DHCP: Automatische Konfiguration im Netz
Über das Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) beziehen die Clients vollautomatisch sämtliche Einstellungen wie IP-Adresse, Subnetz, Standard-Gateway und weitere Parameter. Dabei läuft auf einem Rechner (typischerweise dem Terminalserver selbst) der Daemon »dhcpd3«, der alle Anfragen im Client-Subnetz behandelt. Seine Konfiguration liegt in der Datei »/etc/ltsp/dhcpd.conf«, Listing 2 zeigt ein kommentiertes Beispiel dazu.
Wer jede einzelne Option des DHCP-Daemon kennen will, wirft einen Blick in »man 5 dhcpd.conf«. Glücklicherweise braucht der Admin in der vom Paket »ltsp-server-standalone« vorgegebenen Konfiguration selten etwas zu ändern. Im Wesentlichen muss er darauf achten, dass das Subnetz mit dem der Ethernet-Karte übereinstimmt, die die Clients bedient. Von besonderem Interesse für LTSP sind aber die Einträge »filename« und »option root-path« (siehe die Abschnitte über PXE und NFS).
Trivial File Transfer Protocol
Das Trivial File Transfer Protocol (TFTP) ist eine stark abgespeckte Variante von FTP. Weder kennt es eine Benutzer-Authentifizierung noch irgendwelche Dateiberechtigungen. Auch das Auflisten von Verzeichnissen ist nicht möglich und Dateien dürfen maximal 32 MByte groß sein. Dafür lässt dieses Protokoll wegen seiner Einfachheit sehr schlanke Implementierungen zu, die auch in das Boot-ROM einer Ethernet-Karte passen.
TFTP liefert unter LTSP den Bootloader und den Kernel an den Client. Standardmäßig verwendet Edubuntu 7.04 den Daemon »tftpd-hpa« als TFTP-Server, der über den Superserver »inetd« gestartet wird. Normalerweise liegt das TFTP-Wurzelverzeichnis in »/var/lib/tftpboot«. Dort müssen der Bootloader und der Kernel samt RAM-Disk untergebracht sein. Nach Änderungen an Kerneldateien kopiert das Skript »ltsp-update-kernels« diese aus der Chroot-Umgebung dorthin und passt automatisch die Symlinks für den Bootloader an.
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