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Dritte Dimension

Benutzeroberflächen sind im Allgemeinen für die Bedienung mit der Maus ausgelegt, die ein zweidimensionales Eingabegerät ist. Also ist es nahe liegend, die Oberflächen ebenfalls zweidimensional zu gestalten, wofür sich das X-Protokoll beziehungsweise die Render-Erweiterung hervorragend eignen. Andererseits ist der Mensch darin geübt, dreidimensionale Szenen zu verstehen.

Die Projektion der Benutzeroberflächen auf eine dreidimensionale Desktop-Welt kann also ebenfalls sinnvoll sein, solange die Interaktion mit nicht-zweidimensionalen Darstellungen von Programmen auf ein Minimum beschränkt bleibt. Echte 3D-Interaktion weist noch eine Reihe technischer Probleme auf und ist typischerweise wenig intuitiv.

Die Projektion von zweidimensionalen Pixeldaten auf dreidimensionale Objekte ist die Standardanwendung für OpenGL, also liegt es nahe, auch für den Composite-Manager diese 3D-Schnittstelle zu verwenden. Zusätzlich bekommt der Anwender Effekte wie die Semitransparenz quasi geschenkt, da sie zum Standardrepertoire von OpenGL gehören. Einen solchen Manager hat nur deshalb bisher niemand programmiert, weil erst die Entwicklung von XGL die OpenGL-Schnittstelle für Composite-Manager verfügbar machte.

Desktop in 3D

Während einer Sitzung mit dem Composite-Manager Compiz fällt die Tatsache, dass OpenGL für die Ausgabe verwendet wird, zunächst gar nicht auf. Lediglich Schatten und leicht semitransparente Fensterdekorationen deuten darauf hin. Erst beim Umschalten auf einen anderen virtuellen Desktop macht sich die dreidimensionale Natur des Desktops bemerkbar (Abbildung 2).


Abbildung 2: Compiz schaltet auf einen anderen virtuellen Desktop um.

Compiz benutzt eine sehr flexible, aber noch nicht völlig stabile Plugin-Architektur für alle seine Effekte. Ein externes Programm berechnet die Fensterdekorationen und stellt sie Compiz zur Verfügung. Auf diese Weise lassen sich recht einfach Themes oder unterschiedliche Widget-Sätze einbinden. Derzeit existiert ein Dekorationsprogramm für Gnome, das allerdings auch mit KDE funktioniert.

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