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Münzschlitze in Hotelzimmern?

Als letztes Thema in dieser Ausgabe soll noch eine Absurdität angesprochen werden, die in letzter Zeit massiv um sich greift: drahtlose Internetzugänge für lächerlich hohe Gebühren. Die Hotel-Lobby oder die Lounge eines Flughafens mit drahtlosem Internetzugang ausrüsten ist in Europa heute mit einer einmaligen Investition von maximal 500 Euro und monatlichen Kosten um die 30 Euro für eine DSL Flatrate verbunden.


Abbildung 4: An immer mehr öffentlichen Plätzen, wie hier am Flughafen München, bieten Internet Service Provider den Internetzugang per Wireless-LAN an. Die Preise, die sie dafür verlangen, lassen sich allerdings durch die Kosten für ihren Aufwand in keiner Weise rechtfertigen.

Die Preise für den drahtlosen Zugang liegen jedoch üblicherweise bei drei bis zehn Euro pro halber Stunde. Außerdem ist es oft nur möglich, mit Prepaid-Karten zu bezahlen, die den Betreibern aber gerne mal ausgehen. Hat man die richtige Karte aufgetrieben, ist das auch noch immer nicht das Ende der Probleme, da die Anbieter erfahrungsgemäß nicht in der Lage sind, stabile Webseiten zu entwerfen, die mit allen Browsern funktionieren.

Bedenkt man die verschwindend geringen Kosten für Einrichtung und Betrieb eines drahtlosen Internetzugangs, beispielsweise im Vergleich zur Installation von Wasser- und Sanitäranlagen, sollten Anwender also erwarten, demnächst in Hotels an der Toilettenspülung, der Dusche und am Wasserhahn einen Münzschlitz vorzufinden. Allerdings leben wir ja bereits seit einiger Zeit im Sanitärzeitalter, das Informationszeitalter scheint angesichts solcher Entwicklungen noch sehr weit entfernt zu sein.

Damit genug der Brave GNU World für diese Ausgabe. Ich wünsche allen Lesern ein gutes Jahr 2004 und hoffe, Ihr werdet nicht mit Anregungen, Kommentaren und Projektvorschlägen an die übliche Adresse[1] sparen. (mwe)

Infos

[1] Ideen, Anregungen, Kommentare an die Brave GNU World: [column@brave-gnu-world.org]

[2] Homepage des GNU-Projekts: [http://www.gnu.org/]

[3] Homepage von Georgs Brave GNU World: [http://brave-gnu-world.org]

[4] "We run GNU"-Initiative: [http://www.gnu.org/brave-gnu-world/rungnu/rungnu.de.html]

[5] Jaxodraw: [http://altair.ific.uv.es/~JaxoDraw/home.html]

[6] Axodraw: [http://www.nikhef.nl/~form/FORMdistribution/axodraw/]

[7] Bekannte Bugs in Jaxodraw: [http://altair.ific.uv.es/~JaxoDraw/bugs.html]

[8] Jaxodraw-Studie: [http://arxiv.org/abs/hep-ph/0309015]

[9] Georg C.F. Greve, "Brave GNU World", Linux-Magazin 11/03, S. 78

[10] GNU Troff: [http://www.gnu.org/software/groff/groff.html]

[11] Mom Makroset: [http://www.ncf.ca/~df191/mom.html]

[12] Aputsiaq Niels Janussen, "Hacker-etik - en filosofisk unders¿gelse": [http://www.hacker-etik.dk]

[13] Das GNU-Manifest: [http://www.gnu.org/gnu/manifesto.de.html]

[14] Georg C.F. Greve, "Brave GNU World", Linux-Magazin 10/03, S. 76, und 01/04, S. 78

[15] "Fighting intellectual poverty": [http://fsfeurope.org/projects/wsis/issues.html]

[16] Civil Society Essential Benchmarks: [http://fsfeurope.org/projects/wsis/cs-benchmarks.html]

Der Autor

Dipl.-Phys. Georg C. F. Greve beschäftigt sich seit etlichen Jahren mit freier Software und kam früh zu GNU/Linux. Nach Mitarbeit im GNU-Projekt und seiner Aktivität als dessen europäischer Sprecher hat er die Free Software Foundation Europe initiiert, deren Präsident er ist. Mehr Informationen finden sich unter: [http://www.gnuhh.org]


Copyright © 2002 Linux New Media AG

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