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Bacula

Bacula [4] ist wie Backuppc eine Netzwerk-basierte Backup-Lösung. Zeichnet sich Backuppc durch einfache Konfiguration und ein übersichtliches Webinterface aus, so spricht für Bacula der größere Leistungsumfang: Die Software erzeugt wie Make CD-ROM Recovery Rettungs-CDs zum Wiederherstellen eines kompletten Systems auf leere Festplatten [5]. Bacula eignet sich also nicht nur für die Sicherung von Daten und Dokumenten, sondern auch von ganzen Systemen.

Bacula ist auch flexibler beim Verwalten des Backup-Speicherplatzes: Es schreibt ein Backup-Set in einen Backup-Pool, der sich aus mehreren physikalischen Speichermedien (Volumes) zusammensetzen kann. Backup-Jobs können unterschiedlichen Medien zugeordnet werden. Ein mögliches Szenario wäre, stündliche Backups auf den Platten des Servers abzulegen, nächtliche jedoch auf Band. Für den Einsatz mit täglich rotierenden Bändern lässt sich auch jedem Wochentag ein eigener Pool zuweisen.

Bacula unterstützt viele Bandlaufwerk-Typen [6] und einige Libraries. Soll es das Backup in einem weiteren Volume fortsetzen, wenn das bisher benutzte voll ist, führt es für jedes separat konfigurierbare Auto-Change-Befehle aus. Alternativ löscht die Anwendung ältere Backups nach definierbaren Regeln. Zusätzliche Funktionen lassen sich über eine Python-Schnittstelle realisieren.

Acronis True Image 9.1 für Linux

Die kommerzielle Backup-Lösung Acronis True Image 9.1 [7] bietet für etwa 700 Euro eine Systemwiederherstellung, die über eine Rettungs-CD oder PXE-Serversysteme auf identischer Hardware den ursprünglichen Zustand vollständig wiederherstellt. Außerdem sichert das System zusätzlich bestimmte Dateien und Verzeichnisse.

Ein Vorteil gegenüber den frei verfügbaren Lösungen ist die regelbare Prozesspriorität: Es lassen sich Obergrenzen für Prozessor- und Netzwerkbelastung festlegen. Die Software kann die Integrität der erzeugten Images prüfen. Außer auf SAN-, NAS-, Raid- und Bandlaufwerken oder Wechseldatenträgern kann der Server die Backups auch auf der Festplatte des Client-Rechners selbst ablegen, sodass – genügend Plattenplatz vorausgesetzt – eine Systemwiederherstellung ohne Netzwerk und externe Datenträger möglich ist.

Der Server selbst läuft nach Angaben des Herstellers auf vielen aktuellen und älteren Linux-Systemen wie zum Beispiel Suse 9.0 bis 10.1 sowie SLES oder Red Hat 9.0 bis Red Hat Enterprise 3.0. Die Management-Oberfläche setzt allerdings einen Windows-Rechner voraus.

Netzwerk-Architektur

Herz der Software ist der Bacula-Director, der die Backup-Jobs anstößt. Zuständig für das Speichern ist der Storage-Director. Da alle Komponenten als Netzwerkdienste ausgelegt sind, müssen sich diese Komponenten nicht auf dem selben Rechner befinden. Das gilt auch für den Datenbankserver, der für die Buchhaltung zuständig ist. Bacula kann SQlite-, MySQL- oder PostgreSQL-Datenbanken nutzen. Alle Komponenten kommunizieren über TSL-verschlüsselte Verbindungen. Auch die gesicherten Daten lassen sich durch Verschlüsselung vor neugierigen Blicken verbergen.

Anders als bei Backuppc erfolgt die Bedienung von Bacula auf der Konsole. Zwar enthält das Paket auch eine GTK- und eine Wx-Widgets-Management-Oberfläche. Die sind zurzeit aber nur wenig mehr als Textkonsolen mit einigen Shortcut-Buttons und Eingabemasken für Parameter (Abbildung 3).


Abbildung 3: Trotz rudimentärer grafischer Management-Oberfläche bleibt Bacula im Wesentlichen eine Konsolen-basierte Anwendung.

Auch Bacula arbeitet mit Clients unter unterschiedlichen Betriebssystemen zusammen. Während Backuppc sich auf Standardtools wie Rsync oder Tar verlässt, um die Daten auf dem Client einzulesen, nutzt Bacula hierfür einen eigenen File-Deamon, der für Linux, Windows und Mac OS X verfügbar ist und stets auf dem Client läuft. Ein Betrieb ohne Client über Netzwerk-Dateisysteme ist zwar möglich, wird aber von den Entwicklern nicht empfohlen. Mit dem File-Deamon sichert Bacula über den Volume-Shadow-Copy-Dienst von Windows XP und Windows Server 2003 auch offene Dateien.

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