Novells Evolution Connector für Microsoft Exchange
Plug & Play
von Michael Renner
Erschienen im Linux-Magazin
2004/09
In vielen Umgebungen kommen Linux-Clients in die Verlegenheit, mit einem Microsoft-Exchange-Server zu kommunizieren. Seit Ximian einen Connector für Evolution entwickelt hat, ist der Zugriff auf die Groupware-Funktionen komfortabler geworden. Im Mai veröffentlichte Novell die Software unter der GPL.
Microsofts Exchange-Server[1] ist trotz vieler Schwachstellen sehr beliebt. Neben Mailfunktionen bietet Exchange einen Gruppentermin-fähigen Kalender, ein Adressbuch und eine Aufgabenverwaltung. Letztere lässt sich auf definierte Gruppen verteilen, sodass jeder Benutzer gemeinsame Aufgaben sieht. Auf Client-Seite beherrschen sogar PDAs und Smartphones die Anbindung an Exchange, was den Server zum Dreh- und Angelpunkt der Kommunikation in vielen Unternehmen macht. Ein Beispiel ist der Blackberry-PDA von RIM.
Mit Unix-Programmen war die Kommunikation mit Exchange stets auf POP3, IMAP und SMTP beschränkt. In den Genuss zusätzlicher Funktionen wie Kalender, Adress- und Aufgabenlisten kamen Unix-Benutzer lediglich über die Webschnittstelle - nicht gerade die komfortabelste Lösung.
Im Jahr 2002 entwickelte der Softwarehersteller Ximian daher das Ximian Connector genannte Plugin für den Mailclient Evolution, mit dem endlich auch Unix-Anwender auf Exchange-Server zugreifen sollten. Das Plugin kostete allerdings Geld und stand unter einer proprietären Lizenz. Nachdem Novell Ximian 2003 übernahm, kam die in Novell Connector umgetaufte Software kürzlich unter die GPL.
Exchange muss mitspielen
Um das Plugin zu installieren, muss die Umgebung vorher jedoch einige Anforderungen erfüllen. Die Kommunikation zwischen Evolution und Exchange basiert weitgehend auf dem WebDAV-Protokoll, daher ist im Exchange-Server die Webschnittstelle OWA (Outlook Web Access) zu aktivieren.
Das WebDAV-Protokoll (WWW Distributed Authoring and Versioning) ist eine Erweiterung zu HTTP, die es ermöglicht, Datei-Attribute auf einem Server zu verändern und Dateien zu editieren. Da aber nur die Exchange-Versionen 2000 (6.0) und 2003 (6.5) WebDAV unterstützen, ist es nicht möglich, mit dem Novell Connector auf Server mit Version 5.5 oder älter zuzugreifen.
Ein weiterer Aspekt, den Sysadmins vor dem Einsatz des Connectors bedenken sollten, ist, dass Microsoft pro Exchange-Client Gebühren erhebt. Beim Zugriff über Evolution fallen daher unter Umständen Kosten nach der Zugriffslizenz CAL (Client Access License) an.
Mehrere Protokolle
Exchanges OWA-Schnittstelle unterstützt gleich drei Methoden, um Daten zu synchronisieren: reines HTML, HTML/XML/Active-X und WebDAV. Evolution nutzt für die Kommunikation mit dem Server eine Mischung aus diesen Methoden. Sie ermöglichen es, Rechte von Objekten abzufragen und zu ändern, den Mülleimer zu leeren sowie Nachrichten zu kopieren und zu verschieben.
Meist benutzt der Connector WebDAV, doch einige Daten holt er sich direkt aus dem HTML-Code, etwa Out-of-Office-Informationen, Daten zur automatischen Konfiguration und Free/Busy-Informationen im Kalender. Allerdings existiert im CVS bereits Code, der WebDAV nutzt, er ist jedoch nicht ausreichend getestet. Der Connector arbeitet mit Evolution in der Version 1.4.x, die Liste der offiziell unterstützten Betriebssysteme zeigt Tabelle 1, andere Distributionen sollten aber auch funktionieren.
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System
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Version
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Bemerkung
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Suse Linux
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9.0
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Suse Linux
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8.2
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Suse Linux Desktop
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1.0
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Red Hat Linux
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9.0
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Red Hats Security-Updates erforderlich
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Red Hat Linux
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8.0
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Ximian Desktop 2 erforderlich
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Red Hat Linux
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7.3
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Ximian Desktop 2 erforderlich
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Mandrake Linux
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9.1
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Sun Solaris
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8 (Sparc)
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Sun Gnome 2 erforderlich
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Wer den Evolution Connector installieren will, stößt auf so manches Hindernis. Novell empfiehlt auf der Website[2] die Installation mittels Red Carpet (sieheKasten "Red Carpet"). Die Seite unter[3] verweist auf die nötigen drei RPM-Pakete, um Red Carpet zu installieren. Nach dem Start der Software als Root wählt der Anwender »Ximian Connector« und »Ximian Evolution« wie in Abbildung 1 dargestellt aus.

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Abbildung 1: Mit der Software Red Carpet von Novell ist es sehr einfach, die nötigen Pakete für den Connector zu installieren. Merkwürdigerweise heißt er hier immer noch Ximian Connector.
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Red Carpet ist eine komplette Softwaremanagement-Lösung. Mit ihrer Hilfe insallieren Anwender des Ximian-Desktops neue Pakete, aktualisieren vorhandene oder löschen sie.
Red Carpet integriert sich in bestehende Umgebungen, um sowohl mit RPM- als auch mit Deb-basierten Distributionen umgehen zu können. Die Software kommt mit einer grafischen Oberfläche sowie einem Kommandozeilentool.
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