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© Franz Pfluegl, Fotolia

PHP-Dateirepository Epiware im Test

Dokumente im Griff

von Peter Kreußel
Erschienen im Linux-Magazin 2007/09

Samba Shares verteilen Dokumente in heterogenen Systemumgebungen. Doch Dokumentenarchive wie das in PHP geschriebene Epiware bieten mehr als bloßen Dateizugriff: Sie speichern Beschreibungen, suchen nach Schlagwörtern und koordinieren die Teamarbeit mit Foren und Taskplanern.

Eine Versionsverwaltung für Entwickler koordiniert die gemeinsame Arbeit an Programmcode. Kommentierte Versionen erlauben es, den Verlauf der Änderungen zurückzuverfolgen. Bei der eigentlich artverwandten Teamarbeit mit Office- oder PDF-Dokumenten ergeben sich jedoch andere Anforderungen: Bei umfangreichen Datenbeständen kommt es darauf an, die gewünscht Datei schnell zu finden. Hier hilft eine Datenbank mit Beschreibungen und Schlagwörtern in Verbindung mit einer Suchfunktion. Diese bildet den Kern des getesteten Dokumentenrepository Epiware [1].

Dessen Webfrontend stellt die archivierten Dokumente für alle Betriebssysteme zur Verfügung, auf denen Firefox oder der Internet Explorer laufen. Nur die Serverkomponente ist in der Open-Source-Version an Linux gebunden. Außer dem Dokumentenrepository bietet Epiware Funktionen zur Koordinierung der Teamarbeit: Für die Dokumentation sorgt ein Wiki, E-Mail-Benachrichtigungen und eine Versionsverwaltung halten die Benutzer über Veränderungen am Bestand auf dem Laufenden. Bei der Abstimmung helfen der Terminplaner und die Foren (Abbildung 1).


Abbildung 1: Die Webanwendung Epiware stellt im Browserfenster ein Dokumentenarchiv und Groupware-Funktionen zur Verfügung.

Nach dem Entpacken des Quellarchivs legt der Administrator drei Unterverzeichnisse an, in denen Epiware die Dokumente außerhalb des Web-Root speichert und einige Binärdateien an einen für PHP sichtbaren Ort kopiert. Ein Installationsskript übernimmt diese Aufgabe, installiert die Verzeichnisse außerhalb des Web-Root jedoch ohne Nachfrage nach »/storage«. Die vorausgesetzte MySQL-Datenbank initialisiert eine mitgelieferte SQL-Datei.

Fehlender Durchblick

Negativ fällt der Indexer auf, der Datei-Inhalte durchsuchbar macht: Epiware durchforstet lediglich Textdateien, PDFs und Word-Dokumente nach Schlagwörtern, aber keine ODT-Dateien. Die Suche setzt auf die als Binärdatei mitgelieferte Suchmaschine Glimpse [2]. Problematisch daran ist, dass diese Software seit einiger Zeit eine kostenpflichtige Lizenz voraussetzt. Auf Anfrage des Linux-Magazins teilte die Firma Webglimpse jedoch mit, dass keine Einwände gegen Einsatz und Nutzung in einem Open-Source-Projekt bestehen.

Die Bedienung von Epiware ist ausreichend dokumentiert [3]. Eine über die Kommentare im Quellcode hinausgehende Dokumentation für Entwickler gibt es jedoch ebenso wenig wie eine Entwicklergemeinde. Wer die Software daher anpassen oder in bestehende Umgebungen einpassen möchte, ist weitgehend auf sich gestellt.

Dokumentenrepository

Das Repository folgt dem Prinzip eines Dateibrowsers (Abbildung 2) mit einer aus- und einklappbaren Ajax-Ordnerstruktur. Die rechte Seite des Fensters zeigt die im aktiven Ordner enthaltenen Dateien. Sie lassen sich wie bei einer Desktop-Anwendung per Drag&Drop zwischen den Ordnern verschieben. Leider gilt dies nicht für die Ordner selbst. Der Anwender muss sie zum Verschieben ausschneiden und an der neuen Position einfügen. Ein Papierkorb verhindert versehentliches Löschen.


Abbildung 2: Das Dokumentenarchiv Epiware überträgt das allgemeine Look&Feel eines Dateisystems in den Webbrowser und erzeugt eine durchsuchbare Verschlagwortung. Der Inhalt von Word- und PDF-Dokumenten steht auch als Text zur Verfügung.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch das Look&Feel beim Verschieben von Dateien mit der Maus: Anfangs nimmt der Mauszeiger die Form eines Gesperrt-Symbols an, das dem Benutzer suggeriert, die Mausaktion sei nicht erlaubt. Befindet sich der Mauszeiger dann über einem gültigen Drag&Drop-Ziel, verwandelt er sich in ein nicht sehr aussagekräftiges kleines Rechteck.

Eine ausgeprägte Schwachstelle von Epiwäre ist, dass die Software nur den Inhalte von Word- und PDF-Dokumenten parst. Das bedeutet auch, dass der Benutzer zum Betrachten des Inhalts die passende Anwendung benötigt. Das gilt allerdings nicht für Bilddateien, bei denen erstellt Epiware eine Bildgalerie im Browserfenster.

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