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Linux-Backup-Lösungen im Test

Sicherheitspack

von Peter Kreussel
Erschienen im Linux-Magazin 2007/02

Selbst gebastelte Skriptlösungen in Ehren, das Sichern der Daten von vielen Clients oder die Wiederherstellung von missionskritischen Systemen setzt leistungsfähige Software voraus. Diese Bitparade stellt drei freie und eine kommerzielle Lösung vor.

Oft entstehen auf der Basis von Rsync, Cron, einer Skriptsprache und etwas Phantasie gute Backup-Lösungen. In größeren Umgebungen erfüllen jedoch nur umfangreiche Softwarepakete die Anforderungen der Praxis: Beim Wiederherstellen eines kompletten Systems nach einem Ausfall ist jede Minute kostbar. Wenn die Zahl der zu betreuenden Maschinen wächst, ist die Hilfe von Backup-Lösungen gefragt, die die Verwaltung der Snapshots über ein übersichtliches Frontend erleichtern.

Make CD-ROM Recovery

Ein Snapshot mit »dd« genügt im Prinzip, um ein einzelnes Linux-System zu sichern. Um sicher zu gehen, sollte beim Snapshot einer Partition diese aber entweder nicht oder read-only gemountet sein. Beim Sichern der kompletten Platte sollte die Maschine entweder nicht laufen, was super unpraktisch ist, oder von einem externen Medium booten. Wer das nicht beachtet, fängt sich unter Umständen ein korruptes Dateisystem ein. Das Recovery mit einer solchen Lösung ist für einen ausgebildeten Admin nicht besonders kompliziert, dauert aber für ein einzelnes File genauso lange wie für den ganzen Datensatz.

Übersichtlicher und zudem auch für interessierte Laien machbar wäre es, eine Rettungs-CD einzulegen und den Rest einem automatischen Recovery-System zu überlassen.

Make CD-ROM Recovery [1], erstellt eine bootfähige CD, die bei der entsprechenden Einstellung das System vollautomatisch wiederherstellt. Sie bietet also selbst dann, wenn der Administrator im Urlaub ist, eine Notlösung.

Im ersten Schritt erzeugt die Software eine bootfähige Rettungs-CD, die den laufenden Kernel und die zur Systemwiederherstellung nötigen Binärdateien enthält. Bootet der Rechner von diesem Datenträger, ist sichergestellt, dass alle Hardwarekomponenten wie gewohnt funktionieren und alle Speichermedien inklusive der Bandlaufwerke erreichbar sind. Allein deshalb ist Make CD-ROM Recovery bereits ein nützliches Werkzeug für Administratoren.

Im zweiten Schritt erstellt Make CD-ROM Recovery ein Backup des Dateisystems. Da die Software hierzu nicht lowlevel auf die Partition zugreift, sondern die Daten über das Dateisystem bezieht, ist ein Backup von Binär- und Konfigurationsdateien im laufenden Betrieb möglich. Voraussetzung ist, dass niemand während des Backups genau in diese Files schreibt.

Für das Speichern der Backup-Daten gibt es mehrere Möglichkeiten: Das Programm brennt die Daten auf mehrere CDs oder DVDs. Als Puffer ist dabei freier Plattenplatz in der Größe eines Wechselmediums erforderlich. Automatisch erstellte MD5-Summen erlauben es, die Daten auf Konsistenz zu prüfen.

Ausgelagert

Ist die Datenmenge für DVDs zu groß, kann Make CD-ROM Recovery das Backup auf eine zweiten Platte im selben Rechner, ein Bandlaufwerk oder über NFS und Samba sichern. Das Rettungssystem auf einer bootfähigen CD enthält auch hier alle Softwarekomponenten, die für das Wiederherstellen der Daten nötig sind. Beim Rückschreiben darf sich der Typ des Dateisystems und die Größe der Partitionen ändern.

Die Software kümmert sich darum, den Bootloader auf eine frisch partitionierte Platte zu installieren. Außer beim Recovery nach Plattencrashes lässt sich das Programm daher auch beim Umzug von Systemen auf neue Hardware nutzen. [2] beschreibt im Einzelnen, wie sich Make CD-ROM Recovery in Zusammenarbeit mit einem PXE-Server auch als Deployment-Lösung eignet.

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