Alternative Vernetzung mit Powerline- und Cable-LAN-Modems
Daten-Strom
von Mirko Dölle
Erschienen im Linux-Magazin
2003/12
Kein Bohren, keine Mauerdurchbrüche, keine neuen Kabel: Wo Wireless LAN nicht mehr hinreicht, bietet sich die Vernetzung über Stromleitung oder Antennenkabel an. Allerdings nicht ohne Nebenwirkungen.
Die nachträgliche Verkabelung eines Gebäudes ist fast immer zeitaufwändig, mit vielen (baulichen) Hindernissen gespickt - und daher teuer. Gerade in Altbauten, in denen es keine Kabelkanäle, abgehängte Decken oder Versorgungsschächte gibt, müssen oft erhebliche bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Powerline und Cable-LAN vernetzen Rechner über bestehende Strom- und Antennenleitungen miteinander. Dazu wird jeder Rechner mit einem Powerline- oder Cable-LAN-Modem ausgestattet und ans Strom- oder Antennenkabel angeschlossen.
Mit 14 MBit/s Brutto-Transferrate liegen die Powerline- und Cable-LAN-Modems im Bereich der WLAN-Geräte nach IEEE 802.11b. In massiven Gebäuden oder über Gebäudeflügel hinweg ist eine WLAN-Verbindung oft nicht möglich, während ein Powerline-Modem durchaus auch noch bis zum Nachbargebäude reicht - auf Kosten der Transferrate.
Einsatzszenarien
Cable-LAN eignet sich überall dort, wo Antennenanschlüsse zur Verfügung stehen, um beispielsweise alle Bewohner eines Mehrfamilienhauses oder die Zimmer eines Hotels mit einem zentralen Internetzugang zu versorgen. Ob es sich beim Antennenkabel um ein Breitband-Fernsehkabel, eine Gemeinschaftsantenne oder gar um eine Satellitenanlage handelt, spielt dabei keine Rolle. Ein Vorteil der Cable-LAN-Modems ist der vergleichsweise geringe Störpegel gegenüber den Powerline-Geräten, doch dazu später mehr.
Powerline-Modems lassen sich überall dort einsetzen, wo es Steckdosen gibt: Wenn etwa ein einzelnes Büro in einem anderen Gebäudeteil an das Firmennetzwerk angebunden werden soll, ist - je nach Entfernung und Bausubstanz - der Einsatz von WLAN nicht möglich. Auch die Vernetzung zweier Etagen mit WLAN-Access-Points in einem Stahlbeton-Gebäude lässt sich über Powerline bequem realisieren: Entweder wird das Powerline-Modem direkt an den Access Point angeschlossen oder man verwendet die gerade auf dem Markt erschienenen Powerline-WLAN-Router. Die Daten werden jedoch durch die ungeschirmten Stromleitungen übertragen, was zu erheblichen Störungen führt.
Tabelle 1: Alle Geräte im Überblick
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Jeder mit jedem
Dank Homeplug-Standard[1],[2] sind alle getesteten Geräte untereinander kompatibel, jedes kann mit jedem - vorausgesetzt, alle Teilnehmer verwenden den gleichen 56-Bit-DES-Schlüssel. Allen Geräten liegt entsprechende Windows-Software bei, die aus einer einzugebenden Zeichenkette (dem Ausgansschlüssel) einen 56-Bit-DES-Schlüssel generiert und in das direkt am Rechner angeschlossene Modem überträgt.
Kraftcom[3] liefert bei Corinex PowerNet PN-EW sowie Corinex Cable-LAN das Linux-Administrationsprogramm Cpntool (Version 0.3.2) auf der Treiber-CD mit. Das RPM-Paket respektive Tar-Archiv enthält das Binärpogramm, Quellen gibt es derzeit nicht. Per Cpntool kann nicht nur das Netzwerk nach angeschlossenen Powerline-Geräten mit dem gleichen DES-Schlüssel abgesucht, auch der DES-Schlüssel selbst kann gesetzt oder die Verschlüsselung abgeschaltet werden. Allerdings zeigt die Konsole den Ausgangsschlüssel, aus dem der DES-Schlüssel generiert wird, bei der Eingabe im Klartext an. Also Vorsicht vor neugierigen Blicken.
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ChristianHJW,
12.03.2011 01:33
http://christian.emobil-ham...%20mit%20KOAX%20Powerline.html
ChristianHJW,
26.02.2011 09:47
ich habe meine Erfahrungen mit Powerline-Adaptern hier mal aufgeschrieben :
http://christian.plasmawerk...%20mit%20KOAX%20Powerline.html
Um es kurz zu machen, richtig Sinn machen solche Adapter nur über kurze Entfernungen, oder wenn man sie an das KOAX-Antennen-Kabel anschliesst.