Die Grundversorgung bedarf der Gewöhnung
Tage später: Karatu, am Ende der Teerstraße zu den Nationalparks, vor dem Ngorongoro-Krater und den endlosen Ebenen der Serengeti. Der mehlige rote Staub auf dem Boden kriecht überall hinein, nur die Durchgangsstraße ist geteert, Frauen in bunten Kleidern balancieren mühelos Schüsseln mit Kaffee, Obst und Gemüse auf dem Kopf.
Wir besuchen ein Internetcafé (Abbildung 4). Auf den drei Rechnern läuft Windows 2000, ein Techniker repariert gerade einen davon. Ich frage ihn, ob er Linux kennt. Ja, er habe davon gehört, aber hier kennt sich ja weit und breit keiner damit aus. Die Verbindung erreicht ab und zu Modemspeed, aber jede zweite Anfrage erzeugt einen Fehler. Ein schlechter Tag, meint der Angestellte, aber immerhin hätten wir ja heute meistens Strom. Auch der Hardwareshop nebenan bietet nicht das erhoffte Aha-Erlebnis (Abbildung 5).

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Abbildung 4: Ein Internetcafé auf dem Land, in Karatu. Ab und zu gibt's auch eine Verbindung.
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Abbildung 5: Hardware, afrikanisch. Internet und Ersatzteile zu bekommen gestaltet sich schwierig.
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Strom, Internet, Know-how und Hardware - das sind nur einige Mängel, mit denen sich auch das Linux4afrika-Projekt (L4A)) befassen muss. Der Computerunterricht in den Schulen braucht zwar keine Internetverbindung, aber Strom. USVs sind in Afrika wegen der zahlreichen, meist kurzen Stromausfälle gang und gäbe. Thin-Client-PCs, wie sie das Projekt anvisiert, ermöglichen darüber hinaus den Betrieb mehrerer Rechner an einer USV.
Serverdienste lokal
Der L4A-Terminalserver hat Web- und Mailserver, Contentmanagement, ein Wiki und Lernsoftware wie Moodle installiert und stellt die Projektseite [1] lokal für die Schüler zur Verfügung. Die Client-PCs ohne Festplatte booten Edubuntu vom LTSP-Server, meist kommen dafür ausrangierte Pentium-III-Systeme zum Einsatz, die über mindestens 128 MByte RAM verfügen.
Das entspricht ungefähr den Standard-PCs, die sich in tansanischen Unternehmen, Internetcafés oder in gut ausgestatteten Privatschulen finden. In Deutschland wird diese Generation gerade ausgemustert. Der gemeinnützige Verein Freioss e.V. sammelt gebrauchte Rechner, checkt, repariert und bereitet sie auf den Dienst in afrikanischen Klassenzimmern vor. Aus Spenden finanzieren die Organisatoren die Terminalserver und den Transport nach Afrika.
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