Mein Herz macht bum
Die Startzeit der Datenbank ist auf zehn Sekunden in der Vergangenheit gelegt. Das ist üblich und voreingestellt, wenn man »--start« weglässt, denn RRDtool wird alle Eingaben zurückweisen, die einen Zeitstempel kleiner oder gleich der Startzeit tragen. Die »DS:«-Zeile definiert die einzige Datenquelle der Datenbank mit den oben beschriebenen Parametern: Quellenname »load«, Eingabetyp »GAUGE«, dem so genannten Heartbeat von 90 sowie Minimal- und Maximalwert 0 beziehungsweise 10,0. Die mit 90 angegebene Pulsfrequenz legt fest, dass der Admin auch zufrieden ist, falls die Daten nicht mit der in »--step« angegebenen Rate von 60 Sekunden ankommen, sondern mit bis zu 30 Sekunden Verzögerung. RRDtool lügt dann und interpoliert einfach. Wäre im Extremfall der Heartbeat 24 Stunden und die Schrittrate weiterhin 60, genügte ein einziger Wert pro Tag, auf den RRDtool dann alle Minuteneinträge setzen würde.
Primary Data Points
Ist der Heartbeat auf einen niedrigeren Wert als der Step gesetzt, sind mehrere Messdaten pro Step erforderlich. Dann erwartet RRDtool die Daten im Rhythmus des Herzens und speichert sofort streng »na« für einen Schritt, falls der Herzschlag einmal aussetzt. Liegen ordnungsgemäß mehrere Werte pro Schrittfenster vor, errechnet RRDtool den Mittelwert, bevor es den so genannten Primary Data Point (PDP) speichert.
Im links abgedruckten Code erzeugen die letzten beiden Zeilen die RRAs. Der Zahlenwert in den vorletzten Spalten gibt an, wie viele PDPs das Archiv zu einem Archivpunkt zusammenfassen soll. Das erste Archiv übernimmt nur einen Wert, es entspricht den Round-Robin-Archiven, wie in den Abbildungen 1 und 2 gezeigt.

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Abbildung 2: Der alte, um 01:00 Uhr gemessene Wert wird durch den um 01:05 Uhr ermittelten ersetzt, der Zeiger rückt weiter.
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Das zweite Archiv fasst fünf Messpunkte zu einem Archivpunkt zusammen. Bei einem einzigen PDP muss RRDtool nichts weiter tun, aber bei fünf ist die zweite Spalte der obigen Definition wichtig, in der die Consolidation Function (CF) angegeben ist. »AVERAGE« schnappt sich den Mittelwert aus den PDPs, die oben verwendete Funktion »MAX« nimmt den Höchstwert. Weitere Optionen sind »MIN« für den kleinsten und »LAST« für den zuletzt ermittelten Wert.
Die magische Zahl »0.5« ist der so genannte Xfiles Factor. Er bestimmt, welcher Bruchteil von den PDPs undefiniert (»na«) sein darf, damit das Archiv einen interpolierten Mittelwert als gültigen Eintrag speichert. Wird der Wert unterschritten, steht später »na« im Archiv. Die letzte Spalte bestimmt, wie viele Datenplätze das Archiv bereitstellt. Sind alle aufgefüllt, beginnt es, die ältesten zu überschreiben. Abbildung 3 zeigt, wie RRDtool aus den Werten, die die Datenquelle liefert, PDPs erzeugt, die anschließend in die verschiedenen Round-Robin-Archive wandern.

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Abbildung 3: Aus den Sample-Werten, die aus einer Datenquelle kommen, erzeugt RRDtool Primary Data Points (PDPs). Mit diesen PDPs füllt RRDtool seine Round-Robin-Archive (RRA).
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