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Dr. Didas Secondary School

Die Fahrt zur Dr. Didas Secondary School geht durch die Außenbezirke der viel zu schnell wachsenden Metropole. Wellblechhütten, Lehmhäuser, Kinder spielen am Straßenrand. Bunte, frisch gewaschene Kleider flattern in den Abgasen der vorbeidonnernden Lkws. Es riecht nach verbranntem Holz, trocknenden Früchten und Diesel. Nach einigen Kilometern wird die Landschaft bewaldet. Zahllose Fahrräder schleppen Brennholz ins Zentrum von Daressalam.

Links neben der Straße liegt die Schule von Pugu, wo der Lehrer Julius Nyerere einst unterrichte. Dem späteren "Baba" hätte der Open-Source-Gedanke sicher gefallen. Noch ein paar Kilometer weiter, vollends im Grünen, biegt Paul rechts ab. Rote, weiße und beige Gebäude versammeln sich in einem weiten Hof mit schattenspendenden Akazien und kleineren Palmen. Meine Kamera wird ein Opfer des Serengeti-Staubs, der im Gehäuse knistert.

Abdallah Henku (Abbildung 15), der Headmaster, begrüßt uns. Er trägt Anzug und erzählt von 343 Schülern, die in sechs Jahrgangsstufen 14 Fächer lernen und danach direkt an die Universität wechseln. Wie fast die Hälfte aller Secondary Schools in Tansania ist das Dr.-Didas-Internat eine kostenpflichtige private Einrichtung.


Abbildung 15: Abdallah Henku, Direktor der Dr. Didas Secondary School, im Informatikraum.

Mr. Kott, der Informatiklehrer in olivfarbenem Hemd und Jeans, sperrt den Computerraum auf. Hinter Gitterstäben an den Fenstern stehen alte Pentium-III-Rechner mit Windows 2000 und Microsoft Office. Kabelkanäle auf dem Boden, Fotodrucker und Laminiergerät für die Schulausweise. Das Modem, das die Rechner lokal vernetzt, ist gerade in Reparatur. Internet gibt\'s ohnehin nicht, Linux steht nicht auf dem Lehrplan, die Lehrer haben auch keine Erfahrung damit. Aber Mr. Kott ist zuversichtlich: "Wir werden das sehr schnell lernen." Paul pflichtet ihm bei: Seine Techniker wären schnell hier, sicherlich ließe sich unkompliziert ein Training einrichten.

Lehrerfortbildung

Die Entscheidung von Linux4afrika, diese Schule auszuwählen, ist nachvollziehbar. Die Lehrer haben bereits Erfahrung mit PCs und die LTSP-Edubuntu-Systeme können sich in einer vorhandenen Infrastruktur beweisen. Agumbas Support ist nah, für Schulen wie in Sansibar oder in Mto wa Mbu haben Computer sicherlich noch keinen Sinn.

Bleibt die Frage, wie das Projekt die Weiterbildung der Lehrer klären wird. Paul schwebt ein Schneeballsystem vor, bei dem einige Lehrer ein Training erhalten. Die besten aus diesen Kursen sollen dann wieder andere Lehrer unterrichten. Nächsten Februar kommen Freioss-Mitglieder aus Deutschland zu Besuch, dann erfolgen der offizielle Startschuss und ein einführendes Training für die Lehrer. Bis dahin kann Paul noch organisieren und testen, und die Lehrer in der Dr.-Didas-Schule werden feststellen, ob es wirklich ohne Linux-Training geht.


Abbildung 16: Trucks, Jeeps, Pickups und Dalla-Dallas rasen über die Landstraßen Tansanias.

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