Aktueller Überblick über freie Software und ihre
Macher
Projekteküche
von Martin Loschwitz, Peter Kreußel
Erschienen im Linux-Magazin
2007/09
Ohne UMTS ins Internet: Wwwoffle sorgt für Speed. Rubrica: Das schlanke Programm verwaltet Kontaktdaten dennoch komfortabel. Dazu gibt's das beste SVN-Frontend und einen Konverter, der mit dem Zugriff auf MS-Access-Datenbanken die Systemwelten zumindest punktuell versöhnt.
Das Internet ist dank Handys und GPRS oder UMTS zum ständigen Begleiter moderner Nomaden geworden. Solange ein Netz mit UMTS zur Verfügung steht, ist das Surfen per Laptop oder mit dem PDA kein Problem. Wenn aber nur GPRS verfügbar ist, gerät das Surfen auf grafiklastigen Websites zur Qual.
Sparen, sparen
Das kleine Programm Wwwoffle stammt noch aus der Zeit vor der Flatrate. Ursprünglich sollte es Modemnutzern dabei helfen, die Onlinekosten zu senken. World Wide Web Offline Explorer ist ein für das Offline-Browsen optimierter Proxyserver: Mit einer URL-Liste gefüttert lädt das Programm die Seiten samt Grafiken herunter und speichert sie in seinem Cache. So surft der Benutzer auch, wenn er gerade nicht mit dem Netz verbunden ist.
Wer die Seiten herunterlädt, während das Notebook am Firmennetz hängt, surft nachher so zügig, als hinge er an einer Breibandverbindung. Auch wer über GPRS herunterlädt, während er andere Arbeiten erledigt oder sich entspannt, muss sich nicht über die langsame Netzverbindung ärgern.
Wwwoffle, das kürzlich Version 2.9 erreicht hat, ist mit viel Liebe zum Detail konzipiert: Auf Wunsch erweitert es jede Seite um eine Fußzeile, die den Zeitpunkt des Herunterladens zeigt. Um Bandbreite zu sparen, filtert die Anwendung Flash-Animationen, Java-Applets und animierte Gifs, wenn der Benutzer dies möchte. Eine so genannte »DontGet«-Liste legt jene Seiten fest, die Wwwoffle überspringen soll. Diese Liste kann der Anwender auch nutzen, um das aufwändige Herunterladen von Grafiken zu verhindern.
Kontakte verwalten mit Rubrica
Wer allerdings die schwergewichtigen Gnome- und KDE-Standardandwendungen auf einem etwas in die Jahre gekommen Notebook startet, verspürt schnell den Wunsch nach einer weniger Ressourcen-hungrigen Alternative. Das gertenschlanke Programm Rubrica [2] basiert auf GTK und richtet sich damit besonders an Gnome-Benutzer oder Anwender einer anderen GTK-basierten Desktopumgebung.
Neben seinem geringen Speicherbedarf überzeugt es den Anwender auch mit nützlichen Details: So trägt Rubrica der Tatsache Rechnung, dass es Menschen mit mehr als einem Handy oder mehr als einem privaten Festnetzanschluss gibt. Ein Kontakt in Rubrica nimmt beliebig viele Nummern aus den Kategorien »Home«, »Work«, »Fax«, »Cellular« oder »Other« auf (Abbildung 2). Das gilt auch für Post- und E-Mail-Adressen sowie URLs.
Übersichtlich zu Karteireitern gruppiert stehen in Rubrica pro Kontakt mindestens ebenso viele Felder zur Verfügung wie in Kaddressbook oder Evolution. Außerdem exportiert die Software Kalenderdaten als HTML, sodass sie sich auch auf dem PDA zumindest betrachten lassen. Umgekehrt übernimmt es Daten im CSV-, Gnome-Card-, Kaddressbook- sowie im Evolution-Dateiformat.
Das Programm besticht insgesamt mit einer übersichtlichen Oberfläche (Abbildung 1): Es gibt kein Symbol zu viel, die Icons tun außerdem genau das, was der Benutzer von ihnen erwartet. Das Hauptfenster zeigt links eine Liste der Kontaktgruppen, denen der Anwender zur besseren Übersicht verschiedene Symbole zuweisen kann.
Neben den Kontaktgruppen verwaltet Rubrica mehrere Adressbücher. Innerhalb dieser Adressbücher stehen alle in Rubrica definierten Gruppen zur Verfügung, sodass der Benutzer sie nicht jedes Mal neu anlegen muss. Seine Daten speichert Rubrica übrigens in einem nachvollziehbaren XML-Format ab, dessen Spezifikation offen liegt.

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Abbildung 1: Grafisch gestaltet: Vor allem die aussagekräftigen Icons sorgen in Rubrica für eine intuitive Bedienung.
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Abbildung 2: Realitätsnah: Rubrica speichert für jeden Kontakt beliebig viele Telefonnummern sowie Post- und E-Mail-Adressen.
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| Whitepaper |
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