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C- und C++-Entwicklung mit Eclipse
Verwandlungskünstler
von Peter Kreußel
Erschienen im Linux-Magazin
2007/04
Anpassungsfähigkeit ist die herausragende Eigenschaft der IDE Eclipse. Das CDT-Plugin macht sich dies zu Nutze und adaptiert die Workbench für die Sprachen C und C++. Heraus kommt eine ergonomische Entwicklungsumgebung mit nützlichen Zusatzfunktionen.
Eclipse sei eine IDE für alles und auf nichts spezialisiert - so beschreiben die Eclipse-Entwickler die Zielsetzung ihres Projekts. Aber erst Plugins wie die C/C++ Development Tools (CDT, [1]) erwecken die Software richtig zum Leben: CDT adaptiert das Eclipse-Framework für die verbreiteten Sprachen. Das Plugin nutzt die Funktionalität der Workbench, etwa die flexible Unterfensterverwaltung oder das Autocompletion-Popup im Editor, passt sie an die Programmiersprachen C und C++ an, etwa das Syntax-Highlighting des Editors, und fügt noch den Prozessorregister-Monitor, den Disassembler oder die Überwachung für festgelegte Speicherbereiche hinzu.
Schreibhilfe
Ein an die Sprache angepasster Editor erleichtert das Schreiben von Programmcode: Syntax-Highlighting weist bereits auf Tippfehler hin, wenn der Cursor noch an der richtigen Stelle steht. Autocompletion ist bei C++-Programmen mit vielen Klassen besonders angenehm. Das Highlighting des CDT-Editors versteht außer C- und C++-Syntax auch die Anweisungen in Makefiles.
Im Dateibrowser hebt Eclipse Syntaxfehler ebenfalls hervor: Fehlerhafte Dateien sowie Ordner und Projekte, die solche Dateien enthalten, markiert die Anwendung mit einem roten Kreuz. Obwohl die Icons klein gehalten sind und in der Workbench für den Editor genügend Platz lassen, zeigen sie den Objekttyp, den Status der Syntaxprüfung und beim Einsatz einer Versionsverwaltung auch den Synchronisationsstatus an.
Auch die Autocompletion-Funktion erbt das ergonomische Look&Feel von Eclipse: Das CDT-Plugin kennzeichnet die Vervollständigunsvorschläge durch Icons gut erkennbar als Klassen, Methoden, Variablen oder Schlüsselwörter der Programmiersprache (Abbildung 1). Voraussetzung dafür, dass der Code-Assistent Klassen und Methoden erkennt, ist jedoch, dass Eclipse das entsprechende Include-Verzeichnis kennt. Oft, aber nicht immer reichen die automatisch erkannten Include-Pfade hierfür aus. Wählt der Anwender in der Popup-Liste eine Funktion oder Klasse, zeigt der Editor deren Signatur an.

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Abbildung 1: Hilfestellung beim Tippen: Eine übersichtlich gestaltete Autocompletion-Liste beschleunigt das Schreiben von C-, C++-Programmcode und von Makefiles.
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Auf der Suche
Die Suchfunktion arbeitet dank einer Indizierung im Hintergrund zügig. Der Indiziervorgang selbst ist mit der seit Version 3.1.1 vom Herbst 2006 enthaltenen, verbesserten Variante des Indexers schneller geworden: Den gesamten Firefox-Quellcode, der aus über 10000 Dateien mit C- oder C++-Quellcode besteht, liest er auf einem aktuellen Rechner in weniger als drei Minuten ein. Die Suchfunktion differenziert nach Syntaxelementen wie Klassen, Methoden, Funktionen, Variablen und Feldern. Nützlich sind die Working Sets, die eine Suche auf Untermengen der Projektdateien beschränken.
Die normale Suchen-und-Ersetzen-Funktion aus dem Eclipse-Basiscode ist im CDT-Editor zwar verfügbar, wird aber kaum gebraucht, denn ein Refaktoring-Werkzeug, das beim Umbenennen den syntaktischen Status des zu ersetzenden Begriffs berücksichtigt, also zum Beispiel zwischen gleichnamigen Variablen und Funktionen unterscheidet, erledigt dessen Aufgabe.
Mit Hilfe des schnellen Indexers arbeitet das Refaktoring-Werkzeug auch bei großen Projekten, also zum Beispiel bei dem Firefox-Quellcode, effektiv: Das Umbenennen einer Klasse, die in etwa 10000 Dateien ungefähr 350-mal angesprochen war, ging auf dem Testrechner, einem AMD Athlon 64 3700+ mit 2 GByte RAM, schon in deutlich weniger als fünf Minuten über die Bühne.
| Whitepaper |
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