Das TC-Programm
Um einer Netzwerkschnittstelle eine spezielle QDisc zuzuordnen und sie zu steuern, braucht der Admin das Programm »tc« aus dem IProute2-Softwarepaket[1]. Zum Installieren muss er nach dem Auspacken des Archivs im »Makefile« eventuell die Pfade zu den Kernel-Include-Dateien anpassen. »make« übersetzt die Programme »ip/ip«, »ip/rtmon« und »tc/tc«. Root steuert eine QDisc mit dem TC-Befehl nach folgender Syntax:
tc qdisc [add|del|replace|change|link]
dev Gerät [root|parent ID] [handle ID]
QDisc QDisc-Optionen
Will er der Schnittstelle »eth0« eine QDisc hinzufügen, tippt er: »tc qdisc add dev eth0 root handle 1: Qdisc QDisc-Optionen«. Durch den »root«-Parameter ordnet TC die QDisc der Netzwerkschnittstelle »eth0« direkt zu.
Soll die QDisc stattdessen zu einer Klasse gehören, wäre der »parent«-Parameter mit einer bereits existierenden Klassen-ID zu verwenden. Die Angabe »handle 1:« legt für die QDisc-Instanz die ID »1:« fest. Der zweite Teil der ID einer QDisc lautet immer Null und darf entfallen. Der folgende Befehl listet die aktuelle Konfiguration:
tc [-s] qdisc show [dev Gerät]
Mit dem optionalen Parameter »-s« zeigt TC zusätzliche Statistiken zu den QDiscs. Zudem lässt sich die Anzeige per »dev«-Option auf einzelne Netzwerkschnittstellen beschränken.
Klassenlose QDisc-Gesellschaft
Die klassenlosen QDisc-Implementationen verwalten meist nur zwischengespeicherte Pakete. Die am meisten genutzte QDisc-Implementation ist »pfifo_ fast«, da sie der Kernel standardmäßig jeder physikalischen Netzwerkschnittstelle zuordnet. Sie lässt sich nicht mit »tc« steuern. Die QDisc unterhält drei unterschiedlich priorisierte Bänder, die nach dem Fifo-Prinzip arbeiten. Befinden sich Pakete in Band 0 und Band 1, sendet »pfifo _fast« zunächst nur Pakete aus Band 0. Die Pakete in Band 1 müssen so lange warten, bis Band 0 leer ist. Band 1 und Band 2 verhalten sich analog.
Die Zuordnung eines Pakets zu einem Band erfolgt anhand des DS-Felds im IP-Header (Differentiated Services, ursprünglich mal TOS-Feld, Type of Service). Der Absender kann Pakete im DS-Feld markieren - RFC 2474[5] beschreibt wie. Innerhalb administrativer Grenzen eignet sich das gut, um alle Instanzen über die Klassifikation eines Pakets zu informieren.
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