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Nicht okay

Die umfangreichen KDE-Dialogfenster, deren Größe sich in einigen Fällen nicht ändern lässt, sorgten für weitere Schwierigkeiten: In der eingesetzten virtuellen Auflösung sind sie oft nicht vollständig sichtbar, das Bewegen der Fenster bedeutet Zeitverlust und Ablenkung. In zwei Fällen waren die »OK«-Buttons am Fuß des Dialogfensters gar nicht ereichbar und sie reagierten nicht auf den üblichen Tastaturbefehl [Alt]+[O].

Ellen Reitmayr und Tina Trillitzsch von Open Usability beobachteten die Testpersonen bei der Bedienung und befragten sie zu Problemen und ihren sonstigen Arbeitsgewohnheiten. Lars beispielsweise arbeitet täglich mit KDE. Er verwendet das vorgefertigte Farbschema, passt jedoch das Aussehen einiger Bedienelemente und Anwendungen noch manuell an seine Bedürfnisse an. Insbesondere in Konqueror nimmt er einiges Tuning vor, um möglichst viele Websites lesbar zu machen.

Unter der Lupe

Sehbehinderte Windows-Benutzer verwenden keine virtuelle Auflösung, sondern Vergrößerungssoftware. Solche Programme umgehen die Probleme, die der Einsatz von großen Schriften verursacht, da die ursprünglichen Proportionen der Benutzeroberfläche erhalten bleiben. Für das Microsoft-Betriebssystem stehen zwar kostspielige, aber ausgereifte und bedienungsfreundliche Vergrößerungsprogramme zur Verfügung.

Für Linux gab es bisher nichts Vergleichbares, doch Gunnar Schmidt [5] vom KDE-Accessibility-Projekt [6] arbeitet derzeit im Rahmen seiner Informatik-Diplomarbeit an einer Bildschirmlupe für die Desktop-Umgebung. Einen ersten Prototyp konnten Mirko Blinn und Christoph Niehaus testen. Die Software beherrscht bereits mehrere Vergrößerungsgrade, die Anzeige im Fullscreen- oder Fisheye-Modus sowie normale oder invertierte Farbdarstellung.

Im Test bereitete die Verfolgung des Mauscursors den Probanden allerdings große Probleme: Bewegten sie den Zeiger an den Rand des sichtbaren Bereichs, verschob er sich nicht stufenlos, sondern sprang zum nächsten Bildschirmausschnitt. Gleichzeitig setzte der Prototyp den Mauszeiger in die Bildschirmmitte. Beim Arbeiten mit E-Mails verhinderte dieses Verhalten flüssiges Lesen - die Anwender fanden den Anfang der nächsten Zeile nicht.

Als Anregung zeigte Christoph, wie das kommerzielle Programm Textzoom, das er unter Windows benutzt, den angezeigten Ausschnitt steuert. Dort bleibt die Maus stets in der Bildschirmmitte, beim Bewegen verschiebt sich nur die Desktop-Oberfläche darunter. So verliert der Benutzer weder die Maus noch seinen Arbeitsbereich aus dem Blick.

Beim Verfassen von E-Mails konnten die Tester den Entwickler Gunnar Schmidt auf weitere Probleme aufmerksam machen. Klickten die Anwender in Kontact auf »New Mail«, passierte anscheinend nichts. Das Editor-Fenster zum Verfassen der Nachricht hatte sich außerhalb des sichtbaren Bereichs geöffnet.

Das Team schlug vor, die Vergrößerungssoftware solle den Benutzer informieren, dass ein neues Fenster den Fokus verlangt und den angezeigten Ausschnitt stufenweise dorthin verschieben. Beim Schreiben der Mail mussten die Testpersonen den Viewport manuell verschieben, wenn der Text einer Zeile den Rand des Bildausschnitts erreichte - ein bedienungsfreudliches Programm sollte den Tastatureingaben folgen.

Auch zur Weiterentwicklung des invertierten Anzeigemodus gab der Test nützliche Anregungen. Derzeit kehrt die Bildschirmlupe nur den Helligkeitswert um. Bei den E-Mail-Headern in K-Mail führte das zu blauem und rotem Text auf schwarzem Hintergrund, den die Probanden nicht lesen konnten. Ein Algorithmus, der alle Farbkanäle invertiert, könnte dieses Problem lösen.

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