Installation
Als Installationsmedien liefert Unigraphics vier CDs, die ausschließlich eine 64-Bit-Version enthalten. Eine Installation auf Open Suse oder anderen Linux-Distributionen scheitert zunächst daran, dass der Installer eine Korn-Shell erwartet: Diese unter Linux längst in Vergessenheit geratene Shell-Variante war lange Zeit die einzige, die auf allen kommerziellen Unix-Systemen vorausgesetzt werden konnte. Außerdem erwartet der Installer noch das alte Unix-Uncompress. Der erste Schritt bei der Installation ist deshalb die Installation der Pdksh aus den Quellen [12]. Um das fehlende Uncompress zu ersetzen, genügt ein Link auf Gunzip.
Im Test brach das etwa 4000 Zeichen lange Installer-Skript schließlich noch wegen eines Rechte-Problems ab. Erst das Kopieren des Skripts auf die Festplatte, das Setzen der Dateirechte des Skripts auf 755 und schließlich der Aufruf von » ./ug_install -oldscriptdir /media/NX4_LINUX64_CD1/ugnx040part1« führten zum Erfolg. Zur Lizenzverwaltung dient der verbreitete Flex-LM-Server, für eine normale Installation müssen sowohl der Lizenz-Server als auch der -Client installiert werden.
Die Übersetzer für Step-, Iges- und Autocad-Dateien sowie die Dokumentation erfordern eine separate Installation. Vor dem Start des CAD-Systems muss der Lizenz-Server von Flex-LM laufen, sonst verweigert UGS den Dienst.
Den Start der verschiedenen Programme koordiniert eine eigene Anwendung, die selber mit »/usr/ugs040/bin/ugmenu« startet. Damit alle Komponenten fehlerfrei laufen, sind noch einige Umgebungsvariablen zu setzen und der Bibliothekspfad zu erweitern. Im Vergleich zu Paket-basierten Anwendungen ist der Weg bis zum laufenden Programm steinig.
Komplettpaket
Alle wichtigen Funktionen von UGS NX zu beschreiben ist Sache der umfangreichen Handbücher. Schon bei den Grundfunktionen (vergleiche Kasten "3D-Konstruktion") zeigt sich die Leistungsfähigkeit des Programms. Die initiale Skizze entsteht in einem eigenen Sketch-Modus: Nach Auswahl der gewünschten Ebene im 3D-Modus zeichnet der Anwender zunächst die Grundform in zwei Dimensionen. Die Skizze muss nicht von Anfang an den endgültigen Abmessungen entsprechen, über Constraints oder die Eingabe der Abmessungen lässt sie sich nachträglich anpassen.
Auch in UGS NX entstehen viele räumliche Modelle durch Extrusion oder Rotation einer Skizze. Die Software unterstützt jedoch nicht nur die normalen Volumenkörperoperationen, sondern sie modelliert auch komplexe Flächen, wie zum Beispiel in Abbildung 8 zu sehen ist. Eine Baumdarstellung zeigt eine Übersicht über alle Schritte, die zur endgültigen Form führen. Einige deutsche Werften modellieren mit UGS NX die Außenhaut von Schiffen mit all den schwierigen Details wie der Bugwulst oder dem Ruderblatt.
Für die Erstellung von Baugruppen gibt es einen eigenen Modus. Anders als bei einfachen Systemen wie Varicad lagert das Programm die Definitionen von Bauteilen und Bauteilgruppen in externe Dateien aus, sodass sich Baugruppen in Unterbaugruppen unterteilen und wieder verwenden lassen.
Während der Leistungsumfang einfacher CAD-Systeme mit dem Erstellen von räumlichen Modellen endet, geht der Einsatzbereich von UGS NX wesentlich weiter: Das Gesamtpaket enthält viele Spezialwerkzeuge, zum Beispiel Funktionen für die Programmierung von Fertigungsmaschinen oder zur Konstruktion von Türausschnitten in Fahrzeugen. Das System simuliert außerdem physikalische Effekte wie Material-Deformation und -Spannung oder -Wärmeleitung. Eigene Funktionen lassen sich bei Bedarf mit dem NX-Open-API in Java oder C++ implementieren.
In der Praxis ist es unverzichtbar, Designdaten mit anderen CAD-Systemen zu tauschen. In den seltensten Fällen benutzen ein Hersteller und alle Zulieferer das gleiche CAD-System. UGS NX unterstützt daher die beiden Step-Formate AP203 und AP214 sowie Iges und DXF. Der Step-Prozessor der Highend-Lösung wertet wesentlich mehr Details aus als bei Varicad. Im Test übernahm er sogar die Farben korrekt.
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cad-nutzer,
08.04.2009 12:52
Um eine freie CAD Designcommunity zu starten, fehlt leider immer noch das richtige Programm. Aber vielleicht ist es dennoch angebracht, an eine Neuauflage des Artikels zu denken? Immerhin sind CAD Programme auch auf die High-Priority List des GNU Projektes gerückt.
Thorsten Stüker,
26.02.2009 10:11
Und das macht ein vollkommen neues Preisgefüge.
Ein Assembly (also Zusammenbau) mit 500 MB liess sich noch problemlos bewältigen.
Im Übrigen: auch andere CAD-Systeme speichern in einer Datei oder arbeiten mit Assembly Links zu externen Dateien, wie auch Varicad.