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Konfigurationshürden

Die größte Hürde bei Nagios ist die Konfiguration [6]. Nach der Installation muss der Admin nicht weniger als sechs verschiedene Konfigurationsdateien erstellen. Zum Glück liegen der Nagios-Distribution Beispieldateien bei, die der Admin nur an die örtlichen Verhältnisse anzupassen braucht. Dazu benennt er einfach die in dem Verzeichnis »/usr/local/nagios/etc« liegenden Dateien mit der Endung ».cfg-sample« in ».cfg«-Dateien um.

Eine Nagios-Installation sollte auf keinen Fall aus dem Internet frei zugänglich sein. Der Installateur richtet den Nagios-Webserver mit den Einstellungen aus Abbildung 6 ein. Nach einem Start des Nagios-Daemon mit »# /etc/rc.d/init.d/nagios restart« und einem HUP-Signal an den Webserver sind unter [http://localhost/nagios] die gemessenen Daten und zudem eine Reihe von Berichten (Abbildung 2) für authentifizierte Benutzer zugänglich.


Abbildung 6: Diese Einstellungen in der Webserver-Konfiguration benötigt Nagios.

Gastzugang nur hintereiner Firewall

Läuft die Nagios-Seite hinter einer Firewall und haben nur vertrauenswürdige Personen Zugriff, dann ist der Aufwand überflüssig und es genügt, die Zeilen mit »Require valid-user« in »httpd.conf« auszukommentieren. In der Nagios-Konfigurationsdatei »cgi.cfg« gewähren in diesem Fall die Einträge aus Listing 4 einem nicht authentifizierten Gast Zugang zu allen Daten und Service-Kommandos. Einen solchen Server in das Internet zu stellen wäre extrem gefährlich, doch hinter der eigenen Firewall ist diese Einstellung ganz praktisch.

Listing 4:
Gastzugang

01 # cgi.cfg:
02 default_user_name=guest
03 
04 authorized_for_system_information=nagiosadmin,guest
05 authorized_for_configuration_information=nagiosadmin,guest
06 authorized_for_all_services=nagiosadmin,guest
07 authorized_for_all_hosts=nagiosadmin,guest
08 authorized_for_all_service_commands=nagiosadmin,guest
09 authorized_for_all_host_commands=nagiosadmin,guest

Nach allen Änderungen in Konfigurationsdateien empfiehlt es sich, zunächst zu prüfen, ob Fehler in der Konfiguration vorliegen, bevor der Admin den Daemon neu startet. Folgendes Kommando prüft die Syntax:

cd /usr/local/nagios
bin/nagios -v etc/nagios.cfg

Eine gut durchdachte Überwachungsstrategie, die Nagios zuverlässig ausführt, lässt Admins ruhig schlafen - es sei denn, es schlägt Alarm. Doch selbst in diesem Fall ist ein Weckruf vom Pager dem Telefonanruf eines verärgerten Benutzers vorzuziehen. (jcb)

Infos

[1] Listings zu diesem Artikel: [ftp://www.linux-magazin.de/pub/listings/magazin/2006/05/Perl]

[2] Standard-Plugins für Nagios-2.0: [http://prdownloads.sourceforge.net/nagiosplug/nagios-plugins-1.4.2.tar.gz]

[3] Michael Schilli, "Perl-Snapshot - Ist das nicht cool?": Linux-Magazin 03/06, S. 116, [http://www.linux-magazin.de/Artikel/ausgabe/2006/03/perl/perl.html]

[4] Michael Schwartzkopff, "Fernsicht - Das Simple Network Management Protocol": Linux-Magazin 03/06, S. 54

[5] Homepage des Netzwerk-Monitors Nagios: [http://www.nagios.org]

[6] Dietmar Ruzicka, "Alles im Blick": Linux-Magazin 03/03, [http://www.linux-magazin.de/Artikel/ausgabe/2003/03/066_nagios/nagios.html]

[7] Deutschsprachiges Nagios-Portal:[http://www.nagios-portal.de]

[8] Entwicklerseite für Nagios-Plugins: [http://nagiosplug.sourceforge.net]

Der Autor



Michael Schilli arbeitet als Software-Engineer bei Yahoo! in Sunnyvale, Kalifornien. Er hat "Goto Perl 5" (deutsch) und "Perl Power" (englisch) für Addison-Wesley geschrieben und ist unter [mschilli@perlmeister.com] zu erreichen. Seine Homepage ist: [http://perlmeister.com]

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