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Software entwickeln unter Linux
Deutsch-amerikanische Freundschaft
von Joachim Wuttke
Erschienen im Linux-Magazin
2003/10
Für Viel-Programmierer erweisen sich deutsche Tastaturen als recht sperrig, wichtige Sonderzeichen sind nur umständlich durch Kombinationen mit [AltGr] zu erreichen. Der US-Tastatur fehlen im Gegenzug die deutschen Umlaute - das lässt sich aber recht einfach ändern.
Inhalt
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88 | Top SpeedQuellcode-Optimierung mit Profiler-Hilfe und weiteren Tools.
93 | Perl-SnapshotPer Volltext-Index die Manualseiten der eigenen Perl-Installation durchforsten.
96 | Coffee-ShopJava steuert Open Office: Das SDK (Soft-ware Development Kit) vereint beide.
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Backslash und Tilde, eckige und geschweifte Klammer: Kompakte Programmiersprachen wie Perl oder C leben von Sonderzeichen. Auf deutschen Tastaturen führt das zu häufigem [AltGr] plus Händekreuzen oder Fingerspreizen. Nervtötend und Sehnenscheiden-reizend. Wer viel programmiert, überlegt sich früher oder später, auf eine amerikanische Tastatur umzusteigen.
Will der Hacker auch mit seiner Umwelt kommunizieren, Webformulare ausfüllen und förmliche Mails schreiben ("mit vorzueglichen Gruessen, Joerg Schaefer"), wird er auf landessprachliche Sonderzeichen kaum verzichten wollen. Also muss das US-Keyboard Umlaute lernen - der umgekehrte Weg, die deutsche Tastatur partiell zu amerikanisieren, führt von einer Notlösung zur nächsten und bleibt auf Dauer unerfreulich.
Amerika lernt Deutsch
Ausdrücklich abzuraten ist vom nachträglichen Umprogrammieren der Tastaturbelegung mit »xmodmap«: ein uneleganter Hack, den künftige Versionen von XFree86 vielleicht nicht mehr unterstützen werden[1].
Vielmehr soll der X-Server in aller Form ein neues Tastaturlayout lernen. Nicht »us«, nicht »de«, sondern »us_de«, also amerikanisch mit deutschen Umlauten. Die Layouts stehen (zumindest bei Debian-Systemen) im Verzeichnis »/etc/X11/xkb/symbols«, allerdings ist die Syntax der Konfigurationsfiles nicht offiziell dokumentiert[2].
Die neu zu erstellende Datei »us_de« stützt sich auf das amerikanische Default-Layout und ergänzt nur die gewollten Zusatzfunktionen. Der einfachste Vorschlag (Listing 1) ist, ä, ö, ü und ß auf [AltGr]+[A] ... [AltGr]+[S] zu legen. Für großgeschriebene Umlaute ist zusätzlich [Shift] zu drücken, das Euro-Zeichen (einen ISO-8859-15-Zeichensatz voraussetzend) liegt wie gehabt auf [AltGr]+[E].
Eigenes Layout
Wer [AltGr]+[O] genauso unergonomisch findet wie den Backslash auf dem deutschen Keyboard, legt diesen Umlaut ersatzweise oder zusätzlich auf andere Tasten. Dazu muss er nur wissen, wie die Namen zu lesen sind: AD03 bedeutet [E], dabei steht A für alphanumerisch und der Rest bezeichnet - wie auf einem leicht verzerrten Schachbrett - die geometrische Koordinate der Taste. Der Ursprung ist links unten, [E] liegt in Reihe D, Spalte 3; [A] in Reihe C, Spalte 1.
Das neue Layout lässt sich im laufenden Betrieb mit »setxkbmap -layout us_de« aktivieren. Nach erfolgreichem Test wird die Änderung permanent, indem man in der Konfigurationsdatei des X-Servers (Debian: »/etc/X11/XF86Config-4«) den Parameter »XkbLayout« auf »us_de« setzt. Listing 2 zeigt diesen Eintrag in typischem Kontext. (frl)
Listing 1: Gemischtes Keyboard
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01 // us_de: modify us keyboard to include
02 // euro sign and german umlauts
03
04 default partial alphanumeric_keys
05 xkb_symbols "basic" {
06 key <AD03> { [ e, E ],
07 [ EuroSign ] };
08 key <AD07> { [ u, U ],
09 [ udiaeresis, Udiaeresis ] };
10 key <AD09> { [ o, O ],
11 [ odiaeresis, Odiaeresis ] };
12 key <AC01> { [ a, A ],
13 [ adiaeresis, Adiaeresis ] };
14 key <AC02> { [ s, S ],
15 [ ssharp ] };
16 };
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Listing 2: Layout auswählen
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01 # XF86Config-4 (keyboard section)
02
03 Section "InputDevice"
04 Identifier "Generic Keyboard"
05 Driver "keyboard"
06 Option "CoreKeyboard"
07 Option "XkbRules" "xfree86"
08 Option "XkbModel" "pc104"
09 Option "XkbLayout" "us_de"
10 EndSection
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Der Autor
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Dr. Joachim Wuttke ist als Physiker über das Entwickeln von Messgerätesteuerungen zu Linux gekommen.
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| Whitepaper |
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Leseratte,
16.09.2008 21:06