Projektmanagement per PHProjekt
Projektmanagement per PHProjekt
von Harry Lausch
Erschienen im Linux-Magazin
2005/07
Wer neben dem Projektmanagement seinen Arbeitsgruppen auch gleich eine Basis für gemeinsames Arbeiten servieren will, sollte über eine Groupware nachdenken. Nicht alle Produkte verfügen über eine nennenswerte Projekt-Komponente, das freie PHProjekt schon.
Bei Software-unterstütztem Projektmanagement denkt man an das früher führende CA Superproject oder MS Project. Solche Programme sind zum einen teuer und decken zum anderen das komplexe Aufgabenfeld nur teilweise ab. Im Regelfall helfen sie bei Terminplanung und -koordination, die besseren auch beim Ressourcenmanagement und der Kommunikation der Planung. Extrem selten und meist sehr teuer ist Software, die sich auch um Dokumentation und Ergebnissicherung kümmert.
Hier ist vielleicht auch der Grund zu suchen, warum diese Teile in vielen Projekten so auffallend stiefmütterlich behandelt werden und langfristig zu Problemen führen. Als ganzheitliche Möglichkeit unter Linux bietet sich neben der im vorigen Artikel beschriebenen Software auch eine dafür geeignete Groupware-Lösung an.
Die einzuführen lohnt insbesondere dann, wenn man sowieso die Rest-Funktionalität einer Groupware im Unternehmen gut gebrauchen kann, also eine zentrale Kontakt-, Termin- und Kommunikationsdrehscheibe. Gegenstand dieses Artikels ist das freie PHProjekt [1]. Es ist modular aufgebaut und - der Name sagt es schon - PHP-basiert. Zu den über zwanzig Komponenten und Erweiterungen zählen unter anderem Gruppenkalender, Projektmanagement, Chat, Wiki und Kontakte (siehe Kasten "Komponenten von PHProjekt").
Für diesen Schwerpunkt im Linux-Magazin ist wichtig: Diese Web-Groupwaresuite ist mit einer leistungsfähigen Projektmanagement-Komponente ausgestattet. PHProjekt bringt dazu sowohl Termin- und Ressourcenplanung als auch Kommunikationswerkzeuge und ein Wiki mit und präsentiert sich damit als eine recht komplette Softwarebasis für das Projektmanagement.
User- und Gruppenverwaltung
Eine durchdachte Userverwaltung ist für das Computer-gestützte Projektmanagement äußerst hilfreich. PHProjekt als Groupware bietet hier gute Voraussetzungen: Es gibt drei Arten von Benutzern: »Administrator«, »Chef« und »User«. Den Administrator legt PHProjekt bereits bei der Installation an. Er gehört keiner Gruppe an und hat die Rechte zum Anlegen neuer Accounts, zum Verschieben von Anwendern in andere Gruppen und zum Löschen.
Der Administrator hat die Möglichkeit, einen Gruppen-Administrator zu bestellen, dessen Adminrechte sich auf die ihm übertragene Gruppe beschränken. Seine Arbeiten führt der Administrator an einem separaten Interface aus, das sich hinter der nur für ihn sichtbaren »Admin«-Registerkarte verbirgt. Abbildung 1 zeigt als Beispiel, wie der Admin eine neue Benutzergruppe erzeugt. Im »Admin«-Interface hat er über »/Gruppe/neu« die entsprechende Maske geöffnet. In ihr trägt er Gruppenname, Kurzform und Bemerkungen ein.
- Terminkalender
- To-dos
- Kontaktmanager
- Zeiterfassung
- Notizen
- Mail (optional)
- Forum
- Dateiablage
- Chat
- Umfragen, Lesezeichen, Suche usw.
- Helpdesk
- Administration
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Die »Chef«-Rolle ist gekennzeichnet durch die Berechtigung, neue Projekte anzulegen und anderen Benutzern Termine in ihre Kalender einzutragen. Diese Eigenschaft entspricht weitgehend der Realität, wenn man den »Chef« als Projektleiter versteht. Ein »User« darf alle Projektmanagement- (und Groupware-)Funktionen nutzen, die ihn selbst betreffen.

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Abbildung 1: Beim Einrichten einer neuen Gruppe gibt der Admin Gruppenname und Kurzform sowie andere gemeinsame Eigenschaften der Teammitglieder in eine Maske ein.
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Abbildung 2 zeigt, wie der Admin in einer Gruppe den neuen User »Hans Foo« anlegt. Dazu hat er in seinem Interface per »/Userverwaltung/neu« die Maske für neue User geöffnet. Wie zu sehen, ist ein neuer User mit einer Vielzahl von Merkmalen ausgestattet. Das Augenmerk in diesem Beispiel liegt bei der Eigenschaft »User mit Chefrechten«.
Vorgänger und Nachfolger
Jeder Benutzer mit »Chef«-Rechten ist in der Lage, neue Projekte oder Unterprojekte zu erzeugen. Dazu klickt er innerhalb des Projekte-Moduls den Link »Neu«. In der sich öffnenden Maske für neue Projekte ist das Ausfüllen der Felder für Projektname, Projektstart, -ende und -team Pflicht.
Unterprojekte erzeugt man mit der gleichen Maske, mit dem Unterschied, dass in dem Feld »Unterprojekt von« ein Elternprojekt auszuwählen ist (Abbildung 3). Ein Teilprojekt bekommt einen unmittelbaren Vorgänger und Nachfolger mitgegeben sowie bei Bedarf Abhängigkeiten, zum Beispiel »kann nicht beginnen vor dem Ende von Projekt«.
In Abbildung 4 hat das Teammitglied Peter Bar während der Projektlaufzeit ein Teilprojekt abgeschlossen. Dazu trägt der Projektmitarbeiter in der entsprechenden Maske die neue Kategorie des Teilprojekts (»beendet«) und den neuen »Status« der Erfüllung von 75 auf 100 Prozent ein.
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