Open Source im professionellen Einsatz

Newsletter abonnieren
Seite durchsuchen

HEFTARCHIV | NEWS | E-BIBLIOTHEK | VIDEO | BLOGS | WHITEPAPER | EVENTS | ACADEMY | ABO | SHOP

user friendly

  Home  »  Heft & Abo  »  Heftarchiv  »  2003  »  10  »  Entfesseltes Wissen  

RSS-Feed der aktuellen News von Linux-Magazin Online Folgen Sie Linux-Magazin Online auf Twitter
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark

Creative Commons und der Versuch, das GPL-Prinzip für jede Schöpfung anzuwenden

Entfesseltes Wissen

von Olaf Koglin
Erschienen im Linux-Magazin 2003/10

Zur Idee der freien Software gesellt sich die des Open Content - der freie Zugang zu Wissen und das Recht zur Bearbeitung und Weiterverbreitung dieser Daten.

Wie bei Open-Source-Software haben frei nutzbare Inhalte den Vorteil, dass jeder fremde Werke weiterentwickeln oder bei neuen Werken auf Bewährtes zurückgreifen kann. Der erste Punkt führt zur Steigerung der Qualität, der zweite dazu, dass das Rad nicht ständig neu erfunden werden muss. Wer zum Beispiel einen Open-Source-Mailclient schreibt, kann auf bewährte Open-Source-Texteditoren zurückgreifen und muss keinen neuen schreiben.

So auch bei Open Content: In E-Learning-Projekten dürfen die Teams auf bestehende Texte zurückgreifen und können sich auf die Anpassung oder die Übersetzung konzentrieren. Viele deutsche Betreiber solcher Weiterbildungsdatenbanken fördern gemeinsam unter dem Dach des DIN eine entsprechende Standardisierung[1].

Was ist Content?

Der Begriff Content umfasst die Inhalte aller Werke, unter anderem Texte, Bilder, Musik (als Audio-Files, als Noten oder sonst wie), Videoclips und Datenbanken. Es kommt nicht darauf an, ob die Daten digital oder analog (etwa ausgedruckt) vorliegen. Open Content bezieht sich nicht auf Computerprogramme, sondern nur auf sonstige Daten - was zu der akademischen Frage führt, welche Daten noch zum Programm gehören und welche bereits zusätzliche Daten sind.

Open ohne Source?

Bei Content scheint es auf den ersten Blick keine Trennung zwischen Binary und Quellcode zu geben. Eine Textdatei kann sowohl gelesen als auch bearbeitet werden. Doch auch bei Content gibt es Fassungen, die die Bearbeitung erschweren: Eine PDF-Datei ist zwar lesbar, aber schlecht zu ändern oder korrigieren. Ähnlich ist es mit Musikstücken, die von 64 Tonspuren auf zwei Stereokanäle zusammengemischt sind, oder beim Speichern von Vektorgrafiken als Bild: um Änderungen vorzunehmen, benötigt man die Ausgangsdateien.

Während man Binärprogrammen die zugehörigen Quellen einfach und ohne viel Aufwand beifügen kann, ist der Umfang der Quellen von Open Content unbestimmt, die Pflicht zur Weitergabe wäre oft unangemessen. Stellt ein Wissenschaftler sein 500-seitiges Buch als Open Content zur Verfügung, kann man von ihm nur dann verlangen, zugleich für alle enthaltenen Grafiken und Tabellen die entsprechenden Dateien mitzuliefern, wenn er das Buch selbst via DTP erstellt hat. Bei einem - geschnittenen - Film würden die Quellen völlig ausufern. Müsste auch jeder Kinobesucher einen Datenträger erhalten?

Vor dieser Abwägung zwischen Zumutbarkeit und Bearbeitungsoffenheit stand das Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software (ifrOSS), als es für den Universitätsverband Multimedia Nordrhein-Westfalen eine Open-Content-Lizenz entwickelte[2]. Die so entstandene "Lizenz für Freie Inhalte" (LFI) enthält ein Copyleft - also die Verpflichtung, Bearbeitungen wieder unter der LFI zu lizenzieren.

Die Quellen sind als "die zur weiteren Bearbeitung des Werkes erforderlichen digitalen Daten" (Ziffer 6 LFI) bereitzustellen - mit Einschränkungen, um die Nutzung nicht übermäßig zu erschweren. Die Verpflichtung besteht nur so weit, wie der Weitergebende selbst die Quellen erhalten hat. Wer beispielsweise Unterrichtsmaterialien im PDF-Format erhalten hat, darf sie weitergeben, ohne Quelldateien erstellen zu müssen. Wurden Daten analog - zum Beispiel ausgedruckt - weitergegeben, müssen ebenfalls keine Quellen mitgeliefert werden.

Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Ähnliche Artikel
Projekteküche Neues aus der Welt der freien Software und ihrer Macher
Recht einfach Leser fragen, der Linux-Magazin-Ratgeber antwortet
Recht einfach Leser fragen, der Linux-Magazin-Ratgeber antwortet
Scriptorium Schriften unter Linux
Projekteküche Aktueller Überblick über freie Software und ihre Macher
Recht einfach Leser fragen, der Linux-Magazin-Ratgeber antwortet
Whitepaper
The Role of Open Source in Data Integration

Obwohl in den letzten Jahren viele technische Fortschritte erzielt werden konnten, verfügen die meisten Datenintegrationsprozesse nach wie vor nur über eine sehr begrenzte Automatisierung. Das vorliegende White Paper von dem Industry Analyst Mark Madson wird zunächst ein grundlegendes Verständnis von Daten Integration vermitteln, die Vorzüge von Open Source Lösungen für Daten Integration erläutern und Ihnen professionelle Empfehlungen geben, damit Sie Ihre Integrationsjobs noch einfacher und produktiver gestalten können.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele (Folge 2)

Der zweite Teil des Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele White Papers beleuchtet anhand weiterer ausgewählter Case Studies die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Kommentare (0)