Kommunikationsserver als Software oder Appliance: Open Small
Business Server
Unauffälliger Diener
von Jörg Fritsch, Patrick Nest
Erschienen im Linux-Magazin
2006/02
Die Transparent Solutions GmbH positioniert ihren Open-SBS eindeutig gegen Microsofts Small Business Server: Das Produkt soll alle zentralen Dienste mitbringen, die kleinere Windows-Arbeitsgruppen brauchen, und ohne Linux-Kenntnisse bedienbar sein. Wie gut das gelingt, zeigt dieser Test.
Open-SBS (Small Business Server, [1]) tritt an als Rundum-sorglos-Paket für kleinere Windows-Netze mit bis zu 25 Nutzern. Der Nürnberger Hersteller Transparent Solutions GmbH liefert Open-SBS als Appliance oder Software, ähnlich einer eigenen Linux-Distribution. Für den Test standen sowohl die Appliance auf Basis des Mini-PC-Barebone Shuttle SK43G [2] als auch die Software-Variante zur Verfügung.
Das Produkt ist zugleich Mail-, File-, Proxy- und Printserver, Windows-Domain-Controller, DSL-Router und Firewall. Leider besteht Open-SBS auch darauf, zwischen zwei Subnetzen platziert zu sein. Wer weder die DSL-Funktion braucht noch sein Netz in zwei Teile splitten will, reduziert den Business Server auf einen Domain-Controller mit File- und Printserver für Arbeitsgruppen.
|
Preise der Software-Variante
- Kostenlose Testversion (ein Monat)
- Basic: 300 Euro (zwölf Monate Updates)
- Standard: 500 Euro (inklusive Support)
Preise der Hardware-Version
-
Cube mit P4 (2,8 GHz), zwei Gigabit-LAN, DVD-Brenner, 36 Monate
Bring-in-Garantie und Open-SBS Basic: 1200 Euro
- Supermicro-19-Zoll-Chassis: 1300 Euro
Wartung
Bei bestehendem Supportvertrag ist eine Fernwartungsfunktion aktivierbar.
Preis/Leistung
Kommunikationsserver auf Debian-Basis mit harmonisch abgestimmten Applikationen. Vermeidet, dass Admins Accounts für jede Applikation getrennt verwalten. Die User freut\'s auch, wenn eine Kennung reicht.
|
Umfangreich ausgestattet
Der integrierte Druckserver setzt das moderne Cups als Backend ein. Um Windows-PCs nahtlos einzubinden, lassen sich wahlweise von einem Client aus passende Treiber auf dem Open-SBS hinterlegen oder Server-seitig ein generischer Postscript-Treiber aktivieren. Im zweiten Fall sorgt Cups für die Konvertierung. Zusätzlich ist ein PDF-Druckerport installiert (Abbildung 1). E-Mail verarbeitet Open-SBS per SMTP, IMAP und POP. Der Mailserver bedient interne und externe Mailkonten. Termin- und Projektverwaltung erledigt Open-Xchange 0.8.0-4 [3]. Das auf der Webseite versprochene Warenwirtschaftssystem AvERP war leider nicht installiert.

|
Abbildung 1: Per Samba-Server verteilt Open-SBS Dateien an die Clients und bietet ihnen auch Druckdienste. Integriert sind ein PDF-Konverter sowie ein Quarantänebereich für vireninfizierte Dateien.
|
Open-SBS enthält eine Sammlung von Sicherheitslösungen, zum Beispiel die obligatorische Firewallfunktion (Shorewall, [4]), VPN-Server (PPTP, Point-to-Point Tunneling Protocol), Proxyserver (mit Kategorie-basiertem Contentfilter, den Transparent Solutions per Updatemodul aktuell hält), Virenscanner (Clam-AV oder wahlweise F-Secure), Snort und Spamassassin.
Für die Betriebssicherheit in kleineren Umgebungen ist ausreichend gesorgt. Backup und Restore der Daten sowie Recovery der Konfiguration sind gut gelöst. Das GUI erlaubt zeitgesteuerte Backups (Abbildung 2). Im getesteten Shuttle-PC waren dazu passend ein DVD-Brenner und mehrere USB-Anschlüsse integriert. Ein Restore stellt neben den Daten auch die Software des Open-SBS wieder her.

|
Abbildung 2: Die wichtige Backup-Funktion hat Transparent Solutions gut umgesetzt. Die Konfigurationsoberfläche erlaubt zeitgesteuerte Sicherungen auf lokale Medien, etwa mit dem integrierten DVD-Brenner.
|
Zielgruppe
Open-SBS richtet sich an Benutzer, die auch ohne Linux-Kenntnisse einen Office-Server aufzusetzen wollen. Der Name deutet schon die angepeilte Konkurrenz an: Microsofts Small Business Server. Folgerichtig empfiehlt der Hersteller das Produkt für Windows-basierte Umgebungen. Die Schlüsselkomponente dabei ist Samba 3. Im Test mussten sich alle Komponenten zusätzlich einzeln und unabhängig von der Emulation einer Windows-Domain bewähren.
Benutzer, die tiefer in Linux einsteigen wollen, stoßen schnell an Grenzen: Vermutlich um Konflikte und Unstimmigkeiten zu vermeiden, ist jegliche Administration ausschließlich per Webinterface möglich. Es basiert Server-seitig auf dem Cocoon-Framework [5]. Das GUI ließ sich im Test zumindest mit Firefox und Opera recht zügig bedienen, war aber auf dem Internet Explorer unter Apples Mac OS X nicht einsetzbar und unter Windows XP etwas lahm.
Obwohl auf der Appliance ein SSH-Daemon läuft, ist eine Administration über die Shell nicht vorgesehen. Transparent Solutions liefert dem Kunden keine Login-Passwörter. Lediglich beim Auswerten der Logdateien sind Linux-Kenntnisse beim Systemadministrator gefragt. Diese Daten liegen nicht im Windows-typischen Format vor, sondern stammen direkt vom Unix-Syslog.
Bei der Installation plaudert die Software-Version etwas über ihre Wurzeln: Sie ist ein Debian Linux. Die genaue Kernelversion, die Prozesstabelle des laufenden Systems und andere Feinheiten der Installation sind nicht oder nur auf Umwegen zu erfahren, etwa durch eine Analyse der Festplatte oder einen Test mit dem Sicherheitsscanner Nessus [6].
| Whitepaper |
|
Usage Landscape Enterprise Open Source Data Integration
Die Nachfrage nach Datenintegrationslösungen für Unternehmen ist zunehmend gestiegen und vor allem das Interesse an Open Source Technologien wird immer größer. Doch wie und von wem werden Open Source Datenintegrationslösungen genutzt und welches Nutzungsverhalten lässt sich daraus ableiten? Das vorliegende White Paper präsentiert die Erfahrungswerte von über 1000 Open Source Nutzern und liefert fundierte Antworten auf diese Fragen.
Download PDF (Registrierung erforderlich)
|
|
Daten Migration - Eine Publikation von Bloor Research
Datenmigrationsprojekte überschreiten häufig das Budget, neigen zu Verzögerung und werden unter Umständen komplett abgebrochen. Bloor Research ist eines der weltweit führenden IT-Forschungs-, Analyse- und Beratungsunternehmen und wird in dem vorliegenden White Paper die wichtigsten Aspekte dieser Problematik näher beleuchten. Ferner werden praktische Empfehlungen für erfolgreiche Migrationsprojekte gegeben, die Sie auf Ihr nächstes Projekt übertragen können.
Download PDF (Registrierung erforderlich)
|
Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links"
nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedrucken Fassung entsprechen.
|