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Aktueller Überblick über freie Software und ihre Macher

Projekteküche

von Martin Loschwitz
Erschienen im Linux-Magazin 2005/04

Das bekannte Suse-Konfigurationsprogramm Yast 2 soll in Zukunft auch Debian-Nutzern beim Einrichten ihrer Distribution helfen. Wer nach der Systemadministration Entspannung sucht, darf in der "Battle for Wesnoth" mitmischen - eine Schnitzelpfanne mit Champignons sorgt für das nötige Kampfgewicht.


Abbildung 1: In "Battle for Wesnoth" beschützt der Spieler seinen Hof und sein Land vor der bösen Königin.

Am Wochenende (5. und 6. März) finden in Chemnitz die mittlerweile schon traditionellen Linux-Tage statt. Im vergangenen Jahr war die Veranstaltung mit geschätzt 2500 Besuchern die größte zum Thema Linux in der Region. Auch dieses Jahr ist das Programm randvoll. Um die 80 Vorträge und zwölf Workshops überhaupt unterzubringen, fiel sogar die Mittagspause dem Rotstift zum Opfer. Auch die Linux-Stände im Foyer können sich mit mehr als 50 Ausstellern durchaus sehen lassen.

Strategie und Spiel

Es ist schon einige Zeit her, dass die Projekteküche über ein Spiel berichtete. Das liegt vor allem an der relativ geringen Anzahl neuer und zugleich interessanter Linux-Spiele. Um dies auszugleichen, steht dieses Mal "The Battle for Wesnoth" im Mittelpunkt (Abbildung 1): ein Strategiespiel, das statt mit aufwändiger 3D-Grafik durch sein Konzept unterhält und auch auf älteren und langsameren Rechnern läuft.

Im Königreich Wesnoth intrigiert die Königin gegen ihren Mann, um einen ihr genehmen Thronerben einzusetzen. Dazu paktiert sie mit Mitgliedern des Hofgesindes. Der dem König loyale Hofmagier bekommt von der Sache Wind und wendet sich gegen die Königin, um den rechtmäßigen Thronfolger zu retten. Wer aus Amiga-Zeiten noch das Strategiespiel "Warlords" kennt, fühlt sich bei Wesnoth schnell in die Vergangenheit zurückversetzt. "Battle for Wesnoth" ist zwar kein direkter Nachbau, doch sind viele Elemente des Klassikers auch im aktuellen Spiel zu finden.

Bei Strategiespiele gibt\'s zwei grundsätzlich verschiedene Abläufe: Bei Spielen im Echtzeitmodus läuft die Zeit unabhängig vom Spieler weiter, rundenbasierte Spiele warten auf seinen nächsten Zug. Wesnoth basiert auf dem Runden-Prinzip. Anders als bei anderen Strategiespielen gibt es alle Gebäude zu Spielbeginn vor, neue Bauprojekte gehören nicht zu den Aufgaben des Spielers.

Augenschmaus

Die Karte zeigt das Gebiet von Wesnoth. An ihr sieht man, dass sowohl hinter der Grafik als auch dem Sound eine Menge Mühe und Liebe zum Detail steckt. So erleidet Wesnoth nicht das häufige Schicksal, dass schlechte Grafik eine gute Spielidee abwertet.

Verschiedene Spielcharaktere und Gruppen sorgen für abwechslungsreiche Schlachten. So gibt es Bogenschützen und berittene Soldaten, die wiederum mit verschiedenen Eigenschaften ausgestattet sind. Manche Einheiten kämpfen besonders gut bei Nacht, andere bei Tage. Auch die Lebenspunkte, die Unterhaltskosten und sogar die Intelligenz variieren. Letzteres äußert sich in der Geschwindigkeit, in der die Truppen aus Schlachten an Erfahrung gewinnen. Um die Pflege verletzter Einheiten kümmern sich Schamanen.

Das Spiel unterscheidet zwischen Nah- und Ferngefechten. Wer gerade am Zug ist, bestimmt bei einem Angriff, mit welcher Waffengattung er antritt. Die Verteidigung geschieht automatisch, sofern die angegriffene Einheit die nötige Ausrüstung besitzt. Fehlt ihr beispielsweise bei einem Nahkampfangriff eine entsprechende Waffe, ist sie in vielen Fällen dem Tode geweiht. Das Hauptziel heißt wie so oft: Erobern Sie alle Gebäude und schlagen Sie den Feind!

Den Einstieg in die schauerliche Welt mittelalterlicher Kämpfe erleichtert ein Tutorial, das die wichtigsten Schritte demonstriert. In puncto Hard- und Software-Voraussetzungen gibt sich Wesnoth bescheiden; es benötigt lediglich die SDL-Bibliothek. Wer die mitgelieferten Karten nicht mag, legt selbst Hand an mit Hilfe des Karteneditors. Interessierte finden das Spiel sowie alle wichtigen Informationen auf der zugehörigen Homepage unter[1].

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