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Kexi - Datenmanagement in KOffice

Modulare Architektur

von Lucijan Busch
Erschienen im Linux-Magazin 2004/04

Kexi ist die Datenbankanwendung für KOffice. Anwender erstellen mit ihr Abfragen, Formulare und Berichte. In seiner jungen Geschichte hat es bereits einen kompletten Rewrite erfahren, von dem vor allem Entwickler profitieren. Das Kexi-Team hat eine neue Architektur erarbeitet und sie sauber implementiert.

Zu einer kompletten Office-Suite gehört ein Datenbank-Frontend. Bei KOffice ist das Kexi. Es lässt sich mit ausgewachsenen Datenbankservern betreiben, arbeitet aber auch in Standalone-Umgebungen mit einem eigenen Dateiformat. Vor allem kleine Heimanwendungen profitieren von diesem Format. Bei großen Datenmengen oder vielen Benutzern, die gleichzeitig auf die Bestände zugreifen, empfiehlt es sich jedoch, einen Server zu verwenden.

Aller Anfang ist schwer

Obwohl die Beta-1-Version vom April 2003 bereits viele Features enthielt, haben sich die Entwickler dazu entschlossen, das Programm von Grund auf zu überarbeiten. Im Frontend sind daher zum jetzigen Zeitpunkt erst Grundfunktionen eines Datenmanagements implementiert. Anwender können zwar Tabellen erstellen und die enthaltenen Daten bearbeiten. Die Entwickler arbeiten jedoch noch an weiteren Funktionen für das Frontend. Per Drag & Drop lassen sich Abfragen auf einfache Weise auch von SQL-Einsteigern zusammenstellen, wie Abbildung 1 zeigt.


Abbildung 1: Mit Kexi verwalten Anwender komfortabel ihre Datenbanken. Obwohl das Programm noch in einer frühen Betaphase steckt, beherrscht es bereits die Grundfunktionen, wie hier das Anlegen von Tabellen.

Sind von einer Abfrage mehrere Tabellen betroffen, muss der Anwender die Relationen zwischen diesen zuvor im Datenbankschema-Editor festlegen. Auch das geschieht per Drag & Drop. Für erfahrenere Benutzer, die eine direkte SQL-Eingabe bevorzugen, gibt es einen Editor mit Syntax-Highlighting und History. Diese selbst geschriebenen SQL-Abfragen lassen sich später im Entwurfsmodus ansehen und weiterverarbeiten. Sowohl im Entwurfsmodus als auch bei der direkten SQL-Eingabe speichert Kexi lediglich die pure SQL-Anweisung. Auch fehlerhafte Statements speichert das Programm ab. Sie lassen sich dann nachträglich korrigieren.

Die Programmierer haben eine integrierte Datenbankengine namens KexiSQL entwickelt. Mit ihr erstellen Anwender in kurzer Zeit und unkompliziert kleine Projekte. Alle relevanten Daten landen in einer Datei, die Benutzer zum Beispiel per E-Mail untereinander austauschen oder auf einer Webseite veröffentlichen. KexiSQL ist von der populären Engine SQLite abgeleitet.

Obwohl Kexi ein natives Datenbankformat hat, ist es möglich, auf verschiedene andere DBM-Systeme wie MySQL und PostgreSQL zuzugreifen. Sowohl für den Benutzer als auch für den Programmierer lässt sich Kexi unabhängig vom darunter liegenden DBM-System bedienen. Ein ODBC-Treiber ist in Arbeit.

Zurück in die Zukunft

In der Beta-1-Version waren zahlreiche weitere Module wie Formulare, Berichte und Makros enthalten. Um aber eine größere Flexibilität in der Architektur des Programms zu erreichen, hat sich das Entwicklerteam entschlossen, die zugrunde liegenden Bibliotheken neu zu konzipieren und erst danach schrittweise die darauf aufsetzenden Komponenten zu realisieren. Der Benutzer profitiert dann von einem ausgereiften und stabilen Frontend. Momentan arbeiten die Entwickler noch an der Stabilisierung des API.

Es ist geplant, QT-Designer-kompatible Formulare zur Verfügung zu stellen, die mit Hilfe der KParts-Technologie Inhalte von Blob-Feldern (Binary Large Object) einbetten. Mit diesen Feldern erstellt ein Anwender dann Formulare, in denen Kexi direkt PDF-Dateien und Bilder anzeigt oder MP3-Dateien abspielt. Für Berichte planen die Programmierer den Berichtgenerator Kugar[3] zu verwenden. Dieser wird für KOffice 2.0 größtenteils neu geschrieben und soll neben einer besseren Benutzerschnittstelle auch das Zoomen unterstützen. Statt der Skriptumgebung QSA (QT Script for Applications[4]) wird Kexi künftig KJSEmbed verwenden, eine ECMA-Skript-basierte Umgebung für Makros.

Außerdem soll Kexi bald ein in vergleichbaren Umgebungen unbekanntes Modul enthalten: die Einbindung von HTML-Seiten. Mit diesem Modul gestalten zum Beispiel Firmen die User-Schnittstelle nach dem Design ihrer Homepage. Die Daten und Funktionen fügt Kexi durch die Verwendung von Javascript und speziellen URLs in der Vorlage ein (siehe Abbildung 2).


Abbildung 2: Mit Kexi sollen Anwender in Zukunft HTML-Formulare erstellen können. So kreieren Firmen beispielsweise Datenbankformulare, die sich der Website angleichen.

Ab der Release-Serie von KOffice 2.0 soll Kexi wieder in den Release-Zyklus von KOffice integriert sein. In diesem Stadium planen die Entwickler, dass KWord für Serienbriefe auf die Ressourcen von Kexi zurückgreift und die Tabellenkalkulation KSpread Daten direkt in seine Tabellen importiert. Außerdem wird es möglich sein, Diagramme in KSpread zu erstellen, die direkt aus einer Datenbank gespeist sind.

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