Open Source im professionellen Einsatz

Newsletter abonnieren
Seite durchsuchen

HEFTARCHIV | NEWS | E-BIBLIOTHEK | VIDEO | BLOGS | WHITEPAPER | EVENTS | ACADEMY | ABO | SHOP

user friendly

  Home  »  Heft & Abo  »  Heftarchiv  »  2007  »  01  »  Gut erhaltene Klassiker  

RSS-Feed der aktuellen News von Linux-Magazin Online Folgen Sie Linux-Magazin Online auf Twitter
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark

Vorbereitung auf die LPIC-1-Prüfung - Teil 6

Gut erhaltene Klassiker

von Peer Heinlein
Erschienen im Linux-Magazin 2007/01

In Sachen Hardware hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan: Festplatten haben nicht mehr 8, sondern über 400 GByte. Neben IDE und SCSI gibt es heute SATA-, SATA-II- oder Fibrechannel-Anschlüsse. Doch im Hardwareteil des LPI-1-Tests scheint die Zeit stillzustehen.

Im LPI-Themenbereich 1.101 geht es auch im Jahr 2006 noch um Lilo, Festplattenzylinder, USB-Kernelmodule und das manuelle Setup der seriellen Schnittstelle. Auf den ersten Blick wirkt das alles völlig veraltet und stellt scheinbar die Qualität der LPI-Prüfung in Frage. Doch auf den zweiten Blick haben auch solche antiquierten Fragen ihre Berechtigung: Zuallererst möchte der LPI-Test ja die Erfahrung des Kandidaten prüfen. Dazu genügt es nicht, nach den neuesten Entwicklungen der vergangenen 24 Monate zu fragen. Vielmehr stellt nur der seine langjährige Erfahrung unter Beweis, der auch weniger aktuelle Themen noch sicher beherrscht.

Lange Laufzeit

Außerdem sollte niemand vorschnell von schnelllebigen Desktop- auf langlebige Serversysteme schließen. Zu oft finden sich noch alte Installationen auf alten Rechnern, die seit Jahren im Produktiveinsatz sind. Nicht umsonst unterstützen die meisten Distributoren ihre Serverprodukte fünf bis sieben Jahre lang. Der Administrator kann im Alltag also schneller mit alter Hard- und Software konfrontiert werden, als ihm lieb ist. Der LPI-Profi muss dann die Lilo-Macken oder die 1024-Zylinder-Probleme lösen können - ganz egal, ob ein moderner Grub dies umgehen könnte.

Trotz der Rücksicht auf nicht mehr aktuelle Themen wird das LPI nicht prähistorisch: In den im Frühjahr 2006 eingeführten neuen Prüfungsinhalten fehlen die Fragen zu ISA-Steckkarten sowie zu den Programmen »isapnp« und »pnpdump«. Doch Kenntnisse über die Adressierung und Ansprache der üblichen Schnittstellen sind weiterhin gefragt, sind sie doch teilweise beim Laden der Kernelmodule anzugeben.

Zum Beispiel sorgten früher Einträge wie »options parport_pc io=0x378,0x278 ir=7,5« oder »options options ne io=0x300,0x320 irq=7,5« in »modules.conf« oder »modprobe.conf« dafür, dass der Kernel die Module für zwei Parallelports oder ISA-Netzwerkkarten korrekt einband. Alternativ lassen sich die Modulparameter auch auf der Kommandozeile direkt an Insmod übergeben.

Obwohl die Kernelentwicklung in den letzen Jahren große Fortschritte gemacht hat und die Module die zum Laden erforderlichen Parameter fast immer selbst erkennen, ist bis heute nicht auszuschließen, dass im Einzelfall Handarbeit gefragt bleibt.

Tabelle 1 zeigt die üblichen I/O-Adressen der Schnittstellen, die über den ISA-Bus eingebunden sind und auch heute noch für die serielle und die parallele Schnittstellen gelten. Darüber hinaus sollten die Kandidaten auch die Klassiker wie Netzwerk- oder Soundblaster-Karten kennen - Computerfreaks älteren Semesters können sich bei der Erwähnung von »0x340« oft ein wehmütiges Lächeln nicht verkneifen.

Tabelle 1:
I/O-Adressen am ISA-Bus

 

I/O-Adressen

Gerät

0x220, 0x330

Soundblaster

0x240, 0x300

Netzwerkkarten

0x2e8, 0x3e8,

serielle Schnittstellen0x2f8, 0x2e8

Neben den I/O-Adressen sind noch die passenden Interrupts erforderlich, um die Geräte zu betreiben. Tabelle 2 zeigt die hier gängigen Standardwerte.

Tabelle 2:
Üblich Interrupts

 

IRQ

Gerät

IRQ 0

Timer auf dem Motherboard

IRQ 1

Tastatur

IRQ 2

IRQ-Kaskadierung

IRQ 3

zweite serielle Schnittstelle (alias »/dev/ttyS1«,
COM 2)

IRQ 4

erste serielle Schnittstelle (alias »/dev/ttyS0«,
COM 1)

IRQ 5

reserviert für zweiten Parallelport (alias
»/dev/lp1«, LPT 2)

IRQ 6

Floppy-Controller

IRQ 7

erster Parallelport (alias »/dev/lp0«, LPT 1)

IRQ 8

RTC (Hardware-Uhr)

IRQ 9

frei

IRQ 10

frei

IRQ 11

frei

IRQ 12

frei (häufig PS/2-Maus)

IRQ 13

frei

IRQ 14

erster IDE-Controller

IRQ 15

zweiter IDE-Controller

Die aufgeführten I/O-Adressen können nicht mehrere Geräte parallel ansteuern. Bei Interrupts ist dies dagegen durchaus möglich. Auch wenn es früher viele Probleme und Konflikte damit gab, sind Shared Interrupts heute üblich, wie in den Bios-Bootscreens aktueller Computer zu sehen ist.

LPI-Aufgabengruppen

Das Linux Professional Institute gliedert die Prüfungsfragen in Aufgabengruppen. Dieser Artikel erklärt die Abschnitte:

  • 1.101.1: Konfiguration grundlegender Bios-Einstellungen
  • 1.101.3: Konfiguration von Modems und Soundkarten
  • 1.101.4: Einrichten von Nicht-IDE-Geräten
  • 1.101.5: Einrichten verschiedener PC-Erweiterungskarten
  • 1.101.6: Konfiguration von Kommunikationsgeräten
  • 1.101.7: Konfiguration von USB-Geräten

In den Kernel blicken

Das »/proc«-Dateisystem ermöglicht einen Blick auf die Hardware aus der Kernelperspektive. Es enthält keine Dateien im klassischen Sinn, der Kernel generiert den Inhalt beim Zugriff live. »/proc/ioports«, »/proc/interrupts« und »/proc/dma« müssen dem LPI-Kandidaten nicht nur dem Namen, sondern auch dem Inhalt nach exakt bekannt sein.

Der Test beschränkt sich nicht auf Multiple-Choice-Fragen, der Kandidat muss die Bezeichnungen also aktiv beherrschen. Wichtig hierbei: Die genannten Dateien listen nur jene Adressen auf, die ein Kernelmodul dafür am Kernel angemeldet hat. Sie sind also nicht geeignet, um bisher nicht erkannte Hardware zu entdecken oder Adressen nicht unterstützter Hardware herauszufinden.

Sie können diesen Artikel als PDF für 99 Cent kaufen. Klicken Sie dazu einfach auf eine der beiden Bezahloptionen Paypal oder ClickandBuy.


Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Ähnliche Artikel
Was ist schon real? PCI-Devices des Hosts an die Kernel Virtual Machine (KVM) durchreichen
Kern-Technik Kernel- und Treiberprogrammierung mit dem Kernel 2.6 – Folge 42 Folge 42
Kernarbeitszeit Vorbereitung auf die LPIC-1 Prüfung: Teil 7
Hase und Igel Laufwerke mit Firewire und USB 2.0 im Vergleich
(K)eine halbe Sache Miniatur-Rackserver MR-1022MT von IPC2U im Kurztest
Knoppix 6.5 Klaus Knopper über sein neues Linux
Whitepaper
Daten Migration - Eine Publikation von Bloor Research

Datenmigrationsprojekte überschreiten häufig das Budget, neigen zu Verzögerung und werden unter Umständen komplett abgebrochen. Bloor Research ist eines der weltweit führenden IT-Forschungs-, Analyse- und Beratungsunternehmen und wird in dem vorliegenden White Paper die wichtigsten Aspekte dieser Problematik näher beleuchten. Ferner werden praktische Empfehlungen für erfolgreiche Migrationsprojekte gegeben, die Sie auf Ihr nächstes Projekt übertragen können.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele

Über die letzten Jahre hinweg haben sich Open Source Lösungen als fester Bestandteil des gesamten Datenintegrationsmarktes etabliert. Viele Unternehmen haben bereits das Open Source Modell für Ihre Datenintegrationsprojekte aufgegriffen. Das vorliegende White Paper illustriert anhand ausgewählter Fallstudien und Anwendungsbeispiele die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Kommentare (0)