Open Source im professionellen Einsatz

Newsletter abonnieren
Seite durchsuchen

HEFTARCHIV | NEWS | E-BIBLIOTHEK | VIDEO | BLOGS | WHITEPAPER | EVENTS | ACADEMY | ABO | SHOP

user friendly

  Home  »  Heft & Abo  »  Heftarchiv  »  2004  »  04  »  Web-Baukasten  

RSS-Feed der aktuellen News von Linux-Magazin Online Folgen Sie Linux-Magazin Online auf Twitter
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark

Content Management System in Perl

Web-Baukasten

von Jochen Lillich
Erschienen im Linux-Magazin 2004/04

WebGUI ist eines der ausgereiftesten freien Web-Content-Managementsysteme, mit dem man sehr einfach und schnell professionelle Websites erstellen kann. Es ist modular aufgebaut, erweiterbar, plattformunabhängig und komplett in Perl geschrieben.

Für kleine und mittelgroße Websites mit Schwerpunkt auf Text und Bild ist WebGUI ein gut geeignetes Content Management System (CMS). Über eine Web-basierte Benutzeroberfläche lassen sich Inhalte verändern, Daten sammeln, Bilder und Dateien verwalten sowie das Layout der Website festlegen. WebGUI speichert seinen gesamten Datenbestand an Inhalten und Layoutelementen in einer Datenbank. Entwickelt und unter der GPL frei lizenziert hat das System die amerikanischen Firma Plainblack Software[1]. Das CMS ist komplett in Perl programmiert und läuft auf Linux- und Windows-Systemen mit verschiedenen Webservern.

WebGUI ist eine reine Webanwendung. Das heißt, dass die Software auf dem Webserver läuft und einfach über einen beliebigen Webbrowser bedient werden kann. Hierzu loggt sich ein berechtigter Benutzer ein und aktiviert die Editier-Funktionen. Daraufhin blendet das System auf den Seiten zusätzliche Menüs und Buttons für die Bearbeitung ein. Wie jedes gute CMS trennt auch WebGUI Inhalte, Layout und Logik voneinander, sodass diese Teile einer Webpräsenz unabhängig voneinander verwaltet werden können.

Objektivität

Inhalte verwaltet WebGUI in Form so genannter Wobjects. Das sind vorgefertigte Elemente, aus denen sich die Website zusammensetzt. Die WebGUI-Distribution bringt bereits viele dieser Wobjects mit, von denen jedes spezielle Eigenschaften hat. Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten: So lässt sich zum Beispiel für jedes Wobject festgelegen, in welchem Zeitraum es auf der Website erscheinen darf und wer zur Änderung des Wobjects berechtigt ist.

Das Wobject »Seite« repräsentiert eine Seite der Webpräsenz und kann wiederum Wobjects enthalten. Eigenschaften einer Seite sind unter anderem ihr Titel, ihre Bezeichnung in der Navigation, eine Kurzbeschreibung sowie der URL-Pfad, unter dem sie abrufbar ist. WebGUI verwaltet die Seiten in einer internen Sitemap, deren baumförmige Hierarchie unabhängig von den realen URL-Pfaden der Seiten ist. So kann eine Seite »Kontakt« mit der URL »/kontakt« durchaus der Seite »Infos« mit der URL »/info« untergeordnet sein.

Für statische Inhalte gibt es die Wobjects »Artikel« und »Textelement«. Ein Textelement besteht aus Überschrift und Text. Beim Artikel-Wobject lassen sich zusätzlich Bilddateien und Link-URLs festlegen. Außerdem haben sie eine optionale »Diskussion«, ist diese aktiviert, erscheint unter dem Artikel automatisch ein Diskussionsforum.

Weitere dynamische Wobjects sind etwa »Kalender«, »Abstimmung«, »Umfrage« oder das »Benutzerbeitragssystem«, das es Besuchern ermöglicht, eine Seite laufend mit weiteren Beiträgen zu versehen. Optional können andere Besucher diese Beiträge kommentieren. Auch für FAQ-Seiten oder Linklisten stehen Wobjects zur Verfügung. Die Einbindung externer RSS-Informationen ist mit dem Wobject »Syndicated Content« möglich. Es gibt eine Zwischenablage, die Cut & Paste von Wobjects möglich macht. So können Wobjects auch innerhalb des Systems, zum Beispiel zwischen Seiten, kopiert oder versetzt werden.

Stilsicher

Zum Layouten der Seiten dienen Styles und Templates. Ein Style ist eine Vorlage für ein Seitenlayout und besteht aus einem HTML-Rumpf und einem CSS-Stylesheet. Der Rumpf bestimmt das Layout einer Seite und enthält die Elemente, die auf allen Seiten enthalten sein sollen, zum Beispiel den Seitenkopf und die Navigation. Das Stylesheet bestimmt das Aussehen einzelner HTML-Elemente wie Überschriften und Tabellen. Der Style-Autor kann festlegen, an welcher Stelle im HTML-Rumpf die Inhalte einzelner Seiten erscheinen werden. Inhalt und Layout sind kombinierbar, indem einem Seiten-Wobject ein Style zugewiesen wird. Eine Änderung am Style wirkt sich damit sofort auf allen Seiten aus, die diesen Style verwenden.

Templates machen das Layout der einzelnen Wobjects variabel. Sie enthalten Standard-HTML, das sinnvollerweise die CSS-Klassen des Seiten-Styles nutzt, und Platzhalter für die Informationen des jeweiligen Wobjects. Da für jede Wobject-Klasse beliebig viele Templates erstellt werden können, lassen sich zum Beispiel verschiedene Arten von Artikeln auch unterschiedlich darstellen.

Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Ähnliche Artikel
Listenreich Mailinglisten-Software Sympa 6
Der Inhalt zählt Wiki-Software im Test
Passgenau zugeteilt Fünf freie Trouble-Ticket-Systeme im Test
Postverteilung Software zur Verwaltung von Verteilerlisten
Viel Holz für den Rahmen PHP-Frameworks im Überblick
Insektenforscher Fehler- und Änderungsmanagement mit Bugzilla
Whitepaper
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele

Über die letzten Jahre hinweg haben sich Open Source Lösungen als fester Bestandteil des gesamten Datenintegrationsmarktes etabliert. Viele Unternehmen haben bereits das Open Source Modell für Ihre Datenintegrationsprojekte aufgegriffen. Das vorliegende White Paper illustriert anhand ausgewählter Fallstudien und Anwendungsbeispiele die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
The Role of Open Source in Data Integration

Obwohl in den letzten Jahren viele technische Fortschritte erzielt werden konnten, verfügen die meisten Datenintegrationsprozesse nach wie vor nur über eine sehr begrenzte Automatisierung. Das vorliegende White Paper von dem Industry Analyst Mark Madson wird zunächst ein grundlegendes Verständnis von Daten Integration vermitteln, die Vorzüge von Open Source Lösungen für Daten Integration erläutern und Ihnen professionelle Empfehlungen geben, damit Sie Ihre Integrationsjobs noch einfacher und produktiver gestalten können.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Kommentare (0)