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Linux-Kongress 2003 in Saarbrücken

Stimmung an der Saar

von Max Werner
Erschienen im Linux-Magazin 2003/12

Der zehnte Linux-Kongress fand diesmal in Saarbrücken statt. Es kamen zwar nur halb so viele Besucher wie letztes Jahr in Köln, das Vortragsprogramm bot allerdings wieder hochkarätige Referenten.

Der Linux-Kongress ist seit 1993 beliebter Treffpunkt für technisch interessierte Linux-Fans. Er glänzte dieses Jahr wieder mit namhaften Referenten wie Theodore Ts'o, Werner Koch und Olaf Kirch. Die Teilnehmerzahl sank im Vergleich zum Vorjahr von rund 400 auf 230, was allerdings laut GUUG-Präsident Martin Schulte sicher nicht am Vortragsprogramm lag: "Das Programm war sicherlich eines der besten, wenn nicht sogar das beste, das wir je hatten." Er führt den Besucherrückgang auf andere Faktoren zurück: kein Sponsoring für Studenten, die ungünstige Lage Saarbrückens sowie den für manche Interessierte ungünstigen Termin vom 14. bis zum 16. Oktober 2003.


Abbildung 1: Die im Vergleich zum Vorjahr geringe Teilnehmerzahl tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Zwischen den Vorträgen blieb immer Zeit für Fachgespräche an den Ständen der Aussteller.

Schwerpunkt Security

Veranstaltungsort war die Saarbrücker Universität. Der Kongress fand im Mathematik-Gebäude statt, verteilt auf drei Hörsäle, die alle sehr nahe beieinander lagen. Auf dem Flur des Gebäudes präsentierten sich einige wenige Open-Source-Projekte: Debian, NetBSD sowie die Entwickler von Asterisk. Fans hatten die Möglichkeit, sich am OpenBSD-Stand mit Postern, T-Shirts und sogar Hardware einzudecken.

Vorstellungen von Sicherheitssoftware und -konzepten dominierten das Programm. Ralf Spenneberg leitete ein Tutorial über den IPsec-Stack im Linux-Kernel 2.6 und hielt einen Vortrag über die Verwendung von Linux in einem Honeynet. Außerdem gab es Vorträge über starke Kryptographie im Kernel, das Open-Antivirus-Projekt[2] und die OpenPGP-Smartcard[3] von Werner Koch. Insgesamt bot das Programm den Besuchern etwa 25 Vorträge.

Kurt Pfeifle setzte in seiner Vorstellung von NX[4] fast als einziger Redner den Desktop in den Vordergrund. Weitere Themen waren der Linux-Kernel 2.6, Kernel Level Security, Netzwerk-Programmierung mit IPv6 und Open Mosix. Der ursprüngliche Gedanke, dass sich Entwickler endlich einmal persönlich treffen, stand auch dieses Jahr im Vordergrund. Beim so genannten Social Event fachsimpelten die Teilnehmer noch bis spät in die Nacht bei einem Bier über die Themen des Tages.


Abbildung 2: Theodore Ts'o ist einer der Linux-Kongress-Pioniere. Er hielt mehrere Vorträge und gab einen Rückblick auf zehn Linux-Kongresse.

Erinnerung an vergangene Zeiten

Zum krönenden Abschluss des Kongresses bescherte Theodore T'so den Besuchern, die den Hörsaal bis auf den letzten Platz besetzt hatten, einen Rückblick auf zehn Jahre Linux-Kongress. Ts'o ist einer der wenigen, die von Anfang an dabei gewesen sind. Seine locker gehaltene Review bereitete allen Zuhörern viel Vergnügen, vor allem als er alte Fotos der Pioniere zeigte.

Infos

[1] Linux-Kongress 2003: [http://www.linux-kongress.org/2003/]

[2] Das Open-Antivirus-Projekt: [http://www.openantivirus.org/]

[3] Die OpenPGP-Smartcard: [http://www.g10code.de/p-card.html]

[4] Homepage von Nomachine, Entwickler von NX: [http://www.nomachine.com/]

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