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Individuelle Clients

Und wie kommt der Client jetzt an sein Dateisystem? Über die DHCP-Option »root-path« (siehe Listing 2) stellt er fest, wo sich sein exportiertes Root-Verzeichnis befindet. Er mountet dies zunächst als Root-Filesystem und führt anschließend einen Bind-Mount zu dem Verzeichnis aus, das zu seiner Architektur passt, in der Regel »i386«. An Stellen, die Schreibrechte voraussetzen, mountet er einfach ein im RAM liegendes temporäres Dateisystem darüber.

Alle Thin Clients teilen sich also ein und dasselbe System. Um dennoch individuelle Einstellungen für einzelne Rechner vornehmen zu können, gibt es die Datei »/opt/ltsp/i386/etc/lts.conf«. Neben globalen Einstellungen konfiguriert hier der Administrator auf der Basis von Ethernet-MAC-Adressen Optionen für ausgesuchte Rechner. Listing 3 zeigt ein kommentiertes Beispiel dieser Datei. Eine umfassendere Übersicht und Beschreibung der Optionen in der Datei »lts.conf« findet sich auf [6].


Abbildung 2: Der X-Server verwaltet zentral alle Ein- und Ausgabegeräte. Die X-Clients müssen sich zur Nutzung dieser Geräte mit dem X-Server verbinden. Unerheblich ist, ob die Verbindung lokal oder von einem anderen Rechner erfolgt.

Listing 3:
»/opt/ltsp/i386/etc/lts.conf«

01 [default]
02     # Farbtiefe 16 Bit spart Bandbreite
03     X_COLOR_DEPTH=16
04     # lokale Geräte an Server durchreichen
05     LOCALDEV=True
06     # Soundserver starten
07     SOUND=True
08     # deutsches Tastaturlayout
09     XKBLAYOUT=de
10 
11 [00:11:22:33:44:55]
12     # Vesa-Treiber verwenden
13     XSERVER = vesa
14     # serielle Maus einbinden
15     X_MOUSE_DEVICE=/dev/ttyS0
16     X_MOUSE_PROTOCOL=intellimouse

X-Window

Zentraler Dreh- und Angelpunkt aller Terminalservices ist das X-Window-System X11. Der X-Server läuft auf jedem Terminalclient und verwaltet sämtliche Ein- und Ausgabegeräte eines Rechners wie Monitore, Grafikkarten, Tastaturen und Mäuse. Darüber hinaus stellt er grundlegende Funktionen zum Arbeiten mit Fenstern sowie einfache Zeichenoperationen bereit.

Unter einem X-Client versteht man jede grafische Anwendung, die ihre Inhalte auf dem X-Server darstellen und dessen Geräte nutzen will. Dazu kommunizieren beide über das standardisierte, netzwerktransparente X11-Protokoll. Es spielt dabei keine Rolle, ob eine Anwendung auf demselben Rechner wie der X-Server läuft oder auf irgendeinem anderen Gerät im Netz (siehe Abbildung 2). Diese Eigenschaft ist essenziell für das Server-based Computing, da sie die Trennung zwischen Ausführungs- und Darstellungsort ermöglicht.

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