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Intelligenter Filtermechanismus mit Qmail, Spamassassin und
separaten IMAP-Ordnern
Müllsortierung
von Matthias Jansen
Erschienen im Linux-Magazin
2007/01
Normalerweise landen alle im Posteingang: gewünschte E-Mails, als Spam erkannter und der nicht erkannte Müll. Dieser Artikel entwickelt anhand von Qmail und Spamassassin eine Methode, die einerseits klassifizierten Spam in einen separaten Ordner schiebt und andererseits lernende Ordner einrichtet.
Praktisch alle Internet-Freemailer sind mit Antispam-Features ausgestattet. Die meisten Systeme verschieben erkannte Spam-Mails in einen separaten Ordner und erzeugen tägliche Spam-Reports und schicken sie dem Kunden als E-Mail zu. Der Report informiert über den aktuellen Stand und den Befüllungsgrad des Spamverdacht-Ordners. Anhand dieser Informationen entscheidet der Kunde, ob er eine Exkursion in diesen Ordner unternehmen muss, um vermeintlich als Spam erkannte Mails (so genannte False- Positives) zurück ins heimische Postfach zu holen.
Zudem erlauben die meisten Anbieter das benutzerspezifische Erlernen von neuen Spam-Mustern. Dazu markiert der Kunde entweder im Webinterface die Werbebotschaften als Spam. Oder er verschiebt die Spam-Mails in einen extra Ordner, wenn er einen IMAP-Mailclient benutzt. Derart gebrieft kann der Spamfilter bessere Arbeit leisten. Die Features des gemeinen Freemailers stünden auch selbst administrierten Mailservern gut zu Gesicht, darum lohnt es sich, über eine ähnliche Implementierung nachzudenken. Genau dies tut der Artikel.
Qmail als zügig zu konfigurierender MTA
Als Mail Transfer Agent kommt der einfach zu konfigurierende Dienst Qmail [1] zum Einsatz. Er bezieht seine Daten via Vpopmail [2] aus einer MySQL-Datenbank. So ist es leicht, mehrere virtuelle Domains und User anzulegen und zu modifizieren. Der Filter ist Spamassassin, angesprochen von Qmail Scanner. Die Installation gelingt anhand des Howto unter [3], hier im Beispiel unter Gentoo Linux. Um die Zuverlässigkeit von Spamassassin zu verbessern, ist dessen Bayes-Filter zu trainieren und zu aktivieren.
Qmail bietet eine einfache Schnittstelle, um Mails zu bearbeiten, noch bevor der MTA sie in eine Mailbox sortiert. Hierzu kann Qmail ein beliebiges Programm aufrufen, beispielsweise ein selbst gestricktes Perl-Skript. Aber um Mails - durch deren Header gesteuert - in unterschiedlichen Maildirs abzulegen (ein gängiges Ablageformat, in Konkurrenz zu Mbox), eignet sich besonders das kleine Programm Maildrop [4], das fast jede Distribution mitbringt.
Maildrop zum Sortieren
Der ursprüngliche Mail Delivery Agent des Courier-Mailservers konfiguriert sich zentral über die Datei »/etc/maildrop.conf«. Sie lässt sich per Kommandozeilen-Parameter durch eine andere ersetzen. Das ist nützlich, wenn unterschiedliche Einstellungen für mehrere Domains nötig sind. Damit Qmail Maildrop bei jeder E-Mail aufruft, muss es in der entsprechenden ».qmail-default«-Datei eingetragen sein: »| maildrop« beziehungsweise mit Parameter »| maildrop /Pfad_zur_Konfigdatei«.
Die ».qmail-default«-Datei für eine ganze Domain wäre in diesem Aufbau zum Beispiel »/var/vpopmail/domains/jansen-systems.de/.qmail-default«. Wer die User-spezifische Variante vorzieht, legt stattdessen »/var/vpopmail/domains/jansen-systems.de/Benutzer/.qmail-default« an. Maildrop arbeitet ähnlich wie Procmail und nimmt die Mail komplett über Stdin an. Allerdings behält es überlange Nachrichten nicht im Speicher, sondern lagert Teile auf die Festplatte aus, was auf stark frequentierten Servern den Arbeitsspeicher schont.
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