmen sind ebenfalls im Lieferumfang enthalten.


Abbildung 1: Plasma, der neue Desktop von KDE 4, unter Mandriva 2008.0 mit den Plasmoids getauften Progrämmchen für Uhrzeit, Notizen, Netzlast und Wörterbuchabfrage.

Selbst für die Startleiste - Kicker genannt - hat Entwickler Nuno Pinheiro einen Ersatz in Form eines Plasmoids geplant. Das Programm namens Raptor [5] schafft es allerdings frühestens in die KDE-Version 4.1. Raptor soll die Vorteile eines Startmenüs mit denen einer Konsole kombinieren. Alle Anwendungen sind dann in einem Menü angeordnet, das ein Feld für die Eingabe eines Suchbegriffs enthält. Künftig soll es noch mehr Anwendungen gestattet sein, am Desktop anzudocken. Der Medienspieler Amarok [6] ist schon so weit.

Dateimanager Dolphin

Der neue Dateimanager hört auf den Namen Dolphin [7] und war ursprünglich ein KDE-3-Programm. Er entstand unter der Vorgabe, einen übersichtlichen Dateimanager als Ersatz für Konqueror zu schaffen. Damit war Dolphin auf die Dateiverwaltung konzentriert und weniger überladen. Die KDE-4-Variante haben die Dolphin-Entwickler allerdings stark überarbeitet (Abbildung 2). Die neue Werkzeugleiste und die veränderten Menüs fallen auf.


Abbildung 2: Dolphin, der Dateimanager, konzentriert sich auf sein Kernthema und kennt neue Ausgabemodi.

Dolphin beherrscht die Ausgabe von Ordnerinhalten in verschiedenen Ansichten. Unterhalb der Werkzeugleiste hilft eine von Webseiten her bekannte Brotkrumen-Navigation dabei, auch bei tief verschachtelten Ordnerstrukturen die Übersicht zu behalten. Per Tastenkombination [Strg]+[L] ist die gewohnte Eingabebox für den Pfad aufrufbar.

Eine Werkzeugleiste am linken Rand bietet schnellen Zugriff auf wichtige Stellen im Verzeichnisbaum. Die Anzeige in der Leiste entspricht der Anordnung der Symbole im Dateidialog. Icons, Listen und eine neue Ansicht namens Column View geben Ordnerinhalte aus. (Mac-Benutzer kennen die Column View aus dem Dateimanager Finder.) Ein Klick auf »Split« in der Werkzeugleiste teilt das Ordnerfenster in zwei nebeneinander angeordnete Fenster, sodass Kopier- und Vergleichsoperationen übersichtlich möglich sind.

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