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Aktueller Überblick über freie Software und ihre Macher

Projekteküche

von Martin Loschwitz
Erschienen im Linux-Magazin 2005/11

Wir picken Leckerbissen aus dem Topf mit freier Software heraus. Dieses Mal: FreeBSD 6 ist im Anmarsch, Syn-CE synchronisiert Pocket-PCs und I-Podder bringt Podcasts und Linux zusammen. Danach findet alles in einer Ricotta-Frühlingszwiebel-Torte seine Vollendung.


Abbildung 1: I-Podder verwaltet Podcasts sowohl unter Linux als auch unter Mac OS und Windows.

Podcasts sind in aller Ohren. Nicht erst seit Apples neueste I-Tunes-Version die Klangschnitten für unterwegs oder daheim offiziell unterstützt, sehen viele in Podcasts schon eine neue Radiogeneration. Kein Wunder: Die kleinen Audiostreifen stellen eine neue Form der Informationsübertragung dar. Nun kündigte sogar die ehrwürdige Tagesschau an, ihre jeweils aktuelle Sendung als Podcast ins Netz zu stellen.

I-Podder für Podcasts

Unter Windows und Mac OS gibt es I-Tunes - und für Linux? I-Podder [1] heißt eine freie Software, die Podcasts in die Ohren nicht nur von Linux-Benutzern bringt, das Python-Programm läuft auch unter Windows und Mac OS X. So empfiehlt es sich für Benutzer mehrerer Plattformen, die ihre Podcasts in einer einheitlichen Oberfläche verwalten möchten.

Das I-Podder-Hauptfenster zeigt mit Tabs unterteilt die laufenden Downloads, die abonnierten Podcasts (Abbildung 1) und das Podcast-Verzeichnis von [iPodder.org]. Ein I-Tunes-Ersatz, mit dem man den Inhalt seines I-Pod verwaltet, ist das Programm allerdings nicht, es ist ausschließlich für den Einsatz auf dem Desktop gedacht.

FreeBSD 6

Drei BSD-Derivate sind heute noch relevant: FreeBSD, OpenBSD und NetBSD. OpenBSD folgt einem sehr strikten Zeitplan, NetBSD dagegen lässt selbst zwischen zwei Minor-Versionen meist viele Monate verstreichen. Der dritte Kandidat, FreeBSD, bewegt sich dazwischen. Es dauerte recht lange, bis die Entwickler den Sprung auf FreeBSD 5 schafften, das einer Neuentwicklung ähnelt. Nun steht FreeBSD 6 vor der Tür, das nach über zwei Jahren Entwicklung wieder interessante Features mitbringt.

Äußerlich hat sich allerdings wenig getan: Die Installation erledigt noch immer das textbasierte und wenig intuitive Sysinstall, das bei Anfängern oft eher zu Verwirrung statt zu einer FreeBSD-Installation auf der Festplatte führt. Hinzu kommen lediglich einige Menüpunkte für neue Funktionen.

Die Veränderungen im neuen FreeBSD fanden vor allem unter der Haube statt. Zunächst räumten die Entwickler die Codebasis gründlich auf und warfen alten Ballast von Bord. Benchmarks zeigen, dass nun viele Systemfunktionen bis zu 35-mal schneller als bei FreeBSD 5 ablaufen (Abbildung 2).

Neu an Bord sind außerdem viele Hardwaretreiber. So steuert FreeBSD erstmals ohne größere Umstände WLAN-Karten an. Zwar konnte bereits FreeBSD 5 einige solche Geräte ansprechen, trotzdem überarbeitete das Entwicklerteam die WLAN-Unterstützung für Version 6 grundlegend. Treiber für Hardware wie die Centrino-WLAN-Karten oder aktuelle Ralink-Karten kamen hinzu, viele bestehende Netzwerktreiber arbeiten nun besser mit Multi-Threading-Funktionen zusammen.

Die ACPI-Unterstützung verbessert sich ebenfalls deutlich und verfügt jetzt über einen »cpufreq«-Layer. Damit lässt sich die Taktrate der CPU im laufenden Betrieb verändern, wie es Linux-Benutzer seit Jahren kennen. Auch Notebookbesitzern hilft der verbesserte »psm«-Maustreiber, da er nun auch Synaptics-Touchpads ansteuert. Zur neuen FreeBSD-Release gehört auch X.org, das viele neue Grafikkarten kennt.

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