Am Leitfaden durch SSH und Qt 4
Tux liest
von Udo Seidel, Kristian Kißling
Erschienen im Linux-Magazin
2007/03
Die Secure Shell gehört zum Alltag vieler Administratoren, gilt aber als kompliziert. Ein Leitfaden hilft dabei, solche Komplikationen zu meistern und zu vermeiden. Ein ähnlich konfliktfreies Leben verspricht ein neues Buch zur Entwicklungstätigkeit mit Qt 4.
Um es vorwegzunehmen, die Ausgabe von 40 Euro für das SSH-Buch lohnt sich. Zunächst sensibilisieren die Autoren mit einfachen Beispielen für das Thema Schutz der Daten. Basierend auf kryptographischen Grundaufgaben wie Authentifizierung, Integrität, Vertraulichkeit und Nichtabstreitbarkeit vermittelt das Autorenduo die Grundlagen für die SSH. In der guten Einführung fehlt lediglich das Kerckhoffs-Prinzip.
Auf die Plätze, fertig - SSH!
Den SSH-Protokollversionen 1.x und 2.x ist je ein eigenes Kapitel gewidmet: Architektur, Unterprotokolle, Verbindungsauf- und -abbau, Authentifizierungsmechanismen, Integritätsschutz und generelle Sicherheitsüberlegungen werden darin umfassend beschrieben. Eine Gegenüberstellung rundet die Vorstellung von SSHv1 und SSHv2 ab.
Der zweite Teil des Buches befasst sich in gewohnt ausführlicher Weise mit dem praktischen Einsatz wie der Installation von OpenSSH und der Server- und Client-Konfiguration. Ein akribischer Experten-Teil greift zusätzlich jede mögliche Einstellung der Konfigurationsdateien auf. Ein eigener Leitfaden beschreibt den Aufbau einer kompletten OpenSSH-Infrastruktur.
Es folgen nützliche Tipps für den Einsatz von SSH in Unternehmensnetzwerken mit den Schwerpunkten SSH und HTTP, SSH und CVS sowie SSH und NX. Danach widmen sich die Autoren dem Thema Migration bestehender Systeme, wozu die Ablösung der Berkeley R-Tools, aber auch der Umzug von SSHv1 auf SSHv2 zählen.
Das Werk behandelt die SSH sehr umfassend, nervt teilweise aber mit Wiederholungen: Die Aufgaben des SSH-Transportprotokolls sind innerhalb von fünf Seiten ebenso oft genannt. Andererseits darf der Leser das Buch an einer nahezu beliebigen Stelle aufschlagen, ohne etwas Wesentliches zu verpassen. Vorteil: Dank detailreicher Erläuterungen ist Sekundärliteratur nicht erforderlich.
|
Timo Dotzauer, Tobias Lütticke:
Das SSH-Buch - Leitfaden für den sicheren Einsatz von OpenSSH
Millin Verlag, 2006
620 Seiten, 40 Euro
ISBN 3-938626-03-8
|
Einstand bei Qt 4
Ende 2006 erschien bei Open Source Press eines der ersten deutschsprachigen Bücher zum Thema Qt 4. Autor Daniel Molkentin zeigt, wie die neue Qt-Version aus dem Hause Trolltech tickt. Und das sollte er wissen, er entwickelt an KDE mit, das in Version 4 auf Qt 4 setzt.
Qt 4 besteht aus diversen Bibliotheken und Tools für die GUI-Entwicklung mit C++. Wie damit grafische Oberflächen für Linux, Windows und Mac OS X entstehen, zeigt das Buch dem Qt-Einsteiger - der aber kein Programmieranfänger sein sollte. Anfangs erfährt der Leser Grundlagen, etwa wie sich Programme mit Qmake kompilieren lassen. Der Lesbarkeit geschuldet verzichtet das Buch auf ellenlange Listings zu den Codebeispielen. Wer einen Codeschnipsel gerne digital hätte, lädt ein Archiv mit allen genannten Beispielen von [http://www.qt4-buch.de] herunter.
Qt 4 bringt eine neu strukturierte Klassenhierarchie mit, die zu erläutern ebenfalls zu den Pflichtaufgaben des Buches zählt. Es folgen diverse Ausflüge in den Entwickleralltag mit Zielen wie: Größe der Fenster festlegen und Widgets manuell erstellen. Dem heiklen Thema Benutzerführung dient das Kapitel "Dialoge", das die Typen der Q-Dialog-Klasse vorstellt und Wege aufzeigt, wie der Benutzer durch Dialoge zu lotsen ist, ohne sich in typische Fehler zu verstricken. Die Fähigkeiten der neuen Grafik-Engine Arthur lotet der Autor ebenfalls aus. Arthur schafft Potenzial für ansprechendere Designs, was dem Autor einen ausführlichen Ausflug wert ist.
Das Buch wendet sich an Qt-Anfänger, setzt aber Grundkenntnisse über objektorientierte Programmierung voraus. Ist das der Fall, empfiehlt es sich als gelungener Einstieg in die Materie. (uba)
|
Daniel Molkentin:
Qt 4 - Einführung in die Applikationsentwicklung
Open Source Press, München, 2006
444 Seiten, 45 Euro
ISBN 3-937514-12-0
|
|
Dr. Udo Seidel ist eigentlich Mathe-und-Physik-Lehrer und seit zehn Jahren Linux-Fan. Nach seiner Promotion arbeitete er als Linux-/Unix-Trainer, Systemadministrator und Senior Solution Engineer. Seit 2006 ist er als Intersystem Communication Specialist bei Amadeus Data Processing in Erding tätig.
|
Copyright © 2002 Linux New Media AG
|
Ähnliche Artikel
|
|
Blick in die Röhre
|
Die Shell Control Box schaltet sich in SSH-Verbindungen ein und zeichnet den Datenstrom auf
|
|
System-Parzellen
|
Virtuelle Server erschließen zahlreiche Vorteile bei der
Systemkonsolidierung
|
|
Tux liest
|
Am Leitfaden durch SSH und Qt 4
|
|
Schlüsselfertig
|
LPIC-Vorbereitung - Teil 12: Die SSH konfigurieren und bedienen
|
|
Familienzuwachs
|
Bootfähig und installierbar auf CD: Ubuntu 6.06.1 LTS
Server Edition
|
|
Kein Ausweg
|
Von innen durch die Firewall gegrabene Tunnel aufspüren aufspüren
|
| Whitepaper |
|
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele (Folge 2)
Der zweite Teil des Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele White Papers beleuchtet anhand weiterer ausgewählter Case Studies die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.
Download PDF (Registrierung erforderlich)
|
|
Anbindung OpenCms an Liferay Portal
Liferay Portal ist heute nicht nur die breiteste, sondern auch funktional umfassendste Entwicklung im Open Source Portalumfeld. Es eignet sich in Unternehmen als prozessorientiertes und integratives Enterprise Portal mit hervorragenden Collaboration-Funktionen. Teilweise stößt jedoch das in Liferay integrierte CMS an seine Grenzen, insbesondere bei der Publikation umfangreicher Informationsmengen. Aus diesem Grund hat comundus eine Anbindung des Web CMS OpenCms an Liferay realisiert. In dieser Kombination wird Liferay Portal zu einem vollwertigen Publishing-Portal mit sämtlichen Funktionalitäten, die heute von einem CMS erwartet werden.
|
Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links"
nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedrucken Fassung entsprechen.
|