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Transportmodus

Ausgehende Pakete durchlaufen genau wie im Tunnelmodus zuerst die »OUTPUT«-Chain, werden danach verschlüsselt und verlassen als ESP-Pakete das WAN-Interface über die »POSTROUTING«-Chain. Die »FORWARD«-Chain spielt keine Rolle, da im Transportmodus zwei Endpunkte direkt miteinander kommunizieren.

Die McHardy-Patches setzen einige Erfahrung im Umgang mit Kernelpatches voraus. Unter Umständen bedarf es manueller Nachhilfe, bis sie sauber im Kernel integriert sind. Einfacher ist es, den Tunnelmodus statt des Transportmodus einzusetzen. Das zieht zwar als kleinen, aber meist verschmerzbaren Nachteil einen größeren Protokoll-Overhead nach sich. Dafür bietet dieser Modus mehr Sicherheit, da ESP das gesamte innere IP-Paket verschlüsselt.

Neue IPsec-Hooks

Die McHardy-Patches sind im »extra«-Repository von Patch-o-matic-NG zu finden. Folgendes Kommando installiert die Input- und Output-Hooks:

./runme ipsec-01-output-hooks
./runme ipsec-02-input-hooks

Das experimentelle Stadium der Patches bringt einige Seiteneffekte mit sich - nachzulesen in der Zusammenfassung des Netfilter-Workshops 2004[8]. Sind die Patches sauber in den Kernel integriert, stellt sich fast das aus Kernel 2.4 gewohnte Bild ein. Es fehlen nur noch die virtuellen Interfaces: »ipsec0« aus Abbildung 1 ist durch das physikalische Interface »eth1« zu ersetzen. Der durch die Patches korrigierte Weg der Pakete ist nun für Tunnel- und Transportmodus gleich. Trotz dieser Modifikation sind Paketmarkierung oder das Policy-Modul weiter erforderlich.

Die Autoren dieses Artikels arbeiten an einem Patch[10], das auch im Kernel 2.6 virtuelle Devices implementieren soll. Der Code befindet sich aber noch in der frühen Entwicklungsphase. Das Virtual-Device-Patch modifiziert das XFRM-Framework des Linux Kernels. Die IPsec-Protokolle benutzen XFRM fürs Ver- und Entschlüsseln der Pakete. Zum Framework gehört die »xfrm_state«-Struktur, sie repräsentiert die IPsec-SA (Security Association) im Kernel. Der IKE-Daemon soll künftig beim Anlegen dieser Struktur den Namen eines virtuellen Device für diese Verbindung hinterlegen. Derzeit legt in »net/xfrm/xfrm_state.c« die Funktion »xfrm_state_alloc()« das Device noch selbst fest.

Der Entwurf von Firewallregeln für IPsec gestaltet sich unter Kernel 2.6 unnötig kompliziert. Dass Sicherheit mit steigender Komplexität abnimmt, ist allgemein bekannt. Der Verzicht auf ein virtuelles Interface ist nach Meinung der Autoren daher ein Fehler; die Regeln für Kernel 2.4 waren wesentlich übersichtlicher.

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