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Backuppc

Ein stündliches Backup einer 100 GByte großen Datenpartition setzt voraus, dass das Backup-Werkzeug zwischen Dateien, die sich verändert haben, und solchen, die gleich geblieben sind, unterscheidet. Ein nacktes Rsync, das Standardwerkzeug für diese Aufgabe, ist aber nicht dazu geeignet, schnell den Zustand an einem bestimmten Zeitpunkt wiederherzustellen. Hierzu ist eine Software nötig, die neben Scheduling und dem Herausfiltern der unveränderten Dateien auch noch existierende Snapshots übersichtlich verwaltet.

Backuppc [3] koordiniert das Sichern vieler Clients von einem zentralen Server aus. Es durchsucht die zu sichernden Daten mit einem heuristischen Algorithmus, der neben der Größe zunächst Hashes über Teile einer Datei auswertet, um die Zahl der Komplettvergleiche zu reduzieren. Der Zugriff auf die Daten des Clients kann über Samba erfolgen, sodass Backuppc auch Daten von Windows-Maschinen sichert. Besser für Linux- oder Mac-Clients eignet sich die Datenübertragung per Rsync oder Tar: Backuppc startet Tar auf dem Client und erspart so die Übertragung vieler kleiner Dateien übers Netzwerk.

Beim Sichern von Mac-Clients erweist es sich als Vorteil, dass Backuppc für jeden Client getrennt flexibel konfigurierbar ist: So ist es möglich, im Zusammenspielt mit Mac-Systemen Xtar zum Einlesen der Dateien auf dem Client zu benutzen. Die Ressource-Forks auf Mac OS X fallen auf diese Weise nicht unter den Tisch. Die Netzwerkübertragung lässt sich per SSH verschlüsseln.

Die Konfiguration von Backuppc ist einfach: Neben der Server-weiten Konfigurationsdatei definiert »/etc/backuppc/hosts« die Clients, auf denen zu sichernde Daten liegen, »/etc/backuppc/Hostname.pl« regelt die für einen bestimmten Client gültigen Einstellungen, also vor allem, welche Dateien und Verzeichnisse das Backup enthalten soll.

Fernsteuerung

Während Backuppc für die Konfiguration in bewährter Unix-Manier Textdateien einsetzt, bietet die Software für das Wiederherstellen von Dateien und zur Überwachung eine Weboberfläche an. Über das Webinterface, das sich als CGI-Anwendung oder über Mod_perl in den Apache-Webserver integrieren lässt, kann der Administrator zudem die geplanten Backups für einen bestimmten Zeitraum aussetzen oder außerplanmäßig starten. Ein außerplanmäßiger Start ist beispielsweise eine Voraussetzung für das Sichern von Laptops, die nur für kurze Zeit am Netz hängen. Die Funktionen der Weboberfläche sind auch über Kommandozeilentools erreichbar.


Abbildung 1: Backuppc sorgt bei vielen Clients mit einer Weboberfläche für Übersicht und erlaubt es, außerplanmäßige Backups aus der Ferne zu initiieren.

Nach Auswahl eines betreuten Clients zeigt die Weboberfläche eine Liste aller vorhanden Sicherungen (Abbildung 1). Ein Klick auf die Nummer öffnet einen übersichtlichen Web-basierten Dateibrowser, in dem sich Dateien für das Zurückschreiben wählen lassen. Statt Dateien direkt an den Ursprungsort zurückzuschreiben, kann Backuppc auch Tar- und Zip-Archive erzeugen.

Wichtig für die Sicherheit ist ein umfassendes Logging. Backuppc zeichnet unter »Xfer Error Summary« Fehler wie Zugriffsverweigerungen oder Übertragungsfehler auf (Abbildung 2) und versendet auf Wunsch bei Problemen Mails. Neben Fehlermeldungen zeigt das Webinterface auch statistische Information wie Größe und Zahl der enthaltenen und neu hinzugekommenen Dateien, Dauer der Übertragung über das Netzwerk sowie die erzielten Kompressionsraten. Backuppc komprimiert Sicherungsdaten auf Wunsch auch noch nachträglich. Außerdem lassen sich bestehende Backups archivieren, also auf Wechseldatenträger oder Bandlaufwerke auslagern.


Abbildung 2: Ein Dateibrowser in der Weboberfläche erleichtert es, bestimmte Snapshots einzelner Dateien aus der Ferne wiederherzustellen.

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