Open Source im professionellen Einsatz

Newsletter abonnieren
Seite durchsuchen

HEFTARCHIV | NEWS | E-BIBLIOTHEK | VIDEO | BLOGS | WHITEPAPER | EVENTS | ACADEMY | ABO | SHOP

user friendly

  Home  »  Heft & Abo  »  Heftarchiv  »  2007  »  10  »  Auf Euro und Cent  

RSS-Feed der aktuellen News von Linux-Magazin Online Folgen Sie Linux-Magazin Online auf Twitter
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark

Test: Gnucash im Unternehmenseinsatz

Auf Euro und Cent

von Falko Benthin, Christian Welter, Jan Rähm
Erschienen im Linux-Magazin 2007/10

Finanzbuchhaltung ist für jedes Unternehmen von existenzieller Bedeutung, sie bindet zudem Mitarbeiterressourcen und füllt die Aktenschränke. Erleichterung verspricht der Einsatz einer elektronischen Lösung wie der Open-Source-Software Gnucash.

Digitale Finanzbuchhaltung bietet im Vergleich zur Buchhaltung auf Papier etliche Vorteile: Eine Schlagwortsuche erleichtert das Auffinden von Geschäftsvorgängen, automatische Buchungen ersparen lästige Routinearbeiten und integriertes Onlinebanking macht den Weg zum Geldinstitut überflüssig. Dieser Artikel erläutert den Einsatz der freien Finanzsoftware Gnucash [1] im Unternehmen, zeigt Stärken und Schwächen der Anwendung auf und gibt Praxistipps.

Doppelt genäht

Firmen ab einem Jahresumsatz von 260000 Euro oder ab einem Gewinn von 25000 Euro sind buchführungspflichtig, benötigten also eine doppelte Buchführung, sobald das zuständige Finanzamt eine Mitteilung über den Beginn der Buchführungspflicht erteilt hat. Auch für Kaufleute im Sinne des §1 Absatz 1 des deutschen Handelsgesetzbuchs und für Kapitalgesellschaften ist doppelte Buchführung gesetzliche Pflicht. Selbstständige und Personengesellschaften kommen dagegen mit einer Gewinn-und-Verlust-Rechnung aus. Gnucash beherrscht beide Arten der Buchführung.

Das Handelsgesetzbuch fordert, die Buchführung so zu gliedern, dass sachverständige Dritte innerhalb einer angemessenen Zeit alle Geschäftsvorgänge überblicken können (§238 Abs. 1 Handelsgesetzbuch und §145 Abs. 1 Abgabenordnung). Voraussetzung dafür ist eine standardkonforme Kategorisierung der Konten.

Im Rahmen

Gesetzeskonforme Kontenpläne in Unternehmen basieren auf vorgegebenen Standards. Für Industriebetriebe oder kleinere Unternehmen gibt es unterschiedliche Vorgaben wie den so genannten Industriekontenrahmen oder die Standardkontenrahmen 03 und 04. Gnucash bringt alle drei in der deutschen Lokalisierung von Haus aus mit.

Beim ersten Start der Anwendung oder beim Anlegen eines neuen Dokuments öffnet Gnucash einen Wizard, in dem der Anwender den Kontenrahmen wählt. Die mitgelieferten Kontenstrukturen (Kontenrahmen) bedürfen manueller Anpassung, da die Umsatzsteuererhöhung zum Jahreswechsel 2006/2007 in der Testversion nicht eingepflegt ist.

Die wenigsten Unternehmen können allerdings direkt mit solchen Standardvorgaben arbeiten. Meist sind Konten zu löschen oder umzubenennen. Das Ergebnis dieser Anpassungen ist der Kontenplan. Gnucash zeigt die Kontenhierarchie in einer Baumstruktur an (Abbildung 1).


Abbildung 1: Auf einen Blick: Die Kontenübersicht zeigt, wie das Kapital verteilt ist.

Bei der Einrichtung eines Kontos in Gnucash legt der Anwender einen Anfangsbetrag fest, den er dort auch später noch anpassen kann. Anwender, die bereits mit Windows-Buchhaltungssoftware gearbeitet haben, importieren die bereits existierenden Finanzdaten in dem QIF-Format, das Quicken oder Microsoft Money schreiben. Gnucash verarbeitet auch die OFX-Dateien des Open-Financial-Exchange-Protokolls.

Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Ähnliche Artikel
Stahlnetz Hochsichere VPNs mit Strongswan, Zertifikaten und Smartcards
Magisches Leuchten Der mit Open-Source-Methoden entwickelte Crypto-USB-Stick
Engagierte Spielmacher Einsatzszenarien und Trends in der Virtualisierung
Keine Magie Open VPN mit Aladdins E-Tokens in großen Umgebungen
Große Kiste, kleine Kosten Der Mainframe-Emulator Hercules
Einmalige Gelegenheit Sichere Authentifizierung mit Einmalpasswörtern
Whitepaper
The Role of Open Source in Data Integration

Obwohl in den letzten Jahren viele technische Fortschritte erzielt werden konnten, verfügen die meisten Datenintegrationsprozesse nach wie vor nur über eine sehr begrenzte Automatisierung. Das vorliegende White Paper von dem Industry Analyst Mark Madson wird zunächst ein grundlegendes Verständnis von Daten Integration vermitteln, die Vorzüge von Open Source Lösungen für Daten Integration erläutern und Ihnen professionelle Empfehlungen geben, damit Sie Ihre Integrationsjobs noch einfacher und produktiver gestalten können.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele (Folge 2)

Der zweite Teil des Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele White Papers beleuchtet anhand weiterer ausgewählter Case Studies die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Kommentare (1)
von
Alban,
16.03.2009 20:55
MP-Rechnung für Linux
Bezüglich Rechnungsschreiben gibt es jetzt eine vielversprechende Alternative zu GNU Cash. Das Programm läuft unter Java und heißt MP-Rechnung:

http://code.google.com/p/mp-rechnungs-und-kundenverwaltung/