Schlechte ins Kröpfchen
Die in Zeile 94 gestartete Methode »Videodir::shrink()« schrumpft das Videoverzeichnis durch Löschen alter Filme, falls deren Summe einen eingestellten Wert überschreitet. Dem »wake_up_handler« bleibt nur noch, dem POE-Kernel über »delay()« mitzuteilen, dass dieser ihn bitte in 60 Sekunden wieder zurückrufen möge, bevor die Funktion endet und die Kontrolle wieder an den POE-Kernel übergeht. Er widmet sich dann dem Abarbeiten der Benutzereingaben und dem Auffrischen des GUI.
Boxen aus Buchstaben
Ab Zeile 19 baut »tv« das Ascii-GUI auf. Die Methode »add()« fügt zunächst ein neues Widget vom Typ »Window« ein, das den gesamten Platz des gerade laufenden Terminals beansprucht. Dann erhält das Window-Objekt seinerseits drei Widgets, die »add()« der Reihe nach von oben nach unten ins GUI einlässt: den oberen Info-Balken », die Listbox » und den unteren Balken » (Abbildung 2).
Die ersten beiden »add()«-Parameter bestimmen Kürzel für das so erzeugte neue Widget und dessen Typ. Die beiden Balken sind vom Typ »Curses::UI::Label«, der Code für die Listbox mit den Video- Einträgen ist in »Curses::UI::Listbox« definiert. Die Option »-y« der »add()«-Methode legt die vertikale Position der Balken fest: »1« die oberste Reihe, »-1« die unterste, »-bg« die Hintergrundfarbe und »-fg« die Farbe der Beschriftung.
»-width -1« breitet die Infobalken über das gesamte Terminal aus. »-paddingspaces« erweitert die blauen Balken bis ans Zeilenende, selbst wenn der Beschriftungstext kürzer ist. Normal wäre es, die Parameter als Paare im Format »Key => Value« zu überreichen. Damit die Listings nicht überborden, kommt hier aber die platzsparende Schreibweise mit »qw(...)« zu Ehren, die Optionen im String an den Wortgrenzen voneinander trennt und als Liste weitergibt. Statt sich rücksichtslos auszubreiten lässt die Listbox mit »-padtop 1« und »-padbottom 1« oben und unten Platz für beide Balken. Mit »-border 1« umfängt ein dünner blauer Rahmen die Listbox.
Das Skript verarbeitet zwei Arten Listbox-Events: »-onselchange« und »-onchange«. Die erste kommt zum Zuge, sobald der User eine Cursortaste betätigt und so den Listbox-Cursor um eins weiterschiebt. In diesem Fall startet der Event die ab Zeile 56 definierte Funktion »changed«, die die Metadaten des markierten Videofile in der Fußzeile des GUI ausgibt.
Dort steht, das wievielte Element von wie vielen Dateien ausgewählt ist (zum Beispiel 1/74), wie alt die Datei ist, wie viel Speicherplatz sie beansprucht und wie lange sie noch zu leben hat, falls der User nichts unternimmt. »TTL 4.3« zum Beispiel bedeutet, dass die Time to live 4,3 Tage beträgt. Nach dieser Zeit ist die Datei ohne Nachfrage vogelfrei, falls die Speicherplatzsituation heikel wird.
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