DSL-WLAN-Router von Linksys, Asus und Buffalo mit Embedded
Linux
Haus-Portier
von Dirk von Suchodoletz
Erschienen im Linux-Magazin
2005/04
Wie dienstbare Geister verwalten Router den Zugang zu Internet und WLAN. Die Firmware der stillen Diener ist immer öfter ein Linux-System, das diese Geräte für eigene Anpassungen öffnet.
Kleine Router, ob für WLAN oder DSL, gibt es in immer mehr Haushalten. Die kompakten Geräte verwalten nicht nur den Internetzugang, sondern arbeiten gleichzeitig als Printserver und als Server für DHCP, NAT und Firewall. Was auf der Verpackung nicht steht: Die Hersteller setzen im Segment der kleinen intelligenten Netzwerkkomponenten zunehmend Linux als Firmware ein, ohne dies an die große Glocke zu hängen.
Embedded-Linux-Geräte identifizieren
Fast nie steht im Handbuch oder auf der Website des Herstellers ein Hinweis darauf, welches Betriebssystem auf einem Router oder einer WLAN-Bridge ar- beitet. Doch es ist meist sehr leicht, Linux zu erkennen: Dazu genügt es, auf einem an das zu untersuchende Gerät angeschlossenen PC, der unter Linux läuft, »nmap« aufzurufen (siehe Abbildung 1).
Dieses Programm analysiert die Eigenschaften des TCP/IP-Stack und zieht daraus seine Schlüsse auf das Betriebssystem der Maschine. Details zu den Methoden sind unter[1] zu finden.
Die Hersteller liefern sich gegenwärtig einen regelrechten Krieg um die Kunden mit immer neuen Produkten - das erhöht den Druck auf eine schnelle Entwicklung. Eine Linux-Firmware ist dann eine willkommene Basis, zumal keine so genannten Royalties für jedes verkaufte Gerät anfallen, wie es bei anderen Embedded-Entwicklungsumgebungen üblich ist.
Einfache Entwicklung
Ein weiterer Pluspunkt für Linux ist, dass das Betriebssystem bereits auf sehr viele Embedded-Plattformen und Prozessor-Architekturen portiert wurde - zum Beispiel auch auf MIPS-Architekturen, die bei Routern besonders oft anzutreffen sind. Das erlaubt es den Herstellern, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren: Sie müssen nur die Hardwaretreiber für die eingesetzten Komponenten portieren oder neu entwickeln, das Betriebssystem selbst gibt es fast mundgerecht zum Download.
Dabei ist aber die Versuchung groß, die Leistungen der Linux-Community zu verschweigen: Im News-Bereich der Netfilter-Homepage ([2],[3]) finden sich mehrere Fälle, in denen Hersteller die GPL erst nach Einleitung rechtlicher Schritte ernst nahmen.
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