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Shule unter Bananen

Mto wa Mbu (Abbildung 6). Der Ortsname bedeutet "Fluss der Moskitos", das Leben spielt sich, wie überall im Land, auf der Straße ab. Wir besichtigen in der 20000-Einwohner-Stadt eine Buschschule mitten in der Bananenplantage (Abbildung 7). Auch wenn sie sich aus Witterungsgründen wohl noch länger nicht für das Linux4afrika-Projekt eignet, die Schüler sind auch hier unglaublich motiviert und lernbegeistert.


Abbildung 6: Bananenverkäuferinnen in Mto wa Mbu verkaufen auch die seltenen roten Bananen.


Abbildung 7: Grundschule in Mto wa Mbu. Bananenblätter als Wände, Strom und Internet Fehlanzeige.

Nyerere vermittelte den Tansaniern erfolgreich, dass der Weg Afrikas zur echten Selbstständigkeit und Unabhängigkeit nur über die Erziehung und Bildung führen kann. Heute gibt es im Land 15000 Grundschulen (Primary Schools bis zur siebten Klasse) und knapp 4000 Secondary Schools [3]. Das Konzept der Schulen brachten übrigens die deutschen Kolonialherren mit, daher stammt auch das ans Deutsche angelehnte Wort "Shule". (Abbildung 8).


Abbildung 8: Eine Secondary School in Arusha. Das Suaheli-Wort „Shule“ stammt aus dem Deutschen.

Von der Massaischule in der nördlichen Steppe an der Grenze zu Kenia (Abbildungen 9 und 10) bis zur Koranschule im halbautonomen Inselstaat Sansibar (Abbildung 11), die Qualität, Ausstattung und Gestalt der Schulen ist so unterschiedlich wie die Gebäude. L4A zollt dem Tribut und verlangt deshalb zwei Grundvoraussetzungen: Strom und einen abschließbaren, sicheren Serverraum.


Abbildung 9: Der Massai David (links) hat im Unterricht von Linux gehört ...


Abbildung 10: ... seine Familie dagegen noch nicht. Sie wohnen in Lehmhütten ohne Strom und Wasser.


Abbildung 11: Auf der Gewürzinsel Sansibar fehlt es an fast allem, auch an Möbeln in der Koranschule.

Bananenrepublik Sansibar

Nächste Station ist Sansibar. Die Insel liegt eine knappe Flugstunde vor Dar im indischen Ozean und glänzt mit Traumstränden und einem Überfluss an Gewürzen und Tropenfrüchten. Reich sollte sie sein, aber die Realität schaut anders aus. Die Häuser arabischer und viktorianischer Zeit verfallen, es schimmelt an allen Ecken und Enden.

Die Al-Latif Nursery School (Abbildung 11 und 12) mitten in Stonetown entstand aus einer Eigeninitiative der Bewohner des Stadtviertels. Sie ist vollständig auf Spenden angewiesen und hat nicht einmal Tische und Stühle für die meisten Schüler. Die Einwohner Sansibars sind demoralisiert. Die Verantwortlichen für den geplanten Schulneubau erzählen lange Geschichten von den Problemen und Stolpersteinen, die ihnen von der familiären, sozialistisch geprägten Revolutionsregierung in den Weg gelegt werden. Linux ist kein Thema, in einer Ecke der Schule stehen zwar ein paar Rechner, aber hier fehlt es an Grundsätzlicherem.


Abbildung 12: Im Weltkulturerbe Stonetown, der Altstadt von Sansibar Stadt, verfallen die Gebäude.

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