Open Source im professionellen Einsatz

Newsletter abonnieren
Seite durchsuchen

HEFTARCHIV | NEWS | E-BIBLIOTHEK | VIDEO | BLOGS | WHITEPAPER | EVENTS | ACADEMY | ABO | SHOP

user friendly

  Home  »  Heft & Abo  »  Heftarchiv  »  2005  »  07  »  Tipps für Tippfaule  

RSS-Feed der aktuellen News von Linux-Magazin Online Folgen Sie Linux-Magazin Online auf Twitter
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark

Keyboard-Makros

Dazu sind folgende Kommandos nötig: Erst nach »sub« suchen, dann den Makrorekorder einschalten, den ersten Funktionskopf einrahmen, den Makrorekorder ausschalten. Mit »n« nach dem nächsten »sub« suchen und mit »@a« das Makro abspielen. Das ergibt diese Befehlsfolge:

# Nach 'sub' suchen.
/sub
# Makro-Rekorder ein.
qa
# Zeile darüber einfügen,
# zurück in Kommandomodus.
O<ESC>
#Zwanzigmal '#' einfügen.
20i#<ESC>
# Zeile kopieren.
yy
# Eine Zeile nach unten fahren,
# kopierte Zeile
# unterhalb einfügen.
jp
# Makro-Rekorder aus.
q
# Nach dem nächsten 'sub' suchen.
/sub
# Makro 'a' abspielen.
@a
# ... wiederholen.


Abbildung 2a: Der Makro-Editor während der Aufnahme des Funktionskopf-Makros.


Abbildung 2b: Anschließend spielt der Nutzer das Makro einfach zweimal ab.

Wer neue Funktionen sofort mit Kommentaren einranken will, definiert sich ein neues Kommando auf [Shift]+[F] mit »:map F o<ESC>43i#<ESC>yyosub {<ENTER><ESC>Pk$i«. Drückt er danach [Shift]+[F] im Kommandomodus, fügt Vim den Funktionskopf ein und positioniert den Cursor gleich im Eingabemodus an der richtigen Stelle.

Der Buchstabensalat in der »map«-Definition besteht wieder aus den Vi-typischen Ein-Tasten-Befehlen im Kommandomodus, die jeder Vi-Enthusiast auswendig kennt. Die Anzahl der Hashmarks ist Geschmackssache, in der Definition oben wurden 43 gewählt. Bei sich häufig wiederholenden Sequenzen wie Funktionsköpfen sparen Map-Kommandos viel Zeit und Nerven. Wer möchte, kann auf dieselbe Weise auch andere Textstücke damit automatisch einfügen, so bieten sich etwa oft genutzte Parameterübergaben der Art »my(...) = @_;« an.

Häufige Aufgaben sind das Sichern des gerade bearbeiteten Skripts mit »:w« und der Aufruf »perl -c skript.pl«, der feststellt, ob sich Fehler in das Skript eingeschlichen haben. Der folgende Befehl legt die Aktionen Sichern und Syntaxcheck einfach auf [Shift]+[X] im Kommandomodus »:noremap X :w <Enter>:!perl -c %<Enter>«.

Der Befehl »:noremap« an Stelle von »:map« evaluiert das »X« niemals auf der rechten Seite eines anderen Map-Ausdrucks. Außerdem expandiert der Befehl »:noremap« die Definition nur im Kommandomodus. Vim ersetzt den Platzhalter »%« zur Laufzeit des Makros durch den Namen der aktuellen Datei.

Autoformat

Bei längeren Texten, zum Beispiel einer POD-Dokumentation, stellt sich locker fließender Erzählstil erst beim siebten oder achten Umschreiben ein. Wer dabei fleißig einfügt und wieder ausstreicht, erzeugt zerfledderte Absätze, die schwer korrekturzulesen sind. Textverarbeiter wie Word arbeiten ständig im Hintergrund, um die Absätze neu zu formatieren, echte Hacker müssen die Ecken selbst ausbügeln.

Bei Vim geht das mit nur vier Tastendrücken: »{gq}« im Kommandomodus. Zuerst fährt »{« an den Anfang des aktuellen Absatzes, das Kommando »gq« bricht die Zeilen im Flattersatz um und das abschließende »}« bestimmt die Reichweite des Kommandos - bis zum Ende des Absatzes.

Noch eleganter geht es mit dem Perl-Modul Text::Autoformat von Großmeister Damian Conway. Neben Flattersatz kennt es auch noch allerlei intelligente Umbrüche. So kann es mit Aufzählungen umgehen (rückt nachfolgende Zeilen eines Aufzählungspunkts entsprechend ein) und auch mit »>« oder »>>« oder mehr Größer-als-Zeichen eingerückte E-Mail-Zitate so behandeln, wie ein Mensch das tun würde.

Wer sich damit beispielsweise das Kommando »:map f !Gperl -MText::Autoformat -e\'autoformat\'<RETURN>« definiert, drückt im Kommandomodus einfach die Taste [F], während der Cursor irgendwo in einem Textabsatz steht - und schon wird dieser automatisch und sachgemäß formatiert.Wer die standardmäßig eingestellten Zeilen mit 72 Zeichen als zu breit (oder zu schmal) empfindet, variiert die Option »right« entsprechend: »:map f !Gperl -MText::Autoformat -e\'autoformat {right =>65}\'<RETURN>«.

Erfahrene Vim-Nutzer wissen, dass [F] im Kommandomodus schon vorbelegt ist: Der Cursor springt bis zum nächsten eingegebenen Zeichen vor, [F]+[E] führt so bis zum nächsten e im Text. Wer diese Funktion nutzt, sollte einen anderen Buchstaben wählen oder auch gerne eine Zweierkombination einstellen: »:map !f ...« reagiert im Kommandomodus nur, wenn der Vim-Nutzer zuerst »!« und dann »f« eingibt.


Abbildung 3a: Eine Auflistung und ein Abschnitt aus einer E-Mail ohne Formatierung.


Abbildung 3b: Derselbe Ausschnitt nach dem Formatieren mit Text::Autoformat.

Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Ähnliche Artikel
Umlaute auf Umwegen Ein Blick hinter die Kulissen der Zeichensätze und Kodierungen
Muschelperle Shell-Funktionen in Perl nachgebaut
Übersetzungskünstler Parser im Eigenbau mit Perl
Füttern nach Programm Tipps täglich verschicken
Prüfungsfrage Vim-Makros in Perl schreiben
Babylon zu fünft Populäre Programmiersprachen treten gegeneinander an
Whitepaper
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele (Folge 2)

Der zweite Teil des Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele White Papers beleuchtet anhand weiterer ausgewählter Case Studies die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Usage Landscape Enterprise Open Source Data Integration

Die Nachfrage nach Datenintegrationslösungen für Unternehmen ist zunehmend gestiegen und vor allem das Interesse an Open Source Technologien wird immer größer. Doch wie und von wem werden Open Source Datenintegrationslösungen genutzt und welches Nutzungsverhalten lässt sich daraus ableiten? Das vorliegende White Paper präsentiert die Erfahrungswerte von über 1000 Open Source Nutzern und liefert fundierte Antworten auf diese Fragen.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Kommentare (0)