OpenVZ
Obwohl das kommerzielle Virtuozzo von SWsoft schon lange angeboten wird, ist der Open-Source-Ableger OpenVZ erst seit ein paar Monaten verfügbar. OpenVZ stellt die Modifikationen am Linux-Kern und einige Userlevel-Werkzeuge bereit. Virtuozzo bietet kommerziellen Kunden eine ganze Management-Suite mit einer Management Console (VZMC) sowie einem Web-basierten Control Center. Professionellen Hostern offeriert SWsoft mit HSPcomplete eine Komplettlösung von der Beauftragung und Bereitstellung bis zur Abrechnung.
OpenVZ führt ähnlich wie Linux Vserver Kontexte ein, um eine Isolation der Prozesse durchzusetzen. Die Netzwerkvirtualisierung erfolgt jedoch ohne Alias-Interfaces, sodass jeder VS seine eigene Firewall einsetzen darf. Die Steuerung des Ressourcenverbrauchs eines VS erfolgt über so genannte User-Beancounter mit feinerer Granularität. Andererseits fehlen derzeit Instrumente für die Vereinheitlichung der VS-Dateisysteme, wie sie mit Copy-on-Write-Link-Breaking in Linux Vserver möglich sind.
Solaris Zones
Solaris Zones sind Bestandteil der Solaris-10-Container. Sun hat recht lange Erfahrung mit der Partitionierung größerer Unix-Systeme. Für die E10000-Maschinen hatten die Amerikaner schon 1996 die Möglichkeit zur statischen Partitionierung eingeführt. Doch waren die Partitionen quasi-autarke Maschinen mit je einem eigenen Betriebssystemkern. Die unmittelbare Vorstufe der jetzigen Container war dagegen der Resource Manager, der bereits in Solaris 9 einfloss. Damit konnte der Admin Prozesse erstmals Pools zuordnen, deren Ressourcenverbrauch sich steuern ließ.
Eine Isolation der Ausführungsumgebungen war damit jedoch noch nicht gegeben. Das ist erst mit den Zonen möglich. Zonen und andere Solaris-eigene Instrumente zur Ressourcenkontrolle, etwa die so genannten Projekte, sind außerdem untereinander kombinierbar.
Die zugrunde liegende Technik ist Linux Vserver und OpenVZ sehr ähnlich. Es findet eine Partitionierung des einen Betriebssystemkerns statt. Für die Installation und Administration der Zonen gibt es mit »zoneadm« und »zonecfg« mächtige Werkzeuge. Loopback-Mounts können die Zonen vereinheitlichen, sie sind allerdings nicht so effizient wie das Copy-on-Write-Link-Breaking oder gar Union-FS [18]. (jcb)
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Dipl.-Inf. Torsten Kockler arbeitet als Assistent von Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Meier im Fachbereich Informatik/Mikrosystemtechnik in den Lehrgebieten Betriebssysteme sowie Programmiersprachen an der FH Kaiserslautern.
Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Meier ist an der FH Kaiserslautern in Zweibrücken als Dozent im Fachbereich Informatik/Mikrosystemtechnik für das Lehrgebiet Betriebssysteme tätig.
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