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Dahinter: Alles per LDAP

Der laufende Administrationsaufwand im Haus des scheidenden Joschka Fischer ist wegen der vielen Außenstellen enorm. Hinzu kommt, dass das Botschaftspersonal alle drei, vier Jahre rotiert. Die Drehscheibe jeder Authentifizierung und aller Konfigurationen bilden OpenLDAP-Verzeichnisse (Abbildung 1). Der zentrale Baum wächst in Deutschland, die ausländischen LDAP-Teilbäume replizieren sich vom Masterserver aus zu ihren jeweiligen Orten. Die Administration der Verzeichnisse folgt einem Rollenkonzept und erfolgt, je nach Sinnhaftigkeit und Rechtslage, lokal oder zentral über extra Webmin-Module [7].

Anders als zu Windows-Zeiten kamen alle Admins auf Anhieb mit der Webmin-Technik klar, keiner brauchte eine Schulung. Mehr noch: Die Offenheit des ganzen Systems motivierte die IT-Mitarbeiter zu eigenen Projekten. So arbeitete sich einer neu in Java ein und programmierte eine Workflow-Anwendung zum Buchen des Berlin-Shuttle-Dienstes. Tenor: Ich kann kreativ etwas tun, statt nur dumpf MS-Exchange-Konten anzulegen! Für den IT-Strategie-Leiter des Amts, Dr. Rolf Theodor Schuster, kommt genau dies Argument - gesteigerte Motivation und Kreativität dank Open Source - im öffentlichen Bewusstsein bisher zu kurz.

Support per OTRS

Eine Installation dieser Größe und die ungewöhnliche Struktur erfordern einen professionellen, Software-gestützten Benutzersupport. Bis Mitte 2003 arbeitete die Behörde mit dem proprietären Ticketsystem Magic. Das erwies sich jedoch als ziemlich teuer und (nicht nur) wegen der fehlenden Mailschnittstelle als unflexibel.

Mit Einsatz des Open-Source-Produkts OTRS [8] verkehrte sich die Situation in jeder Hinsicht ins Gegenteil. Die Leiterin IT-Service (Abbildung 4) dazu: "Wir haben von einer dreifach kommerziellen Plattform umgestellt auf das Open Ticket Request System mit Debian und PostgreSQL. Ich denke, wir haben dabei nicht nur Kosten gespart. Open Source bringt uns Flexibilität und relative Unabhängigkeit von proprietären Produktzyklen. Bei der Systembetreuung greifen wir meist auf eigenes Personal zurück." Mittlerweile arbeiten auch die Mitarbeiter im Bürgerservice mit dem gleichen System. An den Bürgerservice kann sich jeder wenden, der Fragen zur Sicherheitslage in bestimmten Gebieten, zu Studienmöglichkeiten oder Ähnlichem hat.

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Kommentare (1)
von
nula,
18.06.2009 10:45
jaja
Was für ein Blödsinn, der hier geschrieben wird. Ich arbeite in der IT des AA.
"Der Rollout dauerte nur 4 Wochen"...alles klar, 2 Jahre hat alles gedauert und warum? Weil es mit unserer Linux-Distribution nur Probleme gibt und weil das Ganze von den Usern auch nicht angenommen wird. Was durchaus zu verstehen ist, weil den Kollegen auch keine Wahl gelassen wird: Die hier so hoch gepriesene Dual-Boot-Version ist nur in den wenigsten Vertretungen in Betrieb. In den anderen zwingt man die User zum Linux.