Open Source im professionellen Einsatz

Newsletter abonnieren
Seite durchsuchen

HEFTARCHIV | NEWS | E-BIBLIOTHEK | VIDEO | BLOGS | WHITEPAPER | EVENTS | ACADEMY | ABO | SHOP

user friendly

  Home  »  Heft & Abo  »  Heftarchiv  »  2007  »  10  »  Einer für alle  

RSS-Feed der aktuellen News von Linux-Magazin Online Folgen Sie Linux-Magazin Online auf Twitter
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark

Dimensionierung der Thin Clients

Etwas einfacher sieht die Dimensionierung der Clients aus. Als Minimum genügen hier ein 233-MHz-Prozessor, 64 MByte RAM, 100-MBit-Ethernet und eine Grafikkarte mit 2 MByte Video-RAM. Die empfohlene Ausstattung liegt mit einem 400-MHz-Prozessor und 128 MByte RAM etwas höher. Gehören das Abspielen von Videos und 3D-Anwendungen zum angepeilten Funktionsumfang, ist eine Grafikkarte mit Xvideo- oder GLX-Unterstützung erforderlich. Eine lokale Festplatte ist dagegen nicht notwendig.

Wenn die Clients vom Netz booten, empfiehlt sich eine Ethernet-Karte mit PXE-fähigem Boot-ROM. Wer keine mit solchen Boot-ROMs bestückten Exemplare besitzt, bekommt vom Etherboot/Gpxe-Projekt [2] maßgeschneiderte ROM-Images für viele gängige Karten [3]. Dieser Weg setzt natürlich den Zugriff auf einen EEPROM-Brenner voraus. Ohne den bleibt nur der Download der vom Etherboot-Projekt bereitgestellten Images für Disketten oder CDRs.

Generell ist das Booten vom Netz gegenüber dem Booten von konventionellen Laufwerken vorzuziehen, da Störungen durch mechanische Verschleißerscheinungen praktisch ausgeschlossen sind. Zusätzlich entfällt die organisatorische Aufgabe, immer die passenden Bootmedien bereithalten zu müssen.

Installation von LTSP 5

Besonders einfach ist die LTSP-Einrichtung, wenn der Administrator die Serverinstallation von Edubuntu verwendet, die [4] ausführlich beschreibt. Die vorgeschlagene Netztopologie vorausgesetzt, erhält er nach Abschluss der Installation ein schlüsselfertig eingerichtetes LTSP 5, von dem die Thin Clients ohne weitere Arbeit booten können.

Um LTSP nachträglich in ein Ubuntu-System zu integrieren, ist etwas mehr Handarbeit erforderlich. Zunächst muss der Admin sicherstellen, dass die Ethernet-Karten des künftigen Terminalservers richtig konfiguriert sind. Die Einstellungen dafür finden sich in der Datei »/etc/network/interfaces«.

In Listing 1 steht eine beispielhafte Konfiguration, die sich an der von Edubuntu vorgeschlagenen Topologie orientiert. Die Karte »eth0« hängt dabei am regulären Subnetz und bezieht ihre Konfiguration automatisch über das Netz, während »eth1« das Thin-Client-Subnetz versorgt und statisch auf die IP-Adresse »192.168.0.254« eingestellt ist. Über einen Aufruf von »man 5 interfaces« sind weitere Einzelheiten über den Aufbau dieser Datei zu erfahren.

Listing 1:
»/etc/network/interfaces«

01 # Die loopback-Schnittstelle
02 auto lo
03 iface lo inet loopback
04 
05 # Die Karte am regulären Subnetz
06 auto eth0
07 iface eth0 inet dhcp
08 
09 # Die Karte am Thin-Client-Subnetz
10 auto eth1
11 iface eth1 inet static
12     address 192.168.0.254
13     netmask 255.255.255.0
14     network 192.168.0.0
15     broadcast 192.168.0.255

Wer verhindern will, dass automatische Helfer wie Avahi oder der Network Manager die Ethernet-Schnittstellen wieder verkonfigurieren, deinstalliert am besten die Pakete »avahi-autoipd« und »network-manager«. Das folgende Kommando gibt die neue Konfiguration frei:

sudo invoke-rc.d networking restart

Der nächste Schritt ist die Installation des Pakets »ltsp-server-standalone«. Es enthält das Skript »ltsp-build-client«, das die Chroot-Umgebung für das Clientsystem zusammenbaut. Die Software hat einige Abhängigkeiten zu wichtigen Diensten, die zum Betrieb eines Terminalservers notwendig sind, aber das Paketmanagement löst in der Regel alle derartigen Dependencies selbstständig auf. Darüber hinaus sollte der SSH-Server installiert sein, da LTSP ihn für seinen standardmäßigen Login-Mechanismus benötigt.

Nach seinem Aufruf bezieht das Skript »ltsp-build-client« automatisch die benötigten Pakete für das Chroot aus den Repositories und installiert mit Hilfe von »debootstrap« ein abgespecktes Ubuntu-System in »/opt/ltsp/i386«. Der Hauptunterschied zum Hostsystem ist neben der spartanischen Ausstattung das installierte Paket »ltsp-client«, das die Startskripte zum laufwerkslosen Betrieb eines Thin Clients mitliefert.

Dieses System kann der Admin weitgehend wie eine völlig normale Ubuntu-Installation administrieren. Ein Online-Update bewerkstelligt er beispielsweise wie folgt:

sudo chroot /opt/ltsp/i386
apt-get update
apt-get upgrade
exit

Bevor die Clients vom Netz booten, sollte Root sicherstellen, dass die dafür benötigten Dienste korrekt konfiguriert und erreichbar sind.

Sie können diesen Artikel als PDF für 99 Cent kaufen. Klicken Sie dazu einfach auf eine der beiden Bezahloptionen Paypal oder ClickandBuy.


Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Ähnliche Artikel
Fenster mit Aussicht Linux fürs Windows-Deployment
Dunkle Wolken Was Neatx kann und was Google damit vorhat
Offenes Grün Praxistest: Endian Firewall Macro X2
Große Kiste, kleine Kosten Der Mainframe-Emulator Hercules
Simplify your Systems NX, LTSP, Wine & Co. läuten das Ende der „Turmschuh“-Administration ein
Null Arbeit Zeroconf-Netzwerktechniken unter Linux mit Avahi nutzen
Whitepaper
Usage Landscape Enterprise Open Source Data Integration

Die Nachfrage nach Datenintegrationslösungen für Unternehmen ist zunehmend gestiegen und vor allem das Interesse an Open Source Technologien wird immer größer. Doch wie und von wem werden Open Source Datenintegrationslösungen genutzt und welches Nutzungsverhalten lässt sich daraus ableiten? Das vorliegende White Paper präsentiert die Erfahrungswerte von über 1000 Open Source Nutzern und liefert fundierte Antworten auf diese Fragen.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Daten Migration - Eine Publikation von Bloor Research

Datenmigrationsprojekte überschreiten häufig das Budget, neigen zu Verzögerung und werden unter Umständen komplett abgebrochen. Bloor Research ist eines der weltweit führenden IT-Forschungs-, Analyse- und Beratungsunternehmen und wird in dem vorliegenden White Paper die wichtigsten Aspekte dieser Problematik näher beleuchten. Ferner werden praktische Empfehlungen für erfolgreiche Migrationsprojekte gegeben, die Sie auf Ihr nächstes Projekt übertragen können.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Kommentare (0)